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Elucidário Madeirense Startseite
Artikel Nr. 2057 Levada (Bewässerungskanal) Funchal Bd. II · S. 452–513 133 Min. Lesezeit

Levadas

Levadas sind die Bewässerungskanäle Madeiras, die Wasser aus den Bergen zu den Feldern an der Küste leiten. Behandelt werden ihre Entstehung bei den ersten Siedlern, ihre wirtschaftliche Bedeutung, Durchflussmengen, Bewässerungszyklen (giros) und Verwaltung sowie das Wasserrecht von 1461 bis zum Dekret von 1931. Weitere Themen sind die staatlichen Levadas, insbesondere Rabaçal und Serra do Faial, die ältesten privaten Levadas, Arbeiten auf dem Paul da Serra und Porto Santo, der Bewässerungs- und Wasserkraftplan von 1943, die Fachbegriffe, Wälder sowie Gesetzgebung und Literatur.

Levadas

Ausland

Karte: Arquipélago da Madeira (79)

1I – Entstehung

I – Ursprung

Als die ersten Siedler auf Madeira landeten, erkannten sie sofort die außerordentliche Milde des Klimas und die üppige Fruchtbarkeit des Bodens. Diese so günstigen Gaben der Natur, gekrönt von einer bezaubernden Landschaft, mussten die kühnsten Hoffnungen für das gewagte Unternehmen wecken, das sie beginnen wollten. Ohne Mühe dürften sie aber auch die großen Schwierigkeiten bemerkt haben, die zu überwinden waren, um das ersehnte Ziel einer glücklichen und blühenden Besiedlung zu erreichen. Wie Vorläufer eines legendären Robinson, ausgesetzt auf einer verlassenen und unbekannten Insel, mussten sie wahre Wunder an Heldenmut vollbringen – bei der mühsamen Rodung des jungfräulichen Landes ebenso wie beim Bau und bei der Einrichtung ihrer ersten, recht unbequemen Behausungen.

Bald sahen sie sich zwei Hindernissen gegenüber, die ihnen vielleicht unüberwindlich erschienen: der üppigen, gewaltigen Vegetation, die sich als dichter Wald vom Saum des Ozeans bis zu den Gipfeln der Berge erstreckte, und dem unglaublich zerklüfteten Gelände. In ununterbrochenen Verzweigungen der höchsten Erhebungen entfaltete es sich über die ganze Oberfläche der Insel zu hoch aufragenden Gipfeln und tiefen Tälern.

Mit unerschrockenem Einsatz widmeten sie sich den ersten landwirtschaftlichen Arbeiten: Sie lichteten das dichte Gestrüpp und bereiteten die rohen Ackerflächen sorgfältig für die ersten Kulturen vor. Leicht war zu erkennen, dass die Nutzung des Wassers zu ihren größten Sorgen und Mühen gehören würde. Diese Sorge hat sich seither beständig von Generation zu Generation vererbt, die verschiedensten Formen angenommen und ein weites Netz wirtschaftlicher und sozialer Interessen geschaffen, das eine gründliche und ausführliche Untersuchung verdient hätte, die leider noch immer aussteht.

Nach diesen ersten Versuchen wurde unverzüglich ein neues Bewässerungssystem notwendig, das den natürlichen Reichtum des unbebauten Bodens fördern und ihm die lohnendsten Erträge abgewinnen sollte.

Es waren die besonderen, dieser Gegend eigenen Bedingungen der Umwelt, die zum Bau der ersten Kanäle oder Aquädukte führten. Man nannte sie später Levadas (Bewässerungskanal), und sie wurden zum wertvollsten Element der madeirischen Landwirtschaft. Man kann sich die unermesslichen Anstrengungen vorstellen, die dieses erste Unternehmen erforderte, und die Schwierigkeiten, die sich bei seiner Ausführung ergeben mussten – vor allem, wenn die zu bewässernden Flächen weit von den jeweiligen Quellen entfernt lagen.

In einem ausgezeichneten, vor Jahren veröffentlichten Artikel wird in einer sehr treffenden Zusammenfassung ein genaues Bild der Gründe gegeben, die diese damals noch einfachen Bauwerke rechtfertigten. Dort heißt es: „Die Landwirtschaft musste die Grundlage der Wirtschaft der Gesellschaft sein, die sie gründen wollten; sie konnte jedoch nur an den Hängen, Hügeln und Tälern der Küste große Ausmaße annehmen und reichen Nutzen bieten. Dort sicherten die Zusammensetzung und Fruchtbarkeit des Bodens, die milden Temperaturen und die sanften Winde ertragreiche und kostbare Ernten, mit unendlichen Vorteilen für die Bevölkerung, für die Donatare, für den Militärorden Christi und für die Krone. Dort lag vor allem die Zone der besten Kulturen – des Weins und des Zuckerrohrs –, die damals schon begonnen wurden und später den Ruhm, das Ansehen und den Reichtum Madeiras begründeten. Sie sicherten dem Mutterland ohne Unterbrechung beträchtliche Einkünfte, selbst in den kritischsten und widrigsten Zeiten Portugals.

Solche Flächen konnten jedoch nicht intensiv, beständig und gewinnbringend bewirtschaftet werden, ohne mit Bewässerungswasser versorgt zu werden. Es musste den Boden regelmäßig befeuchten und befruchten, die Pflanzungen grün und saftig halten, sie kräftigen und gedeihen lassen – nicht nur im Sommer, sondern auch in einem Teil des Frühlings und des Herbstes und überhaupt während der Trockenzeiten, die sogar im Winter möglich sind. Zugleich lagen fast alle Quellen an hochgelegenen Stellen, in den Bergen, und flossen zu den Bächen und Flüssen und durch diese ins Meer. Sogleich entstanden die Notwendigkeit und der Gedanke, den natürlichen Lauf des Wassers in bestimmten Höhen abzufangen und es in überaus nützliche Kanäle umzuleiten. Diese wurden über große Entfernungen, an steilen Felswänden entlang und durch gewaltige Hindernisse hindurch, die nur heldenhafte Beharrlichkeit überwinden konnte, bis in die fruchtbarsten und vielversprechendsten Gegenden gebaut. Das ist die bewundernswerte und segensreiche Einrichtung der Levadas, der wichtigste Faktor der Landwirtschaft und damit aller wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse der Insel Madeira.“

Die gewaltige Arbeit des Levada-Baus, die Jahrhunderte währte, die Kämpfe um den Erwerb und Besitz der Wassermengen, die Volksaufstände, zu denen es deswegen mehrmals kam, die Bildung der Vereinigungen der „Heréus“ zur Nutzung und Verteilung des Wassers, die häufigen Gerichtsprozesse, die vielen Gesetze, die zur Regelung dieser Frage erlassen wurden, und die Debatten im Parlament, in den Verwaltungskörperschaften, in der Presse und auf öffentlichen Versammlungen – all das böte, wie wir oben bereits sagten, reichlich Stoff für eine umfangreiche und interessante Untersuchung.

2II – Bedeutung und Notwendigkeit

– All dies zeigt, wie dringend notwendig unsere Levadas (Bewässerungskanäle) sind und welch überragende Bedeutung sie für die Wirtschaft des Archipels haben. Gleichzeitig rodete man die dichte Waldvegetation, die Rücken und Hänge bedeckte, bereitete mit Fleiß die mühsame Bearbeitung des Ackerlandes vor und leitete zügig die reichen Quellen heran, die die jungen Feldkulturen fruchtbar machen sollten.

Bekanntlich erfolgt die Bewässerung der Ländereien vor allem über die Levadas. Zwar gibt es Anbauflächen, die allein den Zufällen des Regens überlassen bleiben. Die sogenannten reichen Kulturen aber, also Wein und Zuckerrohr, und sogar der größte Teil des Gemüses und der Küchenkräuter, werden von den zahlreichen Levadas bewässert, die über die ganze Insel verstreut sind. Man kann dieses Bewässerungssystem nicht als ausschließliche Eigenheit dieser Region betrachten, doch ist es in unserem Land nahezu einzigartig und besitzt eigene Merkmale, die es von anderen, verwandten Systemen unterscheiden.

In manchen Ländern sind Bewässerungskanäle nur hinsichtlich ihres Fassungsvermögens und der Wassermenge, die sie führen, größere Bauwerke. Sie werden fast immer unmittelbar in den Boden gelegt, ohne weitere Kunstbauten von größerer Bedeutung. Meist sind sie nicht sehr lang und sollen bisweilen ausgedehnte, aber nur wenig erhöhte Flächen bewässern. Es verwundert daher nicht, dass einige technische Beamte der öffentlichen Bauverwaltung, die vom Festland kamen, einräumen, die schriftlichen Beschreibungen der madeirischen Bewässerung hätten ihnen keine zuverlässige Vorstellung vom Netz unserer Levadas vermittelt – insbesondere nicht davon, wie diese das Wasser aufnehmen und weiterleiten und wie es auf die bewässerten Ländereien verteilt wird.

Die Aquädukte sind schmale, lange Kanäle, die offen im Boden verlaufen und meist aus solider Alvenaria (örtliche Bezeichnung für dichten Basalt als Baustein) gebaut sind. In der Regel erreichen sie nicht einmal einen Meter Breite, und ihre Tiefe geht selten über 50 bis 70 Zentimeter hinaus. Manche Levadas sind mehrere Dutzend Kilometer lang. Im Allgemeinen beginnen sie an hoch gelegenen, zentralen Punkten der Insel und setzen an den wasserreichsten Bächen an. Sie speisen sich aus den ergiebigen Quellen, die ungenutzt in deren steinigen Betten dahinfließen. Dazu umgehen sie mitunter hohe, schroffe Bergzüge, überqueren senkrechte Schluchten und durchbohren die Berge – eine gefährliche Arbeit langer Jahre, die gewaltige Summen und sogar zahlreiche Menschenleben kostete. So geben sie der Erde das Blut, das sie fruchtbar macht, und den Pflanzen den Saft, der sie reichlich tragen lässt. Wer das unglaublich zerklüftete Gelände unserer Insel aus der Nähe kennt, das launische Relief ihrer Hänge und die Höhe ihrer Gebirge neben tiefen Tälern und gefährlichen Abgründen, wird leicht ermessen, welch ungeheure Anstrengung dieses gigantische und überaus nützliche Werk darstellt, das dem Land, das es unternahm und vollendete, zur höchsten Ehre gereicht.

Es mag befremden, und ohne genauere Prüfung mag es auf den ersten Blick scheinen, als böten diese so kostspieligen und so schwierig und mühevoll zu bauenden Bewässerungskanäle keinen lohnenden Ausgleich für das eingesetzte Kapital. Tatsächlich aber sind sie die wichtigste Grundlage für das Gedeihen der madeirischen Landwirtschaft, vor allem der sogenannten „reichen Kulturen“, und, wie oben kurz skizziert, einer der bedeutendsten Faktoren für den Wohlstand des gesamten Archipels.

Es ist eine unumstößliche Wahrheit, dass ein beträchtlicher Teil unserer Ackerböden nach angemessener Bearbeitung hungert und nach dem befruchtenden Wasser dürstet, das sie ertragreich und fruchtbar macht. Man muss diesem kargen, brachliegenden Boden den Überfluss und Reichtum abringen, den er in seinem Schoß birgt. Man muss diese trostlos wirkenden Fluren in grünende Felder voll schöner und vorzüglicher Früchte verwandeln. Unerlässlich ist es, die überaus fruchtbare Erde zu pflügen und zu bebauen und so vielen Händen Arbeit und Beschäftigung zu geben, die mangels einer nützlichen und passenden Tätigkeit brachliegen, wie wir schon wiederholt gesagt haben.

Im Bericht der „Junta Autónoma de Hidráulica Agrícola de Portugal“ für das Jahr 1937 heißt es zur Rechtfertigung der Nutzung von Bewässerungswasser, diese sei ein Mittel, den Bevölkerungsüberschuss aufzufangen: Sie verschaffe untätigen Händen Arbeit und verbessere somit die wirtschaftliche Lage der Landbevölkerung.

Wenn dieses Argument mit Recht und Wahrheit auf die Ländereien des portugiesischen Festlands zutrifft, so gilt es erst recht und uneingeschränkt für die überaus fruchtbaren Böden des madeirischen Archipels.

Wer die „Censos da População“ durchsieht, die alle zehn Jahre erhoben werden, stellt leicht fest, dass Madeira – abgesehen von den dichten Ballungen der Städte Lissabon und Porto – die Region des Landes mit der höchsten Bevölkerungsdichte ist. Diese Dichte liegt weit über der fast aller Gebiete des Festlands und wird geradezu unverhältnismäßig, wenn wir sie insbesondere mit einer großen Zahl dieser Festlandsregionen vergleichen.

Zum Beweis genügt der Hinweis, dass allein der Distrikt Porto den Distrikt Funchal an Dichte übertrifft: Jener hat 304 Einwohner je Quadratkilometer, Madeira dagegen 270. Andererseits gibt es Distrikte wie Beja, Évora, Portalegre, Bragança und Castelo Branco mit einer Bevölkerungsdichte von jeweils 20, 21, 24, 27 und 36 Einwohnern je Quadratkilometer. Nach Porto ist der Distrikt Braga verhältnismäßig am dichtesten besiedelt, denn er erreicht etwa 140 Einwohner je Quadratkilometer. Damit bleibt er aber noch deutlich hinter Funchal zurück, das, wie gesagt, 270 aufweist.

Die Volkszählung von 1920 weist Madeira 179.000 Einwohner zu, die von 1930 211.000, also einen Zuwachs von achtzehn Prozent in zehn Jahren, und die von 1940 nennt uns 250.000.

Wenn das maßgebliche Urteil der „Junta Autónoma de Hidráulica Agrícola“ voll gerechtfertigt ist, so lässt es sich mit umso größerem Recht auf Madeira anwenden, wo die Bevölkerung in beängstigendem Maße zunimmt.

Die „Bedeutung und Notwendigkeit“ unserer Levadas – also die Erhaltung und Erweiterung der bestehenden Aquädukte und die Erschließung neuer Quellen – sind, wie wir bereits sagten, der wichtigste Faktor der madeirischen Landwirtschaft und damit die grundlegende und vorrangige Stütze der gesamten Wirtschaft des Distrikts. In schöner und ausdrucksvoller Kürze und in enger Verwandtschaft mit unserem Thema liest man im Bericht eines früheren, angesehenen Agronomen folgende Vorschläge:

  1. „1. Arbeiten der landwirtschaftlichen Wasserwirtschaft, die eine Ausweitung der bewässerten Kulturen ermöglichen
  2. 2. stetige und fortschreitende Flurbereinigung des Grundbesitzes
  3. 3. Aufforstungsarbeiten, die eine bessere Regulierung der Abflüsse der Gewässer ermöglichen
  4. 4. Anlage neuer Verkehrswege, die von schnellen und günstigen Transportmitteln bedient werden.“

Erfreulicherweise stehen die Probleme, die mit dem Dargelegten eng zusammenhängen, durch den Erlass der Dekrete Nr. 33.158 und 33.159 vom 21. Oktober 1943 vor einer befriedigenden Lösung. Auf diese Dekrete werden wir im weiteren Verlauf dieser kleinen Studie ausführlicher eingehen.

3Durchflussmengen

III – Die Wassermengen

Die Wassermenge jeder Levada ist recht unterschiedlich, denn sie hängt in der Regel davon ab, wie ergiebig die Quellen sind, aus denen sie gespeist wird. Manche Levadas führen eine sehr reiche Quelle in vier Strömen ab, die gleichzeitig an vier weit auseinanderliegenden Stellen Land bewässern. Andere, mit geringerer Wassermenge, teilen sich nur in zwei oder drei Ströme und bewässern so zugleich zwei oder drei verschiedene Orte. Daneben gibt es weitere Bewässerungskanäle, und zwar die Mehrzahl, die ihr gesamtes Wasser zur Bewässerung der Felder verwenden, weil der sie speisende Zufluss nur wenig Wasser führt. Zu Beginn der Bewässerungszeit, wenn das Wasser reichlicher fließt, erlauben die Quellen der Levadas mitunter eine noch weitergehende Teilung, die in den Monaten fortgeschrittener Trockenheit kaum zu erreichen ist. Diese Teilungen nennt man gewöhnlich Zweige oder Abschnitte (ramais oder lanços) der Levada.

Auch die Wassermenge, die an jeder einzelnen Stelle zur Bewässerung bestimmt ist, schwankt beträchtlich, wenn auch innerhalb gewisser Grenzen. Aus den Messungen an zahlreichen Levadas, die gewöhnlich in der Zeit der größten Trockenheit vorgenommen werden, geht hervor, dass ein ständiger Durchfluss von 12 Litern Wasser pro Sekunde bereits einen kleinen Strom bildet, der für die Bewässerung bestimmter Kulturen ausreicht. Es gibt Levadas mit noch geringerer Wassermenge, doch ist ihre Zahl sehr klein. Jeder der vier Zweige oder Abschnitte der Levada dos Piornais hat einen ständigen Durchfluss von etwa 30 Litern pro Sekunde; das ist reichlich und mehr als genug für jede Art von Kultur. Zwischen diesen Grenzen, die wir annähernd als Höchst- und Mindestwert betrachten können, liegen die gemessenen Wassermengen, die an den einzelnen Stellen jeweils das Land bewässern.

Wie schon angeregt wurde, wäre es aufschlussreich, eine Übersicht oder Tabelle mit einer annähernden Messung der Wassermengen jeder Levada zu erstellen. Eine vollständige Arbeit dieser Art wurde jedoch nie durchgeführt; nur für die staatlichen Levadas liegt eine solche kleine Untersuchung teilweise vor. In einem ausführlichen Bericht, den ein angesehener Ingenieur im Jahr 1911 verfasste, lesen wir, dass die beiden Levadas do Rabaçal, „die alte“ und die „neue“, in der sogenannten Trockenzeit jeweils einen mittleren Durchfluss von 80 Litern pro Sekunde hatten. Beide teilten sich für die Bewässerung in drei getrennte Zweige, was für jeden dieser sechs Levada-Abschnitte einen mittleren Durchfluss von 26 Litern ergab. Bei einer Messung im Jahr 1943 stellte man fest, dass der Durchfluss der genannten „alten Levada“ 65 Liter und der der „neuen Levada“ 86 Liter pro Sekunde beträgt. Nach dem erwähnten Bericht hatten die Levada de Santa Luzia (‚Kanal der heiligen Lucia‘), die Levada das Hortas (‚Gärtenkanal‘) und die Levada do Bom Sucesso (‚Kanal des guten Erfolgs‘) zu jener Zeit eine Wasserführung von 15,31, 17,5 bzw. 27,4 Litern pro Sekunde. Mit diesen, wenn auch unvollständigen, Angaben kann man sich ein ungefähres Urteil über die Wassermenge bilden, die unsere Levadas im Allgemeinen speist.

Neben den allgemeinen Verlusten durch Versickerung, Verdunstung usw. büßen die Levadas einen beträchtlichen Teil ihrer Wassermenge ein: durch fehlende angemessene Bewaldung, besonders im Ursprungsgebiet der Quellen, durch heimliches Abzweigen von Wasser mittels Löchern, die man in die Wände der Kanäle schlägt, durch das Ausbleiben häufiger und sachgerechter Ausbesserungen und vor allem durch den unerlaubten Bau der sogenannten „Sacadas“. Diese wurden in einem Artikel der Zeitschrift Portugal em Africa mit voller Genauigkeit so beschrieben: „Sie bestehen aus kleinen Mauern aus Steinen und Lehmklumpen, die quer in die Strömung gesetzt werden und das Wasser auf Flächen im Bett der Bäche leiten, die nicht bebaut werden dürften, oder auf die der Hänge, die der Aufforstung unterliegen sollten. Den Levadas, die erst weiter unten an die Bäche anschließen, bleiben so nur die oft winzigen Abflüsse, wodurch die Landwirtschaft in den fruchtbaren Küstengebieten enorm geschädigt wird.“

4Betrieb

IV – Ihr Betrieb

Sind die Kanäle von den Quellen aus angelegt und die jeweiligen Quellwasser darin gefasst, beginnt sogleich die Bewässerung, die oft in großer Entfernung von den Orten stattfindet, an denen die Levadas ihren Anfang nehmen. Ihr regelmäßiger Betrieb richtet sich nach dem sogenannten „Turnus“ (giro). Darunter versteht man die Zeitspanne zwischen einer Bewässerung eines beliebigen Grundstücks und seiner nächsten Bewässerung; diese Frist von Tagen ändert sich in der Regel nie und wird unter strengster Aufsicht eingehalten. Sagt man, ein Grundstück „habe eine Wasserstunde (hora de água, Recht auf eine Stunde Levadawasser je Turnus) im Turnus“ von fünfzehn Tagen, so ist darunter zu verstehen, dass dieses Grundstück das Recht genießt, innerhalb der normalen Bewässerungszeit alle fünfzehn Tage bewässert zu werden. Der „Turnus“ ist bei den privaten Levadas sehr unterschiedlich und erreicht mitunter, wenn auch selten, sechzig Tage; am häufigsten liegt er jedoch zwischen fünfzehn und zwanzig Tagen. Es gibt Levadas, die das ganze Jahr über „im Turnus laufen“, doch wird ihr Wasser nicht immer genutzt, besonders nicht in der strengsten Zeit des Winters. Bei den staatlichen Levadas haben die „Turnusse“ eine festgelegte Dauer, die sich vom 1. Mai bis zum letzten Tag des Monats September erstreckt.

Wie sich von selbst versteht, werden diese „Turnusse“ im Allgemeinen von den Grundeigentümern oder ihren „Pächtern“ (caseiros) und „Halbpächtern“ (meeiros) durchgeführt oder auch von beliebigen Arbeitern, die sie zu diesem Zweck in Lohn nehmen. Hier ist der Ort, auf die „Heréus“ (Mitinhaber der Wasserrechte einer Levada) einzugehen. So hießen ursprünglich die Bebauer der mit dem Wasser der Levadas bewässerten Ländereien; später bezeichnete das Wort jedoch genauer den Eigentümer dieses Bewässerungswassers selbst, ob groß oder klein.

5Verwaltung

V – Ihre Verwaltung

Die privaten Levadas (Bewässerungskanäle), auch Levadas der Heréus (Mitinhaber der Wasserrechte einer Levada) genannt, wurden ursprünglich von denen verwaltet, die sie gebaut hatten und Eigentumsrechte an ihnen besaßen. Später gingen die Eigentümer, oder besser gesagt die Nutznießer des Wassers, dazu über, einen Administrator zu ernennen, der die Geschäfte der Levadas führte und den sie Levadarichter (Juiz da Levada, Verwalter einer Levada) nannten. Zwar betrachtete sich der Staat stets als alleinigen Eigentümer der Quellen, die die verschiedenen Wasserleitungen speisten, und bisweilen wurde in amtlichen Dokumenten sogar behauptet, die Levadas selbst gehörten dem Staat. Tatsächlich aber galt auf dem ganzen Archipel als Gewohnheitsrecht, dass sich die Heréus als Herren und Eigentümer der Levadas betrachteten und als Eigentümer oder zumindest ständige Nutznießer der Wassermengen, die sie speisten. Daraus ergab sich, dass die Heréus die Levadas durch von ihnen gewählte Richter verwalteten, auch wenn diese Wahl von den Donataren, den Generalgouverneuren, den Gouverneuren und Generalkapitänen oder den Zivilgouverneuren bestätigt oder genehmigt werden musste. In vielen Fällen, wenn auch nicht immer, ernannten die Gouverneure die Richter und gegenzeichneten die Ernennungsurkunden. Diese Eingriffe in die Verwaltung der Levadas waren jedoch im Allgemeinen eine bloße Formalität, denn in Wahrheit hatten die jeweiligen Heréus die Wahl bereits getroffen. Mit dem Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuchs im Jahr 1868 entfiel diese Art der Bestätigung, und die Eigentümer von Wasser und Levadas verwalteten sie fortan durch Geschäftsführungsausschüsse, die jährlich von der Generalversammlung der Heréus gewählt wurden. Das Gesetz vom 26. Juli 1888 verlieh der Versammlung der Heréus Rechtsfähigkeit. Damit bildeten sie eine regelrechte Vereinigung mit allen Vorrechten, die ihr die Gesetze gewähren, und die Verwaltung der Levadas wurde noch unabhängiger.

Die alte Bezeichnung Levadarichter ist längst verschwunden. Einst war dies ein begehrtes Amt, das meist von angesehenen Personen ausgeübt wurde. In einem amtlichen Schreiben, das der Corregedor (königlicher Bezirksrichter) des Gerichtsbezirks (comarca), António Rodrigues Veloso de Oliveira, 1812 an die Regierung im Mutterland richtete, findet sich folgende Auskunft über die Levadarichter, die es verdient, wiedergegeben zu werden: „. . . Die Levadas haben einen Richter, der mit Stimmenmehrheit der Heréus gewählt und jedes Jahr durch Verfügung (provisão) der Finanzkammer (Junta da Fazenda) bestätigt wird, ebenso einen Levadeiro (Levadawärter, der den Kanal instand hält und das Wasser verteilt). Es ist Aufgabe des Richters, die Levada nach dem Winter ausbessern zu lassen und sie am ersten April in Betrieb zu setzen. Einige der Richter erhalten ihre Bezahlung in Wasser, zusätzlich zu ihrem alten und eigenen Anteil; andere verteilen die Kosten anteilig (soldo a livra) auf die Heréus und erbitten im Fall der Zahlungsverweigerung beim Richter der Königlichen Rechte einen Vollstreckungsbefehl zur Erstattung dieser Kosten; andere schließlich holen die Kosten wieder ein und erhalten für ihre Verwaltung einen Tag Wasser der Levada, und dies ist der allgemeine und vernünftige Brauch.“

An dieser Stelle wollen wir, wenn auch nur kurz, auf die Vereinigung eingehen, die sich 1903 in dieser Stadt unter dem Namen Liga das Levadas bildete. Sie sollte die Rechte und Interessen der Wasserleitungen verteidigen, die aus den Quellen im Bach von Santa Luzia gespeist werden, und bestand vor allem aus den Levadas de Dona Isabel, dos Moinhos und de Santa Luzia. Der Bauingenieur Vitorino José dos Santos leistete dieser Vereinigung bedeutende Dienste, nicht nur bei der Leitung aller Angelegenheiten, in die die Liga eingreifen musste, sondern vor allem beim Aufbau eines bedeutenden Archivs. Darin finden sich wertvolle Unterlagen für ein eingehendes Studium der Gewässer und Levadas dieser Insel, sowohl in historischer Hinsicht als auch in ihren technischen und rechtlichen Aspekten.

Nach der Auflösung der „Liga das Levadas“ wissen wir nicht, wo diese wertvolle und umfangreiche Dokumentensammlung verwahrt wurde. Obwohl sie einer privaten Gesellschaft gehörte, wäre es sehr wünschenswert, sie in das Distriktsarchiv von Funchal einzugliedern.

Die sogenannten „Staatslevadas“, deren Bau-, Unterhalts- und Betriebskosten aus den allgemeinen Staatseinnahmen bestritten wurden, verwalteten die früheren Direktionen für öffentliche Arbeiten dieses Distrikts und später das zuständige technische Amt des Generalrats des Distrikts (Junta Geral), das sich naturgemäß für die ordnungsgemäße Wahrnehmung dieser wichtigen Aufgabe anbot.

Wie wir weiter unten sehen werden, brachte das Dekret vom 21. Oktober 1943 mehrere Änderungen in der Verwaltung der Levadas.

6Erste Erkundungen

VI – Erste Erschließungen

Die ersten landwirtschaftlichen Betriebe entstanden an den Küsten und konnten sich nicht weit von den Wasserläufen oder Quellen entfernen, die die gerodeten Böden fruchtbar machen mussten. Schon bald mussten diese Betriebe ihre Fläche erheblich erweitern, und damit entstand sogleich die Notwendigkeit, das Wasser mithilfe der Levadas über größere Entfernungen heranzuführen. Die zu überwindenden Schwierigkeiten und Hindernisse waren stets und sind noch heute wahrhaft außergewöhnlich und bisweilen nahezu unüberwindlich. Dennoch wurde im langen Zeitraum von fünf Jahrhunderten unablässig und tatkräftig am Bau der Levadas gearbeitet. Noch vor wenigen Jahren begann man in den Bergen der Ribeira da Janela (‚Fensterbach‘) ein neues, beachtliches Vorhaben, das jedoch aus zwingenden Gründen unterbrochen werden musste.

Der Bau dieser Kanäle mit den ihnen eigenen bemerkenswerten Merkmalen bildet eine ruhmreiche Tradition der Arbeit, der Beharrlichkeit, der Intelligenz und des gesunden Menschenverstands, die dem Land, das ein solches Unternehmen erdachte und so erfolgreich verwirklichte, in höchstem Maße zur Ehre gereicht und es adelt. Und heute, mehr als vier Jahrhunderte später, erinnert man sich mit größter Dankbarkeit an den Weitblick unserer Vorfahren. Gleich nach Beginn der Besiedlung entdeckten sie diese reiche Goldader, die unsere Landwirtschaft ertragreich, blühend und wohlhabend machen sollte – wie es sich im Lauf der Zeit auch vollauf erfüllte.

Von der Mitte des 15. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts blieb diese Tradition unverändert bestehen. Das heißt nichts anderes, als dass der Bau der Levadas eine fortwährende und beharrliche Arbeit war, abgesehen von zwingenden Umständen, die eine etwaige Unterbrechung gerechtfertigt haben mochten.

Diese gewaltige Anstrengung hatte jedoch, wie so oft bei großen Unternehmungen, einen bescheidenen Ursprung und brauchte viele Jahre, um ihre volle Entfaltung zu erreichen. Wie leicht zu vermuten ist, waren die ersten Levadas recht einfach angelegt. Das galt nicht nur für den Bau der Kanäle, ihre Länge und die Art, wie das Wasser gefasst wurde, sondern auch für die Bewässerung der Felder sowie für die Zuleitung und Verteilung des Wassers. Erst die Zeit, die örtlichen Bedingungen und die Erfahrung sollten lehren, wie sich die Vorteile dieses neuen Verfahrens zur Fruchtbarmachung der Böden praktisch und mit größtem Nutzen anwenden ließen.

Es wäre aufschlussreich, einigermaßen genau zu bestimmen, welche Orte als erste in den Genuss der unschätzbaren Wohltat der Levadas kamen. Dies ist heute jedoch nahezu unmöglich. Man vermutet, dass sich an den Ufern der Ribeira de Santa Luzia (‚Bach der heiligen Lucia‘) die ältesten Ländereien befanden, die von dem neuen Bewässerungssystem profitierten. Nicht weit von der Wahrheit entfernt dürfte liegen, wer dasselbe von den Ländereien annimmt, die an den Bächen von Machico und Câmara de Lobos (‚Robbenhöhle‘) in Küstennähe liegen.

7Alte Levadas

VII – Alte Levadas

An mehr als einer Stelle dieser knappen Studie haben wir versucht, die Bedeutung und Notwendigkeit der Levadas hervorzuheben. Dabei haben wir nicht nur ihr Alter gezeigt, das bis in die Zeit der ersten Besiedlung zurückreicht, sondern vor allem die gewaltige Mühe deutlich gemacht, die der Bau der zugehörigen Wasserleitungen erforderte. Zur Bekräftigung dieser Aussage und als historisches Detail, das festgehalten zu werden verdient, geben wir einige Passagen aus dem Bericht von Padre Gaspar Frutuoso wieder, die dieses Thema betreffen:

„Nahe der Quelle, an der das Wasser dieses Bachs der Socorridos entspringt, wurde die Levada abgeleitet, um die Zuckermühle (engenho) von Luís de Noronha anzutreiben. Man sagt, dass es von dem Ort, an dem man sie abzuleiten begann, bis dorthin, wo die Bewässerung der Zuckerrohrfelder beginnt, gut vier Léguas sind. Denn das Wasser wird in Windungen aus so großer Tiefe des Bachbetts geholt, dass es bis zur Erdoberfläche, von wo es seinen Weg über Lombos, Güter und große Felsen oben durch das Bergland nimmt, mehr als sechshundert Braças Höhe überwinden muss. Aus dieser sehr steilen Höhe wird das Wasser in Windungen in einer Holzrinne (cale) geführt, bis es festen Boden erreicht; und es kostete ohne Zweifel mehr als zwanzigtausend Cruzados, es bis an diese Stelle zu bringen, abgesehen von den weit höheren Kosten, es von dort vier Léguas weiterzuleiten, und abgesehen von den vielen Todesfällen unter den Männern, die daran in Körben arbeiteten, die an Seilen festgebunden an der Felswand hingen, wie jemand, der Orseille (Färberflechte) sammelt. Denn die Felswand ist an vielen Stellen so schroff und steil, dass man die Auflager für die Rinnen nicht anders anlegte und auch nicht anders anlegen konnte, ohne sich diesen Gefahren auszusetzen. Das Wasser läuft durch zweihundertachtzig Abschnitte, die, hintereinander aneinandergereiht, eine Viertel-Légua lang wären. Sie bestehen aus Bretterwerk aus Til (Ocotea foetens, madeirischer Lorbeerbaum), wobei jedes Brett meist zwanzig Palmos lang und zweieinhalb breit ist. Nachdem diese Rinnen an der Felswand angebracht sind, gehen die Levadawärter in ihnen entlang; sie sorgen ständig dafür, sie auszubessern und instand zu setzen, sie auch von Schmutz und Steinen zu reinigen, die hineinfallen, und andere für die Levada notwendige Dinge zu tun. Dafür erhalten sie hohen Lohn, da ihr Amt so große Mühe und so viel Gefahr mit sich bringt.

„In dieser Felswand befindet sich eine große Höhle, die den Levadawärtern als Unterkunft dient und in der der notwendige Vorrat an Hacken, Breithacken, Brechstangen, Spitzhacken, Vorschlaghämmern und anderen Werkzeugen aufbewahrt wird. Jedes Jahr bringt man zehn und zwölf Pipas Wein hinein für jene, die an der Levada arbeiten, und für andere Leute, die helfen, sie auszubessern, wenn einige Abschnitte der Rinnen brechen. Und es ist etwas Ungeheuerliches für den, der dies mit eigenen Augen sieht: die seltsame und verwegene Erfindung, die man ersann, um dieses Wasser von dort zu holen.“

Wie bereits erwähnt, gab es schon im 15. Jahrhundert mehrere Levadas, doch die wichtigsten stammen aus dem 16. Jahrhundert. Eine von ihnen, die völlig verschwunden ist, erwähnen die Saudades da Terra mit folgenden Worten, die es verdienen, wiedergegeben zu werden:

„Um in dieser Kleinstadt und nach Caniçal (‚Röhricht‘) hin Zuckerrohr zu bewässern, leitete man eine Wasserlevada von so weit her ab, dass es vom Ort ihres Ursprungs bis zur Kleinstadt viereinhalb oder fast fünf Léguas sind. Für sie wurden mehr als hunderttausend Cruzados ausgegeben, da sie aus großen Bergen und Tiefen kommt; und man sagt, dass beim Bau zwei Gipfel aus hartem Gestein durchbohrt wurden, weil es kein anderes Mittel gab. Rafael Catanho, ein Genuese, mit dem großen Unternehmungsgeist, den er besitzt wie fast alle Fremden und vor allem die dieser Nation, war der Erste, der begann, dieses Wasser abzuleiten; danach ließ der König es zu Ende führen. Wegen der hohen Kosten, die sie verursachte, wird sie nicht mehr benutzt.“ Über eine andere, am Ufer der Ribeira dos Socorridos (‚Bach der Geretteten‘) gelegen, haben wir bereits einige interessante Passagen aus den Saudades angeführt.

In einem Bericht, den der Gouverneur des Archipels 1813 an die Zentralregierung sandte, heißt es, „es gibt Levadas, die ihre Besitzer zehn, zwanzig und dreißigtausend Cruzados gekostet haben und die sechs bis sieben für ihre jährliche Instandhaltung verschlingen“.

8Eigentum an den Wasserressourcen

VIII – Eigentum an den Gewässern

Die Regierungen im Mutterland trafen zahlreiche Bestimmungen über die Gewässer Madeiras und sicherten dabei vor allem deren Nutzung zugunsten der bebauten Ländereien. Die Sammlung der Rechtsvorschriften zu diesem Gegenstand ist bedeutend und umfangreich. Sie betrifft nicht nur Besitz und Recht an den Gewässern, sondern auch deren Teilung und Verteilung, die Verwaltung der Levadas (Bewässerungskanäle) usw.

Das älteste bekannte Schriftstück über Levadas ist ein Brief des Infanten Dom Fernando aus dem Jahr 1461. Er bestimmte, dass es zwei vereidigte Männer geben solle, die mit der Verteilung des Wassers betraut waren. Dieser Brief ist auf Blatt 207 des I. Bandes des Archivs des Stadtrats (Câmara Municipal) von Funchal eingetragen. Auf Blatt 222 desselben Bandes findet sich ein weiterer, von 1485 datierter Brief, der anordnete, „das Wasser sonntags allen Erben freizugeben“.

Da die alten Levadas im oberen Teil der Insel entspringen, galt es, den Besitz des Wassers den Ländereien der tieferen Zone zu sichern, in der die sogenannten reichen Kulturen liegen. Deshalb stoßen wir seit alters auf eine besondere Gesetzgebung, die verhindern sollte, dass dieses Wasser zu anderen als den vorgesehenen Zwecken abgeleitet wurde. Schon ein Brief von Johann I., wiedergegeben in einem anderen Brief König Johanns II. vom 7. Mai 1493, bestimmte, dass an Quellen, Tornos und Wasseraustritten kein Privatmann aus irgendeinem Rechtstitel Recht oder Eigentum haben oder erwerben dürfe. Eine gleichlautende Bestimmung enthält das genannte Schriftstück Johanns II. sowie ein weiteres desselben Monarchen vom 8. desselben Monats und Jahres.

Im Brief vom 8. Mai 1493 heißt es: „... Daher befehlen wir euch, den Kapitänen, usw. ..., dass, wenn ein Bewohner oder Nachbar der besagten Insel (Madeira) vor euch tritt und euer Richteramt anruft, das darin besteht, den Parteien Recht zu verschaffen, wofür wir große Verantwortung tragen, und ein Mächtiger ihm verwehrt und verbietet, dass durch sein frei verfügbares Drittel (terça) des Nachlasses eine Levada fließe und laufe, die einst schon floss und lief und aus irgendeinem Grund und Vorfall, durch Nachlässigkeit oder durch Beschädigung der Levada zu fließen aufhörte, ihr und eure Nachfolger im Amt die Klage mit ihrer Begründung anhören und sogleich, ohne weiteren Aufschub und ohne Form und Gestalt eines Gerichtsverfahrens, die besagte Levada in ihren alten, ursprünglichen Zustand, Lauf und Fluss zurückversetzen lasst. Ihr sollt diesem Mächtigen, der die besagte Levada so behindert, dies mitteilen lassen, ihn jedoch weder anhören noch zulassen oder gestatten, dass er Rechtsgründe zu seinen Gunsten vorbringt, denn davon halten wir ihn gänzlich ausgeschlossen, bis die besagte Levada tatsächlich fließt und weiterläuft. Bei einer Pena (Strafe) von fünfhundert Cruzados sollt ihr ihm gebieten, weder selbst noch durch andere den Lauf der besagten Levada zu verbieten oder zu behindern; dieser Strafe halten wir ihn sogleich für verfallen, und sie soll zur Hälfte den Gefangenen und zur Hälfte der Partei zugutekommen. Verharrt er etwa im Ungehorsam, so lasst ihn verhaften und ladet ihn vor, am festgesetzten Tag der Abfahrt des ersten Schiffes, das von dieser Insel kommt, binnen zwei Monaten persönlich an diesem unserem Hof zu erscheinen, um Rechenschaft darüber zu geben, warum er nicht befolgte, was ihr ihm in unserem Namen befohlen habt.“ Der Gnadenbrief (carta de mercê) König Manuels I. vom 9. Februar 1502 bestätigte die früheren Schriftstücke über die Gewässer auf der Insel Madeira, und die Verfügung (provisão) Josephs I. vom 5. März 1770 verlieh der bisherigen Rechtslehre mit folgenden Worten neue Kraft: „Ich tue euch, dem Corregedor (königlicher Bezirksrichter) des Gerichtsbezirks (comarca) der Insel Madeira, kund, dass Leandro Pereira de Couto e Andrade, Infanteriehauptmann von Porto do Paul auf dieser Insel, mir in seiner Bittschrift vorgetragen hat, dass er mehrere aus Grundbesitz bestehende Fideikommisse verwalte, auf deren einigen mehrere Quellen entsprängen, die zusammen mit anderen aus verschiedenen Quellen zu den Mühlen der Fajã da Ovelha (‚Ebene des Mutterschafs‘) flössen. An Feiertagen nutzten einige Personen dieses Wasser und verkauften es, da sie es zur Bewässerung ihrer Ländereien nicht benötigten. Daraus erwachse dem Bittsteller Schaden, da er die entsprechende Menge des auf seinen Ländereien entspringenden Wassers nicht nutzen könne, und er bat mich, anordnen zu wollen, dass ihm der Besitz des Wassers seiner Quellen übertragen werde. In Anbetracht alles Weiteren, was er vorbrachte, und des Berichts, den ihr mir zu diesem Gesuch übersandtet: Es ist mein Wille und ich befehle euch, gemäß der Verfügung des Herrn Königs Johann II. von 1493, die ich euch in Abschrift übersende, die Teilung und Verteilung des Wassers durchführen zu lassen, ohne jede Rücksicht darauf, ob es auf Privatland entspringt, und ohne Rücksicht auf entgegenstehenden Besitz oder Brauch. Die Verkäufe und Verpachtungen des in der erwähnten Levada gesammelten Wassers sind für missbräuchlich zu erklären, da es unter die Bewohner im Verhältnis zu den von ihnen bebauten Ländereien zu verteilen ist ...“

Der königliche Erlass (alvará) vom 19. Oktober 1562 übertrug den Donataren die Oberaufsicht über die Levadas. Sie sollten diese anlegen und reinigen lassen und das Wasser gegen einen bestimmten Preis verteilen, wobei bei der Verteilung jedoch die Besitzer von Zuckerrohrfeldern oder Zuckermühlen bevorzugt werden sollten.

Im Jahr 1563 ergingen, wie in den Anmerkungen zu Saudades da Terra zu lesen ist, drei königliche Erlasse: einer, wonach die Anwohner der Bäche unter dem Vorsitz des ältesten Ratsherrn (vereador) des Stadtrats von Funchal diese regelmäßig reinigen und befestigen sollten; ein zweiter, wonach die früheren Verfügungen über die jährliche Reinigung der Levadas zu befolgen seien; und ein dritter, wonach bei der Wasserverteilung die Zuckerrohrfelder Vorrang haben sollten. Der Wasserpreis sollte in jedem Kapitanat vom jeweiligen Donatarkapitän festgesetzt werden, zusammen mit „einer ehrbaren Person und gemäß der Menge und dem Nutzen, den sie daraus zögen“.

Das Gesetz vom 12. November 1841 erklärte die Gesetzgebung über Gewässer und Baumbestände der Insel Madeira für gültig. Das Zivilgesetzbuch mit seinen nicht immer klaren Bestimmungen machte jedoch gewisse Vorrechte der Levadas – wir sagen nicht: ungültig, aber – strittig. Erst nach Veröffentlichung des Gesetzes vom 20. April 1914 wurden diese Vorrechte für jene Levadas anerkannt, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Zivilgesetzbuchs erworbene Rechte besaßen. Damit endete die schwierige Lage vieler dieser Levadas, die aus der Auslegung der Artikel 438, 444 und 450 des genannten Gesetzbuchs durch die höheren Gerichte entstanden war. „Die Rechtsordnung“, schreibt Dr. N. F. Jardim in Nr. 4 der Revista de Direito, „der das Bewässerungswasser auf der Insel Madeira vor dem Zivilgesetzbuch unterlag, passte sich den örtlichen Verhältnissen an und folgte der vorausschauenden Absicht, die Einrichtung der Levadas als Hauptfaktor der landwirtschaftlichen Entwicklung der Region zu fördern und zu sichern. Sie wich vollständig vom gemeinen Recht ab, indem sie den Grundeigentümern jedes Eigentum und jeden Besitz an den Quellen absprach, deren Abfluss auf natürlichem Wege den Bächen zufloss, aus denen die Levadas gespeist wurden.

Diese durch jahrhundertelangen beständigen Gebrauch und durch verschiedene Rechtsvorschriften – etwa den bekannten Gnadenbrief Johanns II. vom 7. Mai 1493 – bestätigte Ordnung wurde durch Art. 3 des Gesetzes vom 12. November 1841 ausdrücklich für gültig erklärt und blieb in Kraft, bis gemäß Art. 5 des Gesetzes vom 1. Juli 1867 das Zivilgesetzbuch wirksam wurde.

„Eindeutig und präzise ist der Wortlaut jenes Gnadenbriefs: ‚Daher erachten Wir es für gut und gefällt es Uns, dass kein Privatmann irgendein Recht, Eigentum oder einen Anspruch auf die Quellen, Wasseraugen und Wasserläufe habe, die auf seinen Ländereien entsprungen sind …‘ Nach derselben Rechtsordnung waren auf Madeira weder der Grundsatz, der heute in Art. 444 niedergelegt ist, noch die Beschränkungen, die der einzige Paragraf von Art. 438 der Ersitzung auferlegt, auf Quellen in Privatgrundstücken anwendbar, deren Wasser auf natürlichem Weg Bächen zufloss, aus denen Levadas (Bewässerungskanäle) abgeleitet wurden. Denn den Eigentümern jener Grundstücke wurde keinerlei Recht an diesen Quellen zuerkannt, und um den Levadas die ausschließliche Nutzung dieses Wassers zu verleihen, genügte schon die bloße Tatsache, dass es natürlich und ohne künstliches Zutun in diese Bäche floss.

„Unter diesen Umständen liegt es auf der Hand, dass die Levadas Madeiras zu dem Zeitpunkt, als das Zivilgesetzbuch in Kraft trat, keines anderen Rechtstitels bedurften, um ihre erworbenen Rechte an den genannten Quellen zu begründen, als ihrer Inbesitznahme und ihres tatsächlichen Besitzes des Wasserlaufs, zu dessen Bildung das Wasser dieser Quellen beitrug. Der auf diesen Besitz gestützten Ersitzung konnte man auch nicht mit Recht entgegenhalten, dass auf den Grundstücken, aus denen das Wasser stammte, keine Kunstbauten vorhanden waren. Solche Bauten waren nämlich weder nötig, um Wasser in den Bach zu leiten, das ihm natürlich und ohne künstliches Zutun zufloss, noch verlangte das bis dahin geltende jahrhundertealte Recht eine solche Bedingung, um das Recht der Levadas zu sichern, wie wir dargelegt haben.

„Seit jedoch das Gesetzbuch in Kraft trat, begannen verschiedene Eigentümer von Grundstücken mit solchen Quellen, gestützt auf eine wörtliche Auslegung der Artikel 438 (einziger Paragraf) und 444, sich die freie Verfügung über das betreffende Wasser anzumaßen. Sie weigerten sich, die fast immer jahrhundertealten Rechte und Besitzstände der Levadas anzuerkennen, sofern diese nicht durch einen Kunstbau auf den Grundstücken kenntlich gemacht waren – was aus den angeführten Gründen nur in äußerst seltenen Fällen zutraf.

„Der so entbrannte Kampf zwischen dem Eigentümer des Quellgrundstücks und der Levada, die unter der früheren Rechtsordnung das Wasser empfing und besaß, führte zu unzähligen Prozessen. Vor den Gerichten der Insel siegten darin in der Regel die Levadas, in der höheren Instanz unterlagen sie jedoch. Dort machte man sich, aus weniger vollständiger Kenntnis der örtlichen Verhältnisse und der besonderen Rechtsordnung, von der wir gesprochen haben, eine Rechtsauffassung zu eigen, die sich im Lauf der Zeit immer mehr verfestigte und sich gegen die Levadas und die Wahrung ihrer seit Langem erworbenen Besitzstände und Rechte richtete.

„Infolgedessen mehrten sich auf der ganzen Insel die Bauten, die das Wasser der angrenzenden Grundstücke von den Bächen, denen es zufloss, abzweigen und an andere Stellen leiten sollten – zum ausschließlichen Nutzen der Eigentümer dieser Grundstücke und Bauten und zum Schaden der Levadas. Deren Zufluss verringerte sich so fortschreitend, und zwar in solchem Maß, dass bei unverändertem Fortgang bald viele Bäche ausgetrocknet, die von ihnen gespeisten Levadas erloschen und die von ihnen befruchteten Ländereien unfruchtbar geworden wären.“

Das Gesetz vom 20. April 1914 schuf für diesen regelwidrigen Zustand nur teilweise Abhilfe. Es sicherte den Levadas nämlich nicht unanfechtbar den Besitz der Quellen, die auf fremdem Grund entspringen und seit Jahrhunderten kraft eines rechtmäßigen Gewohnheitsrechts vollständig von ebendiesen Levadas genutzt worden waren.

Erst das Dekret vom 14. Februar 1931 löste diese so ernste und gewichtige Frage auf die genaueste und vollständigste Weise. Es beendete zahlreiche, mitunter erbitterte und stets schädliche Streitigkeiten, die das normale Leben der Landwirte und der Eigentümer der bebauten Ländereien außerordentlich beeinträchtigt hatten. Trotz des Umfangs dieses Dekrets und des ihm vorangestellten, sorgfältig ausgearbeiteten Berichts werden wir auf einer der folgenden Seiten ausführlich darüber berichten.

Zur Erläuterung der Maßnahmen hinsichtlich der Wasserrechtsordnung auf dieser Insel müssen wir hinzufügen, dass das Dekret vom 14. September 1889 das Gesetz vom 6. März 1884 auf Madeira ausdehnte und dass die durch das Gesetz vom 1. Dezember 1892 auf das Festland des Königreichs (reino, d. h. das portugiesische Festland) angewandte Wasserordnung auch auf die Adjazenten Inseln (Ilhas Adjacentes) ausgedehnt werden konnte, wenn die Exekutive dies für zweckmäßig hielt.

9Das Gesetz von 1914 über die Wasserrechte der Levadas

Die jüngsten Dekrete Nr. 33.158 und 33.159 vom 21. Oktober 1943 enthalten einige Bestimmungen über Besitz und Nutzung der Quellen, die die Levadas speisen sollen; sie verdienen die Aufmerksamkeit der Betroffenen.

IX – Rechtslage

Das oben erwähnte Gesetz vom 20. April 1914 schuf für diesen regelwidrigen Zustand nur teilweise Abhilfe. Es sicherte den Levadas nämlich nicht unanfechtbar den Besitz jener Quellen, die auf fremden Grundstücken entspringen und seit Jahrhunderten kraft eines rechtmäßigen Gewohnheitsrechts vollständig von diesen Levadas genutzt worden waren. Dennoch verdient es, an dieser Stelle wiedergegeben zu werden: „Artikel 1. Den juristischen Personen, den Levadas der Insel Madeira, bleiben die Rechte erhalten, die sie zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Bürgerlichen Gesetzbuchs an bestimmten, genau bezeichneten Gewässern erworben hatten, welche aus Quellen auf fremden Grundstücken stammen.

Art. 2. Gewässer jedoch, die von den jeweiligen Eigentümern dieser Grundstücke seit jenem Zeitpunkt erschlossen und mindestens zwei Jahre lang zu ihrem ausschließlichen Gebrauch und ohne Widerspruch der Levadas genutzt worden sind, gelten als Bestandteil der Grundstücke, auf denen sie erschlossen wurden; die jeweiligen Eigentümer können daher frei über sie verfügen.

Art. 3. Die Eigentümer der Grundstücke, die mit der Wasserlast zugunsten der Levadas belegt sind, dürfen ab der Veröffentlichung des vorliegenden Gesetzes auf diesen Grundstücken neue dort vorhandene Wasserquellen erschließen und frei über sie verfügen.

§ 1. Die Eigentümer der betreffenden Grundstücke dürfen dort jedoch keine Arbeiten zur Wassersuche beginnen oder fortsetzen, ohne zu beantragen, dass die juristischen Personen – die Levadas – vorgeladen werden. In der zweiten Verhandlung nach der Vorladung sind dann gemäß Artikel 235 ff. der Zivilprozessordnung Sachverständige zu ernennen, damit bei einer Besichtigung (vistoria) das Wasser der Levada gemessen und ihr die Wassermenge gesichert wird, auf die sie Anspruch hat.

§ 2. Die in § 1 genannte Messung erfolgt vor den ersten Regenfällen im September und im Januar.

Art. 4. In Bezug auf den Gegenstand des vorliegenden Gesetzes sind die Bestimmungen der Artikel 432, 444 und 450 des Bürgerlichen Gesetzbuchs in diesem Sinne auszulegen; entgegenstehende Rechtsvorschriften werden aufgehoben.

Der Justizminister lasse es drucken, veröffentlichen und verbreiten. Gegeben im Regierungspalast der Republik und veröffentlicht am 20. April 1914. Manuel de Arriaga – Manuel Monteiro.“

10Das Dekret von 1931 und seine Präambel

Erst das Dekret vom 14. Februar 1931 löste diese so ernste und folgenreiche Angelegenheit auf die genaueste und vollständigste Weise. Es setzte mehreren Streitfragen ein Ende, die zuweilen ärgerlich und stets schädlich waren und das normale Leben der Landwirte und der Eigentümer des bebauten Landes beeinträchtigten. Wegen seiner Bedeutung und der Klarheit, die es in unseren Gegenstand bringt, geben wir es trotz seiner Länge vollständig wieder, ebenso den einsichtigen Bericht, der ihm vorangeht – obwohl seine Lehre auf den vorangehenden Seiten bereits recht ausführlich dargelegt ist.

„Die orografische Gestalt Madeiras besteht in ihren Grundzügen aus einer in Ost-West-Richtung verlaufenden Gebirgskette, deren Hänge sich nach Norden und Süden in steilem Gefälle bis zum Ozean erstrecken. Sie sind von Bächen durchfurcht, in denen sich alles Regenwasser und das Wasser der an diesen Hängen austretenden Quellen sammelt und abfließt. Das Ganze bildet zwei Zonen mit unterschiedlichen klimatischen Bedingungen: die Küstenzone, in der sich die Bevölkerung und die wertvollsten Kulturen konzentrieren, und die höhere Zone, die größtenteils nur für den Wald geeignet ist.

Aus diesen besonderen örtlichen Verhältnissen ergab sich für die ersten Siedler Madeiras die Notwendigkeit, oberhalb (montante) der von ihnen besetzten Ländereien Wasser aus den Bächen abzuleiten und es in geeigneten Kanälen bis zu diesen Ländereien zu führen – das Wasser, das für ihre Bewässerung und für den häuslichen Gebrauch unentbehrlich war.

Dies war der Ursprung der „Levadas da Madeira“. Da sie somit eine Folge der unveränderlichen natürlichen Bedingungen der Region waren, ist offenkundig, dass dieselbe Notwendigkeit, die zur ursprünglichen Anlage dieser Einrichtungen führte, im Lauf der Zeit auch ihre Erhaltung gebot und sie heute noch verlangt – als wesentliche Voraussetzung, um den Fortbestand des örtlichen Wirtschaftslebens zu sichern, das ganz vom Gedeihen der Landwirtschaft abhängt.

Die klare Erkenntnis dieser Wahrheit veranlasste den Staat schon zu Beginn der Besiedlung Madeiras und später noch mehrmals zu gesetzgeberischen und administrativen Maßnahmen, die den Levadas die Unversehrtheit ihrer Wassermengen sichern sollten. Diese stammen, wie bereits erwähnt, aus den Läufen der zahlreichen Rinnsale und Bäche, die ein kennzeichnender Zug der Region sind, und werden zudem durch die Quellen vermehrt, die an verschiedenen Stellen ihres Verlaufs unmittelbar in die Kanäle fließen.

In der Sommer- und Bewässerungszeit werden diese Wasserläufe von Quell- und Sickerwasser aus den Uferländereien der Rinnsale und Bäche gespeist, wo jede Levada ihren Ursprung oder ihre Wasserfassung (madre) hat. Das mehr oder weniger schroffe und steile Gefälle dieser Ländereien lässt das Wasser frei in das Bett der darunterliegenden Rinnsale und Bäche fließen, die von oben nach unten verlaufen. Aus der Vereinigung dieser Zuflüsse und des Wassers, das den Kanälen auf ihrem Weg zuläuft, entstehen die Wassermengen, welche die Levadas sammeln und für den landwirtschaftlichen und häuslichen Bedarf der von ihnen versorgten Anbauzone verteilen.

In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle befinden sich die Grundstücke, auf denen die Quellen entspringen, in fremdem Privatbesitz. Deshalb schufen die erwähnten Gesetze in der gerechten und vorausschauenden Absicht, die großen, von der Erhaltung der Levadas Madeiras abhängigen Interessen zu schützen, für diese Region eine außerordentliche Rechtsordnung. Sie beruhte im Wesentlichen darauf, den Grundeigentümern jedes Recht an den Quellen abzusprechen, deren Wasser auf natürlichem Weg den Bächen, aus denen sich diese Levadas speisen, oder den betreffenden Kanälen zufließt.

So verfügte es, neben anderen Erlassen, der Gnadenbrief (carta de mercê) Johanns II. vom 7. Mai mit folgenden Worten:

„Darum halten wir es für gut, es gefällt uns, und wir befehlen, dass kein Privatmann ein Recht oder einen Anspruch auf die Quellen, Wasseraugen und Wasserstrahlen habe, die auf seinem Land entspringen . .“

Nach dieser Ordnung, deren Geltung in Artikel 3 des Gesetzes vom 12. November 1841 und in jüngerer Zeit noch im Gesetz vom 26. Juli 1888, das den Levadas Madeiras Rechtspersönlichkeit verlieh, bekräftigt wurde, war den Levadas die Nutzung des hier behandelten Wassers gesichert. Dazu bedurfte es keines anderen Titels als der tatsächlichen Inbesitznahme und des Besitzes der Wasserläufe, zu deren Bildung dieses Wasser beitrug. Der auf diesem Besitz beruhenden Ersitzung konnte auch nicht entgegengehalten werden, dass auf den Grundstücken, aus denen das Wasser kam, keine Kunstbauten bestanden. Denn es bedurfte keiner Bauten, um Wasser zu den Bächen zu leiten, das ihnen von Natur aus und ohne künstliches Zutun zufloss, und das Gesetz verlangte eine solche Bedingung auch nicht.

Die hier umrissene Rechtslage bestand vier Jahrhunderte lang fort. Sie schützte die Levadas sehr wirksam und erleichterte es ihnen, räuberische Versuche abzuwehren, mit denen man zuweilen den Lauf eines Baches oder den Zufluss einer Quelle zu anderen Zwecken und Zielen abzulenken suchte – zum Nachteil der Wassermenge der weiter unten liegenden Levadas.

Diese Lage änderte sich mit der Verkündung des Bürgerlichen Gesetzbuchs (Código Civil). Infolge allzu wörtlicher Auslegungen der Artikel 444 und 438, einziger Absatz, dieses Gesetzbuchs sowie des Artikels 5 des Gesetzes vom 1. Juli 1867, mit dem es genehmigt wurde, kam die Auffassung auf, die alte Ordnung der Levadas Madeiras sei von der Aufhebungsformel jenes Artikels 5 erfasst worden. Unter dem neuen Gesetz könnten die Eigentümer von Grundstücken mit Quellen der genannten Art frei über deren Wasser verfügen, ungeachtet eines Besitzes der Levadas, sofern auf diesen Grundstücken keine Kunstbauten vorhanden seien, die diesen Besitz im Sinne des genannten Artikels 438, einziger Absatz, kenntlich machten.

Diese Auffassungen schlugen sich sogleich in Taten nieder. An vielen Stellen der Insel begann man mit Bauten, die das Wasser der angrenzenden Grundstücke und zuweilen sogar die Wasserläufe der Bäche selbst, denen es zufloss, ableiteten – ausschließlich zum Vorteil der Eigentümer dieser Grundstücke und zum Schaden der Levadas, deren Wassermenge auf diese Weise stetig abnahm.

So begann ein Interessenkampf, der zu unzähligen Prozessen führte. Vor den Gerichten der Insel siegten darin meist die Levadas, in den höheren Instanzen jedoch unterlagen sie. Dort wurde aus mangelnder Kenntnis der örtlichen Verhältnisse und der besonderen Ordnung, von der wir gesprochen haben, gegen das von ihnen geltend gemachte Recht entschieden.

In dieser bedrängten Lage, die den Levadas Madeiras den Untergang und der gesamten örtlichen Wirtschaft den völligen Umsturz androhte, wurden an die Staatsgewalt Eingaben gerichtet, die eindringlich gesetzgeberische Maßnahmen zur Abhilfe forderten. Die Abhilfe kam mit dem Gesetz vom 20. April 1914, dessen Artikel 1 Folgendes bestimmte:

Den juristischen Personen – den Levadas der Insel Madeira – bleiben die Rechte erhalten, die sie zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Bürgerlichen Gesetzbuchs an bestimmten Gewässern erworben hatten, die aus Quellen auf fremden Grundstücken stammen. Selbstverständlich sind die Rechte, die die Levadas Madeiras zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Bürgerlichen Gesetzbuchs erworben hatten und die so erhalten bleiben, diejenigen, die ihnen das frühere Recht zuerkannte, das heißt die Sonderregelung, deren Grundprinzipien wir dargelegt haben, nämlich:

  1. 1. Den Levadas gehörten alle Gewässer, die aus den Quellen auf fremden Grundstücken an den Ufern der Bäche stammen, aus denen sich die Levadas speisen, und die sich aufgrund der natürlichen Beschaffenheit des Geländes in den Betten dieser Bäche sammelten und den von den Levadas gefassten und genutzten Wasserlauf bildeten, ebenso die Gewässer, die entlang der Kanäle in diese abflossen
  2. 2. Der Erwerb dieses Rechts hing nicht davon ab, dass auf den fremden Grundstücken, aus denen die Gewässer stammen, Bauwerke vorhanden waren. Um das Recht der Levadas an diesen Gewässern zu begründen, genügte vielmehr die Tatsache, dass sie durch bloße natürliche Wirkung in den Lauf der genannten Bäche gelangten, sich mit ihm vereinten und sich so gleichsam von selbst im Besitz der Levadas befanden.

Dies sind die Rechte, die das Gesetz vom 20. April 1914 in Artikel 1 ausdrücklich und in Artikel 4 stillschweigend aufrechterhielt. In Artikel 4 werden die Artikel 438, 444 und 450 des Bürgerlichen Gesetzbuchs als im Sinne der neuen Bestimmungen ausgelegt erklärt. Die rechtliche und logische Wirkung von Artikel 4 kann in Bezug auf die in Artikel 1 behandelten Gewässer nämlich keine andere sein, als deutlich hervorzuheben, dass der Erwerb der in Artikel 1 vorbehaltenen Rechte nicht den in jenen Artikeln des Bürgerlichen Gesetzbuchs festgelegten Beschränkungen unterliegen sollte, sondern nach den Grundsätzen zu beurteilen war, die zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung galten.

Anders ließe sich der Vorbehalt in Artikel 1 auch nicht verstehen. Es wäre ein offenkundiger Widersinn, erworbene Rechte, die man erklärtermaßen schützen will, hinsichtlich Rechtstitel und Art des Erwerbs den Anforderungen eines Gesetzes zu unterwerfen, das erst nach dem Erwerb erlassen wurde.

Dank dem Gesetz vom 20. April 1914 war die Gefahr, die die großen und vielfältigen mit den Levadas Madeiras verbundenen Interessen so ernsthaft bedrohte, zu einem großen Teil abgewendet.

11Artikel des Dekrets von 1931 und weitere Quellen

Das Gesetzesdekret Nr. 5787 vom 10. Mai 1919, das das im Bürgerlichen Gesetzbuch festgelegte Wasserrecht übereilt durch eine neue Regelung ersetzte, brachte diese Interessen jedoch erneut in Gefahr.

In Erwägung, dass es im Interesse der madeirischen Landwirtschaft geboten ist, die von den Levadas erworbenen Rechte nach Maßgabe der jahrhundertealten Ordnung, unter deren Schutz sie erworben wurden, zu bekräftigen und zu wahren; und

im Hinblick auf die Eingabe der Landwirtschaftsvereinigung von Madeira (Associação de Agricultura da Madeira) an die Regierung;

kraft der mir durch Nr. 2 von Artikel 2 des Dekrets Nr. 12.740 vom 26. November 1926 verliehenen Befugnis, aufgrund der Bestimmung von Artikel 1 des Dekrets Nr. 15.331 vom 9. April 1928 und auf Vorschlag der Minister aller Ressorts verordne ich mit Gesetzeskraft Folgendes: Artikel 1. Den Levadas der Insel Madeira bleiben die Rechte erhalten, die sie zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Bürgerlichen Gesetzbuchs an den Gewässern erworben hatten, aus denen sie gespeist werden und die aus Quellen auf fremden Grundstücken stammen, und die in Artikel 1 des Gesetzes vom 20. April 1914 vorbehalten wurden.

Art. 2. Der Besitz einer Levada an bestimmten Gewässern, die auf fremden Grundstücken entspringen und allein durch natürliche Wirkung in den Wasserlauf, aus dem sie gespeist wird, oder an irgendeiner Stelle ihres Verlaufs in die Wasserführung des betreffenden Kanals gelangen, genügt, um das Recht dieser Levada an solchen Gewässern zu begründen, ohne dass es dazu eines Bauwerks auf jenen Grundstücken bedarf oder davon abhängt.

Art. 3. Die Eigentümer der Ufergrundstücke eines Wasserlaufs, aus dem Levadas gespeist werden, oder der betreffenden Kanäle, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Bürgerlichen Gesetzbuchs berechtigt waren, diese Grundstücke mit Wasser aus diesem Wasserlauf oder aus den den genannten Kanälen zufließenden Quellen zu bewässern, oder dieses Recht später auf rechtmäßige Weise erworben haben, dürfen solches Wasser unter keinem Vorwand über diese Ufergrundstücke hinaus ableiten, wenn dadurch der Nutzen geschmälert wird, den die Levadas aus dem Abflusswasser (escorras) und den Überschüssen der dort vorgenommenen Bewässerung ziehen.

Art. 4. Die Suche nach Quellen und deren Erschließung auf den in Artikel 1 genannten Grundstücken unterliegen den Bestimmungen der Artikel 2 und 3 des Gesetzes vom 20. April 1914 zu diesem Gegenstand, mit der Änderung, dass die im einzigen Paragrafen von Artikel 3 vorgesehene Messung vor den ersten Herbstregen und Ende Februar in zwei aufeinanderfolgenden Jahren vorzunehmen ist.

Art. 5. Ergibt sich aus Arbeiten und Erschließungen auf den genannten Grundstücken eine Verringerung der Wassermenge, die eine Levada aus den Quellen dieser Grundstücke erhält, so sind deren Eigentümer verpflichtet, diese Menge wiederherzustellen.

Art. 6. Die Levadas der Insel Madeira haben neben dem Recht, ihre Kanäle nach Maßgabe des allgemeinen Gesetzes durch fremde Grundstücke zu führen, auch das Recht auf Zugang zu diesen Kanälen. Das von den jeweiligen Verwaltungen mit ihrer Instandhaltung, Reinigung und Freihaltung betraute Personal oder die „hereos“ dürfen, jeweils zu den Zeiten, in denen ihnen die Wassernutzung zusteht, nach altem Brauch auf den Pfaden oder Seitenwegen entlang dieser Kanäle gehen, sooft solche Arbeiten notwendig sind, um den freien Wasserlauf zu sichern.

Art. 7. Zu den so den Levadas zuerkannten Rechten gehört auch das Recht, auf dem Grundstück, auf dem sich eine der in Artikel 1 genannten Quellen befindet, und wo deren Nutzung es erfordert, die zur Ableitung des betreffenden Zuflusses nötigen Leitungen anzulegen, und zwar auf die für den Eigentümer des Grundstücks am wenigsten beschwerliche Weise und unbeschadet der Bestimmungen von Artikel 4.

Art. 8. Damit sind die Bestimmungen der Artikel 99 nebst einzigem Paragrafen, 102, 105 und 145 des Gesetzesdekrets Nr. 5787-III vom 10. Mai 1919 im Hinblick auf den Gegenstand des vorliegenden Gesetzes ausgelegt; entgegenstehende Rechtsvorschriften werden aufgehoben.

Allen Behörden, denen die Kenntnis und Ausführung des vorliegenden Dekrets mit Gesetzeskraft obliegt, wird daher aufgetragen, es so vollständig, wie es darin enthalten ist, zu erfüllen, erfüllen zu lassen und zu beachten.

Die Minister aller Ressorts mögen es drucken, veröffentlichen und verbreiten lassen. Gegeben im Regierungspalast der Republik am 14. Februar 1931. – ANTÓNIO OSCAR DE FRAGOSO CARMONA“.

Wie weiter unten zu sehen sein wird, ist das Dekret vom 21. Oktober 1943 für den Gegenstand dieses Kapitels von besonderem Belang; es trifft einige neue Bestimmungen über das Eigentum am Bewässerungswasser und über die Verwaltung der Levadas.

Von großer Bedeutung für dieses Thema ist die wertvolle juristische Arbeit von Dr. Guilherme Moreira mit dem Titel Das Aguas no Direito Civil Português, ganz besonders das umfangreiche Kapitel Nr. 21 dieses so geschätzten Werks mit der Überschrift Os direitos adquiridos sobre as aguas das nascentes e levadas na Ilha da Madeira. Es ist eine sachkundige und gewissenhafte Studie, auch wenn man vielleicht einigen Behauptungen jenes berühmten Professors und angesehenen Rechtsgelehrten widersprechen muss.

12Vorschläge zur Konzessionierung oder zum Verkauf der staatlichen Levadas

X – Vergabe oder Verkauf der Levadas

Der Gedanke, die staatlichen Levadas einem privaten Unternehmen zu überlassen, sie zu vergeben oder zu verkaufen – vor allem unter der Bedingung, dass die Erwerber das geplante Netz dieser Bewässerungskanäle vollständig fertigstellten –, tauchte um 1882 in der Presse von Funchal auf. Er fand jedoch in der Öffentlichkeit keinen Widerhall, und es meldete sich damals kein Unternehmen, das sich um diese Konzession bemüht hätte, trotz der Vorteile, die sie bot.

1891 beantragte der Militäringenieur José de Ascensão Guimarães, zusammen mit einigen an der Anlage der Levada do Coquim interessierten Grundbesitzern, die Konzession für den Betrieb dieses Aquädukts; im Gegenzug wollte er den Bau ohne Kosten für den Staat vollenden. Dem Gesuch wurde nicht stattgegeben; unter welchen Bedingungen es gestellt wurde, ist unbekannt.

Wenige Jahre später richtete eine Gruppe von Landwirten und Grundbesitzern der Gemeinden Caniço (‚Schilfrohr‘), São Gonçalo (‚heiliger Gonçalo‘) und Santa Maria Maior (‚heilige Maria‘) eine Eingabe an die Zentralregierung. Sie bat um die Erlaubnis, den Bau der Levada zu vollenden, die diese Orte bewässern sollte, und verfügte dafür über die Summe von vierzig Contos de Réis (Conto: eine Million Réis). Ihr Vorschlag fand jedoch kein Gehör.

Um 1893 bewarb sich unser Landsmann Kapitän Manuel Alexandre de Sousa um eine umfassende Konzession für die noch ungenutzten Gewässer dieser Insel, die er der Landwirtschaft sowie dem häuslichen und gewerblichen Gebrauch zuführen wollte. Er verlangte das Recht, beliebige Quellen zu erkunden und zu enteignen, und verpflichtete sich, die Levadas binnen zehn Jahren fertigzustellen. Dieses Gesuch wurde nicht weiterverfolgt.

Gestützt auf die Bestimmungen des Dekrets vom 30. September 1892 legten die Ingenieure Carlos Roma Machado de Faria e Maia und Anibal Augusto Trigo im Juni 1895 der Regierung nach eingehender Untersuchung der Frage einen Vorschlag zur Fertigstellung und zum Betrieb der staatlichen Levadas vor. „Sie verpflichteten sich“, schreibt eine Zeitung jener Zeit, „die im Bau befindlichen Levadas binnen zwei Jahren zu vollenden. Zugunsten des Staates verzichteten sie auf die Prämie von 10 Prozent auf das Kapital für Erstbau und Einrichtung, auf die sie nach Art. 1 des genannten Dekrets Anspruch zu haben glaubten, ebenso auf drei Viertel des Reinertrags, der 6 Prozent des gesamten im Bau eingesetzten Kapitals überstieg. Sie räumten der Regierung das Recht ein, die gesamte Konzession nach 15 Jahren gegen angemessene Entschädigung zurückzukaufen. Schließlich gestanden sie der Regierung zu, die Wasserpreise so festzulegen, wie es ihr für die Landwirtschaft am zweckmäßigsten erschien, und verpflichteten sich zudem, den Durchschnittspreis der Wasserstunde in jedem Kreis (concelho) nicht zu überschreiten – ein Preis, der nach Turnus und Wassermenge jeder Levada zu bestimmen wäre. Da auf diese Weise die Einnahmen das Kapital des Unternehmens nicht sichern konnten, baten die Unterzeichner die Regierung, ihnen für das gesamte zur Vollendung der Levadas eingesetzte Kapital eine Verzinsung von 6 Prozent zu garantieren; die Kostenvoranschläge sollten von der Regierung genehmigt und die Arbeiten von ihren Beauftragten überwacht werden.“ Auch dieser Vorschlag kam nicht voran, obwohl er bei allen amtlichen Stellen, die er durchlaufen musste, befürwortet worden war. Dazu trugen die örtliche Presse und Parteipolitik bei, vielleicht vor allem aber das Gesuch von Kapitän Alexandre de Sousa, der unter Berufung auf seinen Konzessionsantrag von 1893 Vorrangrechte geltend machte. Daraufhin beantragten die Ingenieure Roma e Maia und Anibal Trigo, die Konzession, falls sie erteilt werde, im Wege einer öffentlichen Ausschreibung zu vergeben. Das Parlament erließ das Gesetz vom 21. Mai 1896, das ausdrücklich das Recht der Levadas auf die sie speisenden Gewässer festschrieb und die Regierung ermächtigte, Bau und Betrieb der madeirischen Levadas nach den dem Gesetz beigefügten Grundlagen auszuschreiben. Die Ausschreibung wurde durch Dekret vom 18. Juni 1896 eröffnet, mit den im Gesetz vom 21. Mai festgelegten Grundlagen und Bedingungen und unter Beachtung der Klauseln des Ministerialerlasses (portaria) vom 22. Juli desselben Jahres. Am 26. September 1896 erfolgte die Vergabe an Kapitän Manuel Alexandre de Sousa, der einen Abschlag von 70 Prozent auf den im einzigen Paragrafen der vierten Grundlage genannten Endmittelwert angeboten hatte, während die Ingenieure Roma e Maia und Anibal Trigo nur 21 Prozent geboten hatten. Vielen schien sofort, dass der Konzessionär unter solchen Bedingungen nicht alle Vertragsklauseln erfüllen könne. Und so kam es. Der Erwerber übernahm die Leitung der Levadas, doch nach fast drei Jahren, ohne irgendwelche Bauarbeiten ausgeführt zu haben und außerstande, die Ausschreibungsbedingungen zu erfüllen, beantragte und erhielt er die Auflösung des Vertrags. Am 22. Juni 1899 gingen sämtliche Levada-Dienste wieder an die Direktion der Öffentlichen Arbeiten des Distrikts über. Ein Jahr zuvor hatte der Vicomte von Ribeira Brava, Abgeordneter für Madeira, im Parlament einen Gesetzentwurf zum Verkauf der Levadas eingebracht, der vom 29. April 1898 datiert und in der Abgeordnetenkammer sogar angenommen wurde.

Noch während der Laufzeit des Konzessionsvertrags hatte sich der Zivilgouverneur (governador civil) des Distrikts, Dr. José António de Almada, in einem Schreiben vom 6. November 1897 an die Regierung gewandt. Er bat darum, auf diesen Archipel das Dekret vom 1. Dezember 1892 anzuwenden, das für das ganze Land eine neue Wasserordnung geschaffen hatte, und regte an, einen sachkundigen Techniker auf die Insel zu entsenden, der ein fundiertes und gewissenhaftes Gutachten über Vor- und Nachteile der Anwendung dieses Gesetzes erstellen sollte. Mit diesen Untersuchungen wurde der namhafte Ingenieur Adolfo Loureiro betraut, der sich einige Monate auf Madeira aufhielt und im April 1898 auf das Festland zurückkehrte. Er kam zu dem Schluss, dass das Dekret auf den madeirischen Archipel angewandt werden könne, sofern man es mit Blick auf die besonderen orografischen, hydrografischen und klimatischen Verhältnisse dieser Insel etwas abänderte.

1910 wurde in der Abgeordnetenkammer ein Gesetzentwurf eingebracht, der den Verkauf der Levadas erlaubte und den Erlös für die Fertigstellung der im Bau befindlichen und die Anlage neuer Levadas bestimmte; dieser Entwurf wurde jedoch in den Ausschüssen begraben.

Am 11. Februar 1916 brachten die Abgeordneten Vicomte von Ribeira Brava, Dr. Carlos Olavo Correia de Azevedo, Kapitän Américo Olavo Correia de Azevedo und Kapitän Manuel da Costa Dias in den Cortes (portugiesisches Parlament) drei Gesetzentwürfe ein: Sie sollten der Junta Agrícola Autonomie verleihen, den sogenannten Colonia-Vertrag (madeirischer Teilpachtvertrag; Ernteteilung, Meliorationen gehören dem Pächter) reformieren und die Levadas, die der Staat auf dieser Insel besaß und die sich damals bereits im Besitz der Junta Agrícola befanden, öffentlich versteigern. Auf Madeira erhob sich gegen diese Entwürfe ein solcher Widerstand, dass sie gar nicht erst zur parlamentarischen Beratung zugelassen wurden.

13Die bestehenden Levadas

XI – Die bestehenden Levadas

Auf Madeira gibt es rund zweihundert Levadas (Bewässerungskanäle). Viele davon sind von geringer Bedeutung und dienen nur der Bewässerung begrenzter Flächen. Die wichtigsten gehören dem Staat. Unter ihnen ragen die Levada do Rabaçal heraus, ein gewaltiges Bauwerk, und die sogenannte Levada da Serra do Faial (‚Kanal im Bergland von Faial‘), die einige Dutzend Kilometer lang ist. Ebenfalls im Besitz des Staates sind die Levadas do Furado (‚Kanal des Durchstichs‘), do Juncal (‚Binsenfeldkanal‘), da Serra de São Jorge, de São Vicente und da Ribeira Brava.

Besondere Erwähnung verdienen wegen ihres Wertes und ihres Nutzens für die Landwirtschaft die privaten Levadas dos Piornais und de Santa Luzia (‚Kanal der heiligen Lucia‘), die bedeutendsten von allen, ferner die Levadas Nova do Curral e Castelejo, Madalena, Bom Sucesso (‚guter Erfolg‘), Dona Isabel, Moinhos, Hortas und andere, sämtlich im Kreis (concelho) Funchal.

Über alle Gemeinden der Insel verteilt gibt es unzählige Levadas von größerer oder geringerer Bedeutung, je nach den örtlichen Bedürfnissen. Im Folgenden führen wir, nach Gemeinden geordnet, die Levadas auf, über die wir Nachrichten erhalten konnten; zu einigen von ihnen teilen wir verschiedene Tatsachen mit, die für ihre Geschichte von Belang sind.

  • Achadas da Cruz: Moinhos, Pereiras, Achada da Arruda, Terça, Lagos und Pico da Azeveda
  • Arco da Calheta: Rabaçal, Madre Grande und Paul
  • Arco de São Jorge: Arco Pequeno
  • Água de Pena: Juncal, Nova do Furado, Moinho da Serra, Nova und Lugarinho
  • Boaventura: Lombo das Faias, Achada Grande, Levada Grande, Serrão, Lombo do Serrão und Barreira
  • Calheta: Rabaçal, Raposo e Netos, Azenha und Levada Grande
  • Camacha: Azenha, Pico do Arvoredo, Telha, Madre de Água, Porto Novo, Ribeirinha und Salgados
  • Câmara de Lobos: Nova, Brás Gil und Fontal Figueira
  • Campanário: Roda und Madre de Água.
  • Canhas: Cruzes, Galego und Serra.
  • Caniço: Pico do Arvoredo, Baires, Azenha und Serra
  • Curral das Freiras: Achada, Fonte Gordinho, Rocha und Rochão
  • Estreito da Calheta: Rabaçal, Moinhos, Ribeiro do Farrobo, Nova und Ferreiros
  • Estreito de Câmara de Lobos: Estreito, Tis und Serra
  • Faial: Cruzinha, Água de Alto und Queimadas
  • Fajã da Ovelha: Rabaçal, Moinhos, Farrobo, Portela, Cova und Ribeira da Inês
  • Gaula: Pico dos Eirós, Ribeira da Metade, Roda und Levadinha
  • Machico: Nova, Rocha, Figueiras, Embarcadouro, Fonte da Velha und Alcanforados
  • Madalena do Mar: Madre de Água, Palmeira, Banda de Além, Vargem, Nateiro und Passo
  • Monte: Cales, Pisão, Corujeira und Ribeira das Cales
  • Paul do Mar: Rabaçal, Ribeira do Porto, Moinhos und Grande
  • Ponta Delgada: Grande, Cabouco und Lombo
  • Ponta do Pargo: Cabo, Lombada Velha, Ribeira da Vaca, Chiqueiro da Palha, Salão, Lombadinha, Amparo und Lombo
  • Ponta do Sol: Lombada, Ribeira de São Tiago, Nova das Terças e Rateira, Ribeira do Alto und Serra
  • Porto da Cruz: Furado und Castelejo
  • Porto do Moniz: Moinhos, Serra, Lagoa, Santos, Poço Novo, Eira Velha, Morgado und Cabo do Calhau
  • Prazeres: Rabaçal, Ribeira de Inês, Água do Povo und Ribeiro
  • Quinta Grande: Quinta Grande
  • Ribeira Brava: Monte Medonho, Moinhos, Roda und Levadinha
  • Ribeira da Janela: Nova, Lombo Gordo, Cedros, Baixo und Cima
  • Santana: Queimadas, Castanheira, Levadinha, Salto António, Velha und Cantinho
  • Santa Cruz: Juncal, Nova do Furado, Roda, Levadinha, Morena, Moinhos und Almocreves
  • Santa Luzia: Santa Luzia und Hortas
  • Santo António: Curral e Castelejo, Madalena, Pico do Cardo, Lombo, Paredão, Negra und Serra
  • Santa Maria Maior: Bom Sucesso, Palheiro do Ferreiro, Pico do Infante und Cabeço
  • Santo da Serra: Juncal und Nova
  • São Gonçalo: Farrobo, Hortelã und Represa do Pasto
  • São Jorge: Velha, Nova und Asilo
  • São Martinho: Piornais und Curral e Castalejo
  • São Pedro: Moinhos und Ribeira de São João
  • São Roque: Dona Isabel, Esperança, Santana und Laranjeira
  • São Roque do Faial: Ribeiro Frio und Nova
  • São Vicente: Ribeira Grande, Folhadal, Barros und Ribeira do Inferno
  • Seixal: Chão da Ribeira, Serra de Água Farrobo
  • Tabua: Monte Medonho, Vinháticos und Ribeira da Caixa.

14Staatliche Levadas

XII – Staatliche Levadas

Wie bereits mehrfach gesagt, ging die Fassung dieser segensreichen und überaus ergiebigen Wasserläufe samt den bedeutenden Kanälen, die sie fortleiten und die wir „Levadas“ nennen, auf die Initiative der ersten Siedler zurück. Es war ein wahrhaft bemerkenswertes Werk, das ihre Erben und Nachfolger über einen langen Zeitraum von vier Jahrhunderten ohne Unterbrechung und mit höchst wirksamem und eifrigem Einsatz fortzuführen wussten. Gewiss machte sich das Wirken des Staates segensreich bemerkbar: in der vollständigen Überlassung der Quellen, in der Art ihrer Verwaltung und ihres Betriebs sowie in verschiedenen materiellen Hilfen, die viel zum Fortschritt und zur Entwicklung dieses großen Unternehmens beitrugen. Den Bau der Kanäle mit den mühsamen Arbeiten, die damit verbunden waren, führten jedoch die Bebauer des Landes aus eigener Kraft durch.

Bald erkannte man, dass die private Initiative nicht imstande war, ein Unternehmen von größerer Tragweite mit reicheren und segensreicheren Ergebnissen zu verwirklichen. Nach langen Jahren des Ringens, nach dringlichen Gesuchen und den zutreffendsten Berichten der örtlichen Behörden erreichte man schließlich, dass die Regierung des Mutterlandes beschloss, die reichen, im Inneren der Insel ungenutzt versickernden Quellen zu erschließen und die großen Levadas zu bauen, die heute die Ländereien mehrerer bedeutender Gemeinden fruchtbar machen.

Vor wenig mehr als einem Jahrhundert übernahm die Zentralregierung den Bau einiger Levadas, die gegenwärtig die bedeutendsten und wasserreichsten Ströme sind, die unsere Landwirtschaft nutzt. Diese Levadas hätten private Unternehmen kaum bauen können, nicht nur aus Mangel an Kapital, sondern auch, weil es den Grundbesitzern und Bauern an weitreichender Initiative fehlte. Aus den eingenommenen Nettoerträgen zieht der Staat keinen Gewinn, der die großen aufgewendeten Summen aufwöge. Doch die Wertsteigerung der Ländereien und die entsprechende Zunahme ihres steuerpflichtigen Ertrags, das Wachstum des öffentlichen Wohlstands, der Fortschritt der Landwirtschaft und der mit ihr verbundenen Gewerbe, die Fülle an Erzeugnissen für die Volksernährung, namentlich Getreide und Gemüse, usw. rechtfertigen das Vorhaben der Regierung, die Levadas Madeiras zu bauen, vollauf.

Einige unserer Levadas, staatliche wie private, verdienen wegen ihrer großen Bedeutung und des unschätzbaren Nutzens, den sie der madeirischen Landwirtschaft bringen, dass wir uns eingehender mit ihnen befassen. Wir beginnen mit den wichtigsten von allen, den Levadas do Rabaçal, die einen wertvollen Faktor des öffentlichen Wohlstands im ausgedehnten und volkreichen Kreis (concelho) Calheta (‚kleine Bucht‘) bilden.

Eigentum des Staates, der sie unmittelbar unterhält und verwaltet, sind die erwähnten Levadas do Rabaçal sowie die Levadas der Serra do Faial (‚Bergland von Faial‘), von Juncal (‚Binsenfeld‘), der Serra de São Jorge (‚Bergland von São Jorge‘), von São Vicente (‚heiliger Vinzenz‘) und Ribeira Brava (‚wilder Bach‘), der Ribeira do Inferno (‚Höllenbach‘), des Monte Medonho (‚schauriger Berg‘) und von Furado (‚durchbohrt‘).

15Die Levada von Rabaçal: Ursprünge und Planung

XIII – Levada do Rabaçal

Der malerische Ort Rabaçal liegt im Inneren der Insel, tausend Meter über dem Meeresspiegel. Er ist etwa 15 Kilometer von der Kleinstadt (vila) Calheta entfernt, mit der ihn eine gute, vor wenigen Jahren gebaute Straße verbindet. Die Wasser, die man im Rabaçal, wie oben gesagt, zur Speisung der Levadas nutzt, stammen aus den Quellen der Ribeira da Janela (‚Fensterbach‘) und aus mehreren Zuflüssen dieses Bachs, des wasserreichsten Gewässers der ganzen Insel. Diese Quellen entspringen am Westende des Paul da Serra (‚Bergsumpf‘), inmitten eines Kreises von Bergen, die nur auf langen und beschwerlichen Wegen zu erreichen sind. Gewiss muss diese Gegend schon seit den frühesten Zeiten der Besiedlung die Aufmerksamkeit der ersten Siedler auf sich gezogen haben, nicht nur wegen ihrer landschaftlichen Schönheit, sondern vor allem wegen des Reichtums jener überaus ergiebigen Wasserläufe, die ungenutzt ins Meer flossen. Über Versuche, in den ersten vier Jahrhunderten einen Teil dieser Wasser nutzbar zu machen, ist uns keine Nachricht überliefert.

Bisweilen wurde behauptet, die ersten Versuche, die Wasser des Rabaçal zur Bewässerung zu nutzen, stammten aus der Zeit der philippinischen Herrschaft (spanische Herrschaft über Portugal, 1580–1640). Es gibt jedoch kein Dokument und keine Nachricht verlässlicher Herkunft, die dies vollständig bestätigen würde. Als im Jahr 1835 die Bauarbeiten begannen, stieß man auf deutliche Spuren älterer Erkundungen, die nach aller Wahrscheinlichkeit auf das dritte Viertel des 18. Jahrhunderts zurückgehen dürften.

Eng mit dieser Annahme hängt das folgende aufschlussreiche Schreiben zusammen, das der Gouverneur und Generalkapitän von Madeira, João António de Sá Pereira, Baron von Alverca, am 8. Oktober 1768 an den Oberstwachtmeister (sargento-mor, Stabsoffizier im Rang eines Majors) und Ingenieur Francisco de Alencourt richtete: – „Sobald Euer Gnaden dieses erhalten, werden Sie sich mit dem Hilfsingenieur Francisco Salustiano da Costa zur Kleinstadt Calheta begeben. Dort haben Sie Dr. Francisco Cristóvão de Ornelas e Vasconcelos aufzusuchen, in dessen Abwesenheit den ordentlichen Richter (juiz ordinário, örtlich gewählter Laienrichter) derselben Kleinstadt. Von ihm werden Sie erfahren, wen der Oberrichter (desembargador) und Corregedor (königlicher Bezirksrichter) damit beauftragt hat, Euer Gnaden darüber zu unterrichten, wo die in dem beiliegenden Schriftstück genannten Wasser entspringen. Begeben Sie sich sodann an die betreffenden Stellen und untersuchen Sie Beschaffenheit und Ergiebigkeit der Quellen sowie die einfachste Art, die Wasser nutzbar zu machen, indem man sie zu den Feldern der sogenannten – Cumiada – und in die Gemeinden Canhas, Arco da Calheta (‚Bogen von Calheta‘), Estreito, Prazeres (‚Freuden‘), Fajã da Ovelha (‚Ebene des Mutterschafs‘), Ponta do Pargo (‚Meerbrassenspitze‘) leitet und bis nach Porto Moniz (‚Hafen des Moniz‘) gelangen lässt, oder so weit es möglich ist.

„Wenn dies alles so untersucht ist, werden Euer Gnaden einen Plan all jener Stellen anfertigen und darin die Wasserquellen verzeichnen, die Entfernung, über die sie sich leiten lassen, und die Wege, die sie nehmen sollen.

„Und damit man erkennt, welcher Nutzen aus der Verwertung der genannten Wasser erwachsen kann, werden Euer Gnaden eine Schätzung und einen Voranschlag der möglichen Kosten erstellen sowie des Nutzens, der sich ergäbe, wenn man die mit diesen Wassern bewässerten Ländereien jener Gemeinden bebaute – alles bemessen nach Beschaffenheit und Ertrag dieser Ländereien und nach den Preisen der Früchte und übrigen Lebensmittel dieser Insel.“

Unter dem 31. desselben Monats und Jahres richtete derselbe Baron von Alverca eine ausführliche Darlegung an den Minister und Staatssekretär des Königreichs über die unschätzbaren Vorteile dieses Unternehmens. Darin berief er sich auf die berühmten königlichen Briefe von Johann I., Johann II. und Manuel I., auf die wir im Verlauf dieser anspruchslosen Studie bereits ausführlicher eingegangen sind.

Vor mehr als einem Jahrhundert (1835) hieß es in einem amtlichen Dokument, die Levada (Bewässerungskanal) do Rabaçal „wird ihren Ursprung in den ersten Quellen der Ribeira da Janela nehmen; sie wird durch eine große Mulde verlaufen und dabei stetig anschwellen bis zur Rossada, auf einer Strecke von 192 Braças; von dort führt sie 310 Braças weiter in Richtung Südsüdwest und Nordnordost; von wo sie weitere 120 Braças nach Westnordwest fließen wird; von dort wird sie in südsüdöstlicher Richtung in eine andere große Bucht im Gelände übergehen, in deren Rund man 432 Braças bis Ligarte zählt. Dann wird sie sich auf einer Strecke von 432 Braças nach Norden wenden und nach Ostsüdost in eine weitere Senke von 120 Braças bis zum Pico Gordo (‚dicker Gipfel‘) austreten; es folgen weitere 252 Braças über den Lombo (Bergrücken zwischen zwei Tälern) da Aveira bis zum Pico do Cotum, wo sie über die Estrebarias (‚Ställe‘) nach Calheta durchbrechen wird, und es kommen noch 49 Braças hinzu, was zusammen 1963 Braças ergibt.“

José Maria da Fonseca veranschlagte die Bauarbeiten an der Levada bis zum Berg der Estrebarias auf etwa 20 Contos (eine Million Réis) de Réis, eine für jene Zeit sehr beträchtliche Summe. Schon zuvor, im Jahr 1819, hatte der Gouverneur und Generalkapitän Dom Sebastião Xavier Botelho in einem Schreiben an die Zentralregierung nachdrücklich den Bau einer Levada gefordert. Er schlug vor, „dass der königliche Fiskus einen Vorschuss leiste, der sodann durch eine jährliche Abgabe der Bewohner der von diesen Wassern bewässerten Ländereien zurückgezahlt würde, welche danach in ihr Eigentum übergingen, nach dem Plan, der am zweckmäßigsten erscheint“.

Wir glauben, dass alle diese Bemühungen erfolglos blieben, denn 1830 ersuchte Kapitän António Jacinto de Faria Andrade de Bettencourt die Regierung im Mutterland, ihm unter bestimmten Bedingungen das Eigentum an den Wassern des Rabaçal zu übertragen, um sie auf eigene Rechnung zu nutzen und die entsprechenden Levadas zu bauen.

16Bau und Ergebnisse

Als der Gouverneur und Generalkapitän von Madeira, Dom Álvaro da Costa de Sousa Macedo, 1834 aus dem Amt schied, hatte er offenbar aufgrund zuvor erhaltener höherer Weisungen bereits den Beginn der Erkundungsarbeiten an jenen Gewässern angeordnet. Die unsicheren Zeiten und die politischen Ereignisse im Land ließen sie jedoch vermutlich nicht anlaufen. Seinem Nachfolger, dem berühmten Luís da Silva Mousinho de Albuquerque, gebührte der Ruhm, jene gewaltigen Arbeiten begonnen zu haben – vielleicht die bedeutendsten, die je auf der ganzen Insel ausgeführt worden sind.

Die Arbeiten begannen 1835 und wurden einige Jahre lang fortgeführt, allerdings recht schleppend; um 1844 wurden sie unterbrochen. Verdanken wir Luís Mousinho den Beginn des Werkes, so verdanken wir José Silvestre Ribeiro den bemerkenswerten Aufschwung, den es zwischen 1847 und 1852 nahm. Ohne Furcht vor Widerspruch lässt sich sagen: Ohne die titanischen Anstrengungen von Silvestre Ribeiro wären die Arbeiten am Rabaçal vielleicht nicht fortgesetzt worden, oder man hätte sie erst sehr spät vollenden können.

Als José Silvestre Ribeiro 1846 die Verwaltung des Distrikts übernahm, wandte er sich unverzüglich jenem gewaltigen Werk zu, denn er erkannte die enormen Vorteile, die seine Vollendung für die Landwirtschaft des ausgedehnten Kreises (concelho) Calheta bringen würde. Doch erst 1849 – er war inzwischen Abgeordneter für Madeira und erreichte bei der Regierung im Mutterland einen jährlichen Zuschuss von sechs Contos de Réis (Conto: eine Million Réis) für diese Arbeiten bis zu ihrer völligen Fertigstellung – kamen sie mit bemerkenswerter Schnelligkeit voran. Am 5. November 1850 wurde der Durchstich des Felsrückens der Estrebarias vollendet, der gefährlichste und am schwierigsten auszuführende Teil des ganzen Projekts. Dank dieses Anstoßes durch Silvestre Ribeiro gingen die Arbeiten über die Jahre hinweg, mal langsamer, mal schneller, weiter, bis man sie um 1890 mit der Fertigstellung der neuen Levada als endgültig abgeschlossen betrachtete.

Wir müssen hier ein denkwürdiges Datum in der Geschichte der Rabaçal-Arbeiten festhalten – den 16. September 1855 –, an dem das Wasser zum ersten Mal den Tunnel der Estrebarias durchfloss und vom Norden in den Süden der Insel gelangte, um weite, bis dahin unbebaute Ländereien fruchtbar zu machen.

Die ersten Arbeiten am Rabaçal im Jahr 1835 leitete Gouverneur Luís Mousinho de Albuquerque selbst, ein ausgezeichneter Ingenieur, der an Ort und Stelle verschiedene wichtige Untersuchungen durchführte. Von Beginn an bis 1843 leitete der Ingenieur Vicente de Paula Teixeira sämtliche Arbeiten. Er zeigte stets größten Eifer und Hingabe für dieses Unternehmen, leistete ihm hervorragende Dienste und verband seinen Namen dauerhaft mit diesen Bauten. Von 1843 bis 1847 standen sie unter der Leitung des Oberstleutnants der Pioniere Manuel José Júlio Guerra. 1847 wurde der Pionierhauptmann Tiberio Augusto Blanc mit der Leitung der Arbeiten betraut. Er war der wertvollste Helfer, den José Silvestre Ribeiro fand, um ihnen den Aufschwung der Jahre 1847 bis 1851 zu geben. Auch sein Name ist eng mit der Geschichte der Rabaçal-Arbeiten verbunden und darf nicht in schmähliche Vergessenheit geraten. Ein weiterer Name, an den hier zu erinnern ist, ist der des Brigadiers António Rogerio Gromicho Couceiro, der Direktor der öffentlichen Bauten dieses Distrikts und später ein verdienstvoller Zivilgouverneur (governador civil) von Madeira war. Unter seiner Leitung durchfloss das Wasser erstmals den unterirdischen Stollen der Estrebarias vom Norden in den Süden der Insel.

Im Lauf der Arbeiten, die mehr als ein halbes Jahrhundert dauerten, wurde der ursprüngliche Plan mehrfach abgeändert, je nachdem, was die jeweiligen Umstände ratsam erscheinen ließen. Bis zu ihrer Vollendung wurde die beträchtliche Summe von fast 186 Contos de Réis aufgewendet. Doch das großartige Werk legt beredtes Zeugnis davon ab, was Eifer, Hingabe und Liebe einiger Männer für das Gedeihen und Wohlergehen unserer Heimat vermögen.

Bekanntlich gibt es zwei Rabaçal-Levadas, die alte und die neue Levada. Die erste bewässert die Gemeinden Prazeres, Fajã da Ovelha, Ponta do Pargo und Paul do Mar (‚Sumpf am Meer‘), die zweite die Gemeinden Calheta, Estreito da Calheta und Arco da Calheta. Jede führt an ihrem Ursprung in der Trockenzeit einen ständigen Abfluss von etwa 80 Litern pro Sekunde. Beide teilen sich zur Bewässerung in sechs Zweigkanäle und verteilten im Jahr 1906 insgesamt 2580 Wasserstunden (horas de água, nach Fließstunden bemessene Bewässerungsrechte).

Die Arbeiten an der alten Levada, die erst 1860 endeten, kosteten den Staat 69.369.420 Réis; die an der neuen Levada, die, wie bereits gesagt, erst 1890 endgültig abgeschlossen wurde, beliefen sich auf 116.208.480 Réis. Diese letztere Levada wird vom Wasser der Vinte e Cinco Fontes (‚fünfundzwanzig Quellen‘) und der Fonte do Cedro (‚Zedernquelle‘) gespeist; der Tunnel, durch den dieses Wasser fließt, wurde 1863 begonnen und 1877 fertiggestellt.

17Die Levada da Serra

XIV – Levada da Serra

Die längste der staatlichen Levadas und nach denen des Rabaçal die bedeutendste von allen ist die sogenannte Levada da Serra, genauer die Levada da Serra do Faial (‚Kanal im Bergland von Faial‘). Ihren Namen trägt sie, weil sie ihren Ursprung in mehreren Quellen hat, die im Bergland jener Gemeinde (freguesia) entspringen. Von ihrem Ausgangspunkt bis zum Lombo da Raiz (‚Wurzelrücken‘) fließt ihr Wasser gemeinsam mit dem anderer Levadas; von dort bis zum Ortsteil (sítio) Choupana (‚Hütte‘) wird es jedoch in einem eigenen Kanal geführt, auf einer Länge von nicht weniger als dreißig Kilometern. Von dem Fußpfad, der diese Levada begleitet, eröffnen sich vielfältige und überraschende Ausblicke über die Gemeinden Santa Maria Maior (‚heilige Maria‘), Camacha und Santo da Serra (‚der Heilige im Bergland‘). Er ist ein Pflichtspaziergang für viele, die einige der Naturschönheiten dieser Insel kennenlernen möchten.

Diese Levada soll die Ländereien von Caniço (‚Schilfrohr‘), São Gonçalo (‚heiliger Gonçalo‘) und Santa Maria Maior fruchtbar machen. Die Versuche, diese Gemeinden mit Bewässerungswasser zu versorgen, reichen recht weit zurück. Auf Betreiben einiger Privatleute, so die bereits zitierte Arbeit des Ingenieurs Adriano Trigo, wurde im Jahr 1830 eine Aktiengesellschaft namens Sociedade da Nova Levada do Furado gegründet. Ihr Ziel war es, das Wasser, das ungenutzt im Bach Ribeira da Laje (‚Steinplattenbach‘) in der Gemeinde Faial abfloss, zu fassen und bis zum Pico do Infante (‚Gipfel des Infanten‘) zu leiten, um es in jenen Gemeinden zu verteilen. Die am 21. März 1840 genehmigten Satzungen dieser Gesellschaft gaben ihr das Recht, dieses Wasser zu fassen und bis zum Lombo da Raiz durch den gemeinsamen Kanal der Levadas do Juncal und do Furado zu führen, die der Staat damals bereits besaß. Von dort bis zum Pico do Infante sollte das Wasser durch einen neuen, auf Kosten der Gesellschaft errichteten Kanal geleitet werden. Wegen finanzieller Schwierigkeiten und auch wegen schwerer Nivellierungsfehler erreichte das Unternehmen sein Ziel nicht, nachdem es für die ausgeführten Arbeiten etwa zweiundvierzig Contos de Réis (eine Million Réis) ausgegeben hatte, eine für jene Zeit bereits beträchtliche Summe. Es gelang ihm lediglich, unter Nutzung der Kanäle der Levadas do Furado und do Juncal, etwas Wasser bis in den Kreis (concelho) Santa Cruz (‚Heiliges Kreuz‘) zu leiten; daraus entstand die sogenannte Levada dos Accionistas (‚Kanal der Aktionäre‘).

Nach vielen Schwierigkeiten ergriff die Zentralregierung die Initiative zum Bau einer Levada, die die Gemeinden Caniço, São Gonçalo und Santa Maria Maior mit Bewässerungswasser versorgen sollte. Die Studien und Vorarbeiten begannen im Jahr 1861, und die Anstrengungen und Bemühungen, die man für das erfolgreiche Fortschreiten dieser Arbeiten aufwandte, waren wahrhaft bemerkenswert. Ab 1871 kamen die Bauarbeiten stärker voran, und im Jahr 1905 wurden sie endgültig abgeschlossen. Am 25., 26. und 27. September dieses Jahres begann das Wasser den langen Kanal zu durchfließen; am letzten dieser Tage fand die feierliche offizielle Einweihung dieser so wichtigen und bemerkenswerten Verbesserung statt.

Zur besseren Erläuterung des Gesagten sei hinzugefügt, dass das Wasser dieser bedeutenden Levada, die der Bewässerung der Ländereien der Gemeinden Caniço, São Gonçalo und Santa Maria Maior dient, gemeinsam mit dem Wasser der Levadas do Juncal und Nova do Furado bis zum Ortsteil Lombo da Raiz in der Gemeinde Santo da Serra fließt. Von diesem Punkt an läuft es in einem eigenen Kanal bis zu seinem Endpunkt oberhalb des Caminho do Meio (‚mittlerer Weg‘).

18Weitere staatliche Levadas

XV – Weitere staatliche Levadas

Eine der ältesten Levadas im Besitz des Staates wurde durch einen Vertrag erworben, den der erste Graf von Carvalhal und die Königliche Finanzkammer (Junta da Real Fazenda) im Jahr 1822 schlossen. Danach blieben dem Grafen neun Wassertage aus einem der Seitenkanäle dieser Levada vorbehalten; diese nutzen heute (1921) die Erben von General Dom Luís da Câmara Leme, einem Neffen des genannten Grafen von Carvalhal. Gespeist wird die Levada von den Quellen, die im Ribeiro Frio (‚kalter Bach‘) fließen, und sie dient der Bewässerung der Gemeinde (freguesia) Porto da Cruz (‚Hafen des Kreuzes‘). Sie ist achteinhalb Kilometer lang und endet im Ortsteil (sítio) Lamaceiros (‚Schlammstellen‘). Dort wird ihr Wasser von dem der Levadas do Faial, dos Accionistas und do Juncal getrennt, mit denen es bis zu dieser Stelle gemeinsam fließt.

Dieser Kanal wird von den Quellen des Ribeiro Frio gespeist. Nach einer um 1910 vorgenommenen Messung führte er 40 Liter pro Sekunde und dient in zwei Seitenkanälen der Bewässerung der Gemeinde Porto da Cruz.

Die Levada do Juncal (‚Binsenfeldkanal‘) ist vielleicht ebenso alt wie die Levada do Furado und wurde seit den ersten Erschließungen ihrer Quellen auf Kosten des Staates gebaut. Diese Quellen werden am Ribeira do Juncal (‚Binsenbach‘) gefasst und fließen über eine lange Strecke gemeinsam mit denen des Furado. Getrennt werden sie im Verteilerbecken (caixa divisória) im Ortsteil Lamaceiros; von dort fließen sie weiter bis zum Ortsteil Lombo da Raiz, wo sie zur Bewässerung der Gemeinden Santo António da Serra, Água de Pena und Santa Cruz abgeleitet werden. Von ihrem Ursprung bis zum Ortsteil Lombo da Raiz in der Gemeinde Santo da Serra misst sie fünfzehneinhalb Kilometer. Die Levada do Juncal führte reichlich Wasser, nämlich 92 Liter pro Sekunde, und wurde in einem einzigen Seitenkanal zur Bewässerung genutzt; damit war sie der wasserreichste Bewässerungslauf der ganzen Insel.

Eine weitere staatliche Levada ist die Levada da Serra de São Jorge (‚Kanal im Bergland von São Jorge‘). Sie bewässert die Gemeinden São Jorge (‚heiliger Georg‘), Santana (‚heilige Anna‘) und Faial und entspringt im Ortsteil Pé dos Poios (‚Fuß der Terrassen‘) im Bergland der erstgenannten Gemeinde. Sie ist erst vor Kurzem gebaut worden und ersetzte die Levada da Fajã dos Vinháticos (‚Kanal der Mahagoni-Ebene‘). Diese war zwischen 1860 und 1904 errichtet worden; im letztgenannten Jahr gab man sie auf und ersetzte sie durch die Levada da Serra de São Jorge. Ihre Länge beträgt 11 Kilometer.

Trotz ihres Namens nützte diese Levada der Gemeinde São Jorge wenig oder gar nicht, denn fast ihr gesamtes Wasser war für die Bewässerung der Gemeinden Santana und Faial bestimmt. Im Jahr 1938 ließ jedoch der Generalrat des Distrikts (Junta Geral) unter Nutzung einiger aufgegebener Quellen einen weiteren „Seitenkanal“ dieser Levada bauen, der die Ländereien des sogenannten Ortsteils Ilha (‚Insel‘) fruchtbar macht und der ganzen Gegend großen Nutzen bringt.

Ebenfalls in Staatsbesitz ist die Levada von São Vicente und Ribeira Brava, die diese Gemeinden bewässern soll. Die Levada do Monte Medonho (‚Kanal des schaurigen Berges‘), die an dieser Stelle im Bergland von São Vicente (‚heiliger Vinzenz‘) entspringt, bewässerte früher diese Gemeinde. 1908 wurde sie jedoch ihrer ursprünglichen Bestimmung entzogen und für die Bewässerung der Gemeinden Ribeira Brava (‚wilder Bach‘) und Tábua verwendet. Als Ersatz für das Wasser des Monte Medonho baute man einen neuen Kanal, die Levada da Ribeira do Inferno, so genannt, weil sie im gleichnamigen Bach entspringt; sie versorgt die Gemeinde São Vicente.

In einer Mitteilung des Generalrats heißt es, dass in den letzten drei Jahren (1938-1940) viele Kilometer neuer Kanäle angelegt worden seien, besonders in den Gemeinden Caniço, São Gonçalo und Santa Maria Maior. Außerdem sei ein bedeutender „Seitenkanal“ von mehr als zweitausend Metern Länge gebaut worden, der Wasser in die Gemeinde Ponta do Pargo (‚Meerbrassenspitze‘) leitet.

Vor ungefähr 50 Jahren begann man mit dem Bau der sogenannten Levada do Coquim, die die Ländereien der Gemeinden Boaventura (‚gutes Glück‘) und Ponta Delgada (‚schmale Spitze‘) bewässern sollte. Für diese Arbeiten wurden etwa dreizehn Contos de Réis (Conto (eine Million Réis)) ausgegeben, und man glaubte damals, mit weiteren gut zehn Contos ließen sich alle Arbeiten abschließen. Es wäre ein Kanal von zwei bis drei Kilometern Länge gewesen, doch von größter Bedeutung für die überaus fruchtbaren Böden der letztgenannten Gemeinde. Fünf oder sechs Jahre nach ihrem Beginn wurden die Arbeiten vollständig eingestellt.

19Private Levadas

XVI – Private Levadas

Wie bereits erwähnt, gab es schon im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts mehrere Levadas, die reichlich Quellwasser führten, vor allem für den Anbau von Zuckerrohr. Man kann jedoch sagen, dass die ältesten Levadas so alt sind wie die ersten landwirtschaftlichen Betriebe. Die bedeutendsten dieser Levadas, von denen einige noch heute bestehen, stammen allerdings aus dem 16. Jahrhundert.

Die ersten Wassererschließungen und der Bau der zugehörigen Aquädukte wurden von den frühen Siedlern aus eigener Kraft unternommen. Im Lauf der Zeit spielte die private Initiative stets eine sehr wichtige Rolle beim Bau und bei der Instandhaltung der Levadas.

Eine der ältesten und die bedeutendste der privaten Levadas ist die Levada de Santa Luzia (‚Kanal der heiligen Lucia‘), so genannt, weil sie vom Wasser des gleichnamigen Baches gespeist wird. Im Archiv des Stadtrats von Funchal ist ein königlicher Erlass (alvará régio) von 1515 verzeichnet, in dem Manuel I. anordnete, dass der Lauf dieser Levada künftig nicht verändert werden dürfe. In einem Bericht, den der Generalkapitän und Gouverneur des Archipels 1813 an die Regierung im Mutterland richtete, finden sich einige beschreibende Angaben zu dieser Levada. Danach entspringt sie in einem hohen Bergland, das die Namen Terreiro das Galinhas (‚Hühnerplatz‘) und Terreiro de Água trägt und zwei Léguas von der Stadt entfernt liegt. Zu diesen Quellen kamen später die des Ribeiro dos Frades und weiter unten die des Pisão hinzu. Vor allem aber verstärkten die ergiebigen Quellen von Tornos die Wassermenge, neben vielen anderen Quellen, die in denselben Bach stürzen. Das gesamte Wasser wurde in zwei Teile geteilt: Der eine war für die Mühlen bestimmt, der andere bildete die Levada de Santa Luzia. In demselben Dokument heißt es, dass sie „am Beginn der Einfassung (encanamento) 250 Quadratzoll Wasser aufnimmt und ihre Länge von dort bis Socorro (‚Beistand‘) 2130 Braças beträgt“. Das bemerkenswerte, oben erwähnte Dokument von 1515 lautet folgendermaßen: „Wir, der König, tun Euch kund, dem Bakkalaureus (bacharel, Universitätsabsolvent) Ruy Pires, unserem Juiz de fora (von der Krone ernannter auswärtiger Richter) mit Sondergerichtsbefugnis (alçada) in unserer Stadt Funchal, und den Beamten des Stadtrats der genannten Stadt, dass Wir nunmehr erfahren haben, dass man eine Levada, welche die Balthazares und andere Heréus (Mitinhaber der Wasserrechte einer Levada) am Bach von Santa Luzia besitzen, weiter oberhalb anlegen wollte, als sie bisher lag. Dies gereicht der genannten Stadt und ihrer Reinlichkeit zu großem Nachteil und Schaden und widerspricht dem Verbot, das Wir erlassen haben, dass an dem genannten Bach zu keiner Zeit irgendeine Neuerung vorgenommen werde über das hinaus, was zu der Zeit bestand, als Wir der genannten Stadt das Wasser des genannten Baches als Gnadenerweis verliehen. Und da es nicht Unser Wille ist, dass die genannte Levada verlegt oder an ihr irgendeine Neuerung vorgenommen werde, befehlen Wir Euch, sobald Euch dies vorgelegt wird, den genannten Balthazares und Heréus, denen sie gehört, in Unserem Namen aufzutragen, an der genannten Levada nichts anzurühren und sie nicht von der Stelle zu verlegen, wo sie zu sein pflegte, bei Strafe, sie an Uns zu verlieren; und sollten Richter und Beamte es ihnen gestatten, so erklären Wir sie einer Strafe von fünfzig Cruzados für verfallen. Und wenn an der genannten Levada irgendeine Veränderung vorgenommen worden ist, so lasst sie sogleich wieder in den Zustand und an die Stelle bringen, wo sie vormals war. Und Ihr, Richter, nehmt über all dies, was Wir so anordnen, ein Protokoll (auto) auf und lasst diesen Erlass in das Buch des Stadtrats der genannten Stadt übertragen, damit zu jeder Zeit bekannt sei, dass Wir dies so angeordnet und verboten haben; und Wir benachrichtigen Euch durch Unseren Brief, dass Ihr Euch hieran haltet, und dieser Erlass soll in Eurer Hand verbleiben, und so erfüllt ihn. Gegeben zu Almeirim am zweiundzwanzigsten Tag des Monats Februar, Damião Dias hat ihn ausgefertigt, im Jahre tausendfünfhundertfünfzehn; man nehme keinen Anstoß daran, wo ‚genannte‘ steht und an den durchgestrichenen Jahreszahlen, denn ich habe es wahrheitsgemäß getan. Sobald er übertragen war, wurde er sogleich dem genannten Bakkalaureus Ruy Pires, Juiz de fora, übergeben und ausgehändigt, und ich, Affonso Eannes, der ich ihn schrieb, habe ihn mit dem Original verglichen.“ (Buch 1 des Registo Geral, Bl. 116 v.) Über den Bach von Santa Luzia und die von ihm gespeisten Levadas fanden wir irgendwo eine Angabe für das Jahr 1866: Er führte damals 185 Liter pro Sekunde und speiste die Levadas de Santa Luzia, dos Moinhos und Dona Isabel. Deren Wasser floss gemeinsam bis zum Ortsteil (sítio) Fundoa de Cima (‚oberes Fundoa‘) in São Roque, wo die letztgenannte Levada ihre Abzweigung hatte. Vom Ortsteil Fundoa floss das Wasser gemeinsam bis zur Ribeira das Cales (‚Bach der Kalköfen‘) und wurde dort in zwei gleiche Teile geteilt, welche die Levadas dos Moinhos und de Santa Luzia bildeten. Damals ergab die Messung 19,5 Liter für die Levada Dona Isabel und 83 für jede der beiden anderen. Bei einer Messung im Jahr 1901 betrug die gemeinsame Wassermenge der drei Levadas 153 Liter pro Sekunde, wovon 63 auf die Levada de Santa Luzia, 55 auf die Levada dos Moinhos und 34 auf die Levada Dona Isabel entfielen. Nach der Levada de Santa Luzia ist die Levada dos Piornais eine der bedeutendsten und ältesten privaten Levadas. Sie entspringt am linken Ufer der Ribeira dos Socorridos (‚Bach der Geretteten‘) und dient der Bewässerung der Gemeinden (freguesia) São Martinho (‚heiliger Martin‘) und São Pedro (‚heiliger Petrus‘). Wir lasen irgendwo, dass der Bau dieser Levada von Luís Doria Velosa unternommen wurde, der im Jahr 1546 starb. Zu dieser Levada sowie zur Levada do Castelejo und zur Levada der Ribeira dos Socorridos ist im Archiv des Stadtrats dieser Stadt eine königliche Urkunde von 1562 verzeichnet, in der Königin Katharina anordnete, dass sie zur rechten Zeit auf Kosten der Heréus und Eigentümer „ausgehoben und gereinigt“ würden.

In einer aufschlussreichen „Memoria“, die am 4. Dezember 1921 im Diário de Notícias (‚Tägliche Nachrichten‘) von Funchal erschien, heißt es: „Die Levada dos Piornais hat ihren Ursprung an den Hängen, die die Ribeira dos Socorridos bilden. Die ersten Bauwerke befinden sich in der Gemeinde Curral das Freiras (‚Pferch der Nonnen‘), Ortsteil Fajã dos Chiqueiros (‚Ebene der Schweineställe‘), zwischen der Ribeira do Cidrão und der Ribeira do Gato, im Kreis (concelho) Câmara de Lobos, fünfzehn Kilometer von der Stadt Funchal entfernt. Dort wird das Wasser in zwei gleiche Mengen zwischen dieser Levada und der Levada Nova do Curral e Castelejos geteilt, gemäß der Vergleichsurkunde (escritura) zwischen beiden vom 13. Februar 1896, ausgestellt vom Notar Alexandre Baptista Pereira. Danach setzt sie ihren Lauf fort und nimmt mehrere Quellen an beiden Ufern der Ribeira dos Socorridos auf, bis sie am linken Ufer dieses Baches in ihre Wasserfassung (madre) oder ihr Wehr (açude) eintritt, im Ortsteil Fajã do Poio (‚Terrassenebene‘), Gemeinde Santo António, Kreis Funchal. Etwa fünfzig Meter davon entfernt, im gleichnamigen Ortsteil, ist das Verteilerbecken (caixa divisória) für das Wasser zwischen der Levada Nova de Câmara de Lobos (‚neuer Kanal von Câmara de Lobos‘) und der Levada dos Piornais errichtet, gemäß der Urkunde vom 19. Dezember 1898 desselben Notars. Danach erhält die erste ein Siebtel des Wassers und die zweite die übrigen sechs Siebtel.“

Über diese Levadas gibt uns der berühmte Kommentator der Saudades da Terra recht aufschlussreiche Auskünfte, die wir hier wiedergeben: „In diesem Zeitraum (Anfang des 16. Jahrhunderts) [entstanden] die wichtigsten allgemeinen oder gemeinschaftlichen Levadas der Insel Madeira, Adern, durch die von damals bis heute, obwohl die Einrichtung bereits entstellt ist, reichlich das Blut ihres landwirtschaftlichen Lebens fließt, der kostbare Quell ihres Wohlstands und ihrer beständigen Verjüngung. Schon im Jahr 1515 bestand die Levada von Santa Luzia in den nördlichen Vororten von Funchal; durch einen königlichen Erlass (alvará) dieses Jahres (Arch. da Cam. do Funchal, Bd. I, Bl. 116 v.) ordnete Manuel I. an, dass sie künftig nicht verlegt werden dürfe. Durch einen weiteren vom 26. September 1562 (ebenda, altes Registerbuch (tombo), Bl. 135) bestimmte Königin Katharina, Regentin im Namen von König Sebastian, dass die Levadas der Ribeira dos Socorridos, der Piornais und von Castelejo westlich von Funchal zur gebotenen Zeit auf Kosten der Heréus und Grundherren ausgehoben und gereinigt werden sollten, wobei die Kasse des Zollhauses die Ausgaben bis zu einem Betrag von 120.000 Réis (portugiesische Rechnungsmünze vor 1911; 1000 Réis = 1 Mil-Réis, 1.000.000 Réis = 1 Conto) vorstrecken sollte; und durch einen weiteren vom 19. Oktober desselben Jahres (Buch II des Registers des königlichen Rentamts (Provedoria), Bl. 185) dehnte sie eine ähnliche Bestimmung auf alle übrigen Levadas aus, ‚da viele Zuckerrohrpflanzungen verloren gehen und andere nicht angelegt werden, weil die Levadas nicht rechtzeitig ausgehoben und gereinigt werden‘. Den Donataren übertrug sie die Aufsicht darüber, sowohl zu diesem Zweck als auch, um ‚neue Levadas anzulegen oder sie zu verlegen‘ und die Wasser gegen einen bestimmten Preis ‚vorzugsweise an Personen zu verteilen, die Zuckerrohrfelder oder Zuckermühlen besäßen‘, sowie um ‚über die Rechtsstreitigkeiten darüber zu befinden, sie zu entscheiden und Berufung und Beschwerde zuzulassen‘. Und schließlich ließ Kardinal Heinrich, Regent im Namen desselben Königs Sebastian, 1563 drei königliche Erlasse ausfertigen: einen, wonach die Anwohner der Bäche unter der Aufsicht des ältesten Ratsherrn des Stadtrats von Funchal diese regelmäßig reinigen und befestigen sollten; einen weiteren, wonach die früheren Verfügungen über die jährliche Reinigung der Levadas zu befolgen seien; und einen dritten, wonach bei der Verteilung der Wasser die Zuckerrohrfelder den Vorrang haben sollten, wobei ihr Preis in jedem Kapitanat vom jeweiligen Donatarkapitän zusammen mit ‚einer ehrbaren Person‘ festzusetzen sei, ‚entsprechend der Menge und dem Nutzen, den sie daraus zögen‘.

– Die beiden ersten Erlasse sind im Arch. da Cam. do Funchal, altes Registerbuch, Bl. 117, und Bd. II, Bl. 75, verzeichnet; der dritte soll in Buch III der Provedoria, Bl. 99, eingetragen worden sein.“

Besondere Erwähnung verdient ebenso die sogenannte Levada de Dona Isabel (‚Kanal der Dona Isabel‘), auch unter dem Namen Levada da Fundoa bekannt, die verschiedene Ländereien der Gemeinden São Roque, São Pedro und Santa Luzia bewässert. Wer diese Dona Isabel war, die ihr den Namen gab, weiß man nicht genau; sie scheint jedoch zur Familie des Majoratsherrn João Paulo Esmeraldo gehört zu haben, der vor einem Jahrhundert der alleinige Eigentümer dieser Levada war. Nachdem mehrere Eigentümer bedeutende Arbeiten an dieser Levada ausgeführt und ihre Wassermenge beträchtlich vermehrt hatten, gründeten sie durch öffentliche Urkunde vom 5. April 1825 eine Vereinigung von Heréus. Heute gehört dieser Kanal einer großen Zahl von Landwirten und Grundbesitzern.

Die Levada do Bom Sucesso (‚Kanal des guten Erfolgs‘) entstand im Jahr 1855 mit geringer Wassermenge und einem unzulänglichen Kanal. Erst gegen Ende des 19. und in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die „Hauptkammer“ dieser Levada gebaut und das Bergwaldgebiet (montado) von Lourais erworben. Um 1910 oder kurz danach wurden neue, bedeutende Quellen hinzugekauft.

Die Levada dos Moinhos (‚Mühlenkanal‘) ist recht alt und führte schon zur Zeit der ersten Donatare eine beträchtliche Wassermenge. Sie lieferte die Antriebskraft für die zahlreichen Wassermühlen an ihrem Lauf, die den Donataren gehörten und zu den besten Einkünften zählten, die sie damals genossen.

20Die Levada dos Moinhos und die Quellen von Tornos

Ihre Nutzung durchlief verschiedene Phasen. Über sie findet sich folgende Nachricht aus dem Jahr 1855: „Das Wasser der Levada dos Moinhos (‚Mühlenkanal‘), das für die Reinigung dieser Stadt und für die Bewässerung bestimmt ist, wird an allen Tagen, an denen ein Recht besteht, darüber zu verfügen, nach der Ordnung verteilt, die die Verwaltungskommission (Comissão Administrativa) derselben Levada beschlossen hat. Sie lautet wie folgt: Von sechs Uhr morgens bis zwei Uhr nachmittags dient es der Reinigung, und zwar so, dass alle Wohnhäuser mindestens zweimal wöchentlich gereinigt werden, die Krankenhäuser, Kasernen und Gefängnisse an möglichst allen Tagen. Von zwei Uhr nachmittags bis sechs Uhr morgens ausschließlich dient es der Bewässerung und wird auf 153 Berechtigte verteilt.“

Hier bietet sich die Gelegenheit, kurz auf die verschiedenen Streitfragen einzugehen, die sich oft zwischen dem Stadtrat (Câmara Municipal) von Funchal und der Verwaltungskommission der Levada de Santa Luzia (‚Kanal der heiligen Lucia‘) erhoben. Anlass war die Notwendigkeit, die Stadt mit gutem Trinkwasser zu versorgen. Dies ließ sich nur mit der Quelle von Tornos vorteilhaft verwirklichen, einer der wichtigsten Quellen, die die Levadas de Santa Luzia und dos Moinhos speisen. Aus einem gemeinsamen Wasserlauf, zu dem die Tornos-Quellen gehören, zweigen die beiden Kanäle ab, die die genannten Levadas bilden; die Levada dos Moinhos ist dabei fast vollständig Eigentum des Stadtrats. Um die Quelle von Tornos zu nutzen, musste der Kreis (município) die „Levada de Santa Luzia“ entschädigen. Das führte zu langen Auseinandersetzungen, bis schließlich im Jahr 1912 eine Einigung zwischen den beiden Parteien zustande kam. Die entsprechende Urkunde ist vollständig im Diário de Notícias von Funchal vom 15., 16. und 17. Juli 1912 veröffentlicht.

Als Leitfaden und Grundlage für diese Einigung ernannte der Stadtrat zwei angesehene Ingenieure, die die umstrittene Frage untersuchen sollten. Sie legten ein fachkundiges Gutachten vor, dessen Schlussfolgerungen wir hier wiedergeben:

„Da der mittlere Durchfluss der Levada de Santa Luzia in der Trockenzeit 63,162 je 1" beträgt, müsste die gleiche Menge der Levada dos Moinhos zustehen, die sich mit jener das Wasser des Baches in einem im Ortsteil (sítio) Cales errichteten Verteilerbecken (caixa repartidora) zu gleichen Teilen teilt. Die Messungen am Levadakopf (madre da levada) der Levada dos Moinhos ergeben jedoch nur einen Durchfluss von 50,101 je 1". Das verrät einen erheblichen Verlust von 13,124 oder 13,161 Wasser im ständigen Durchfluss durch Versickerung und Verdunstung. Dieser Verlust rührt ausschließlich von der schlechten Wasserführung dieser Levada auf dem kurzen Zweigkanal (lanço, ramal) her, der unterhalb des Verteilerbeckens und oberhalb ihres Eintritts in die städtische Kanalisation liegt.

Nimmt man also für die Levada dos Moinhos den Durchfluss von 63,162 je 1" an und zieht davon 39,120 ab (mehr als genug, um die verschiedenen Nutzungen der Levada dos Moinhos innerhalb der Stadt zu sichern), so zeigt sich, dass dem Stadtrat noch eine beträchtliche Wassermenge verbleibt, nämlich ein Durchfluss von 24,136 oder 24,142 je 1". Dieser Durchfluss, der außerhalb der Levada dos Moinhos und oberhalb von ihr zu nutzen wäre, wird reichlichen Ausgleich für das Wasser bieten, das aus den Quellen von Tornos abzuleiten ist. Diese Quellen ergaben im September 1900 nur einen Durchfluss von 17,124 je 1", in derselben Trockenzeit, in der die Messungen an den genannten Levadas stattfanden, auf die wir uns beziehen.

Aus dem Dargelegten folgt, dass genügend Spielraum besteht, um alle Dienste der Levada dos Moinhos innerhalb der Stadt aufrechtzuerhalten und zugleich einen bedeutenden Teil ihres Wassers für den vollen Ausgleich an die übrigen Levadas zu bestimmen, die aus demselben Bach abgeleitet werden, sobald die Tornos-Quellen gefasst werden. Dieser Ausgleich zu gleichen Mengen wird für die letztgenannten Levadas äußerst vorteilhaft sein, denn offenkundig erreicht das Wasser der Tornos-Quellen diese Levadas heute stark vermindert, „infolge der großen und unvermeidlichen Verluste durch Versickerung und Verdunstung auf ihrem sehr langen und wasserreichen Lauf“.

Neben diesen Levadas wurden auf der ganzen Insel nach und nach viele Quellen für die Bewässerung erschlossen, und zahlreich sind die Kanäle, die zur Zuleitung und Verteilung des Wassers gebaut wurden. Zwar führen viele dieser Levadas nur wenig Wasser und bewässern nur nicht sehr ausgedehnte Flächen, doch sind sie stets ein beachtlicher Faktor des Wohlstands und Gedeihens für die Orte, die sie besitzen.

21Das Wasser des Paul da Serra

XVII – Die Wasser des Paul da Serra

Die Hochebene des Paul da Serra (‚Bergsumpf‘), die einzige von einiger Ausdehnung auf Madeira, liegt in 1500 Metern Höhe. Sie misst fünfeinhalb Kilometer in ostwestlicher Richtung und an ihrer breitesten Stelle wenig mehr als drei Kilometer. Ihre Bedeutung hängt eng mit der Bewässerung zusammen, denn viele der Quellen, die die Levadas (Bewässerungskanäle) speisen, darunter einige der ergiebigsten, entspringen dort. Wir halten es daher für lohnend, hier einige Angaben des Generalrats des Distrikts (Junta Geral do Distrito) wiederzugeben. Sie betreffen verschiedene Arbeiten, die auf dieser Hochebene bereits ausgeführt wurden, um das Regenwasser, das dort im Winter in großer Menge fällt, teilweise nutzbar zu machen. Diese Angaben beziehen sich auf den Zeitraum von 1938 bis 1940.

„Als Gebiet mit den reichsten Regen- und Schneefällen bildet sie ein Versickerungsfeld, aus dem die größten für die Bewässerung genutzten und nutzbaren Wassermengen stammen.

„Auf ihr oder an ihren Hängen entspringen die wasserreichsten Bäche Madeiras: die Ribeira da Janela (‚Fensterbach‘), die Ribeira do Seixal (‚Bach von Seixal‘), die Ribeira do Inferno (‚Höllenbach‘), die Ribeira de São Vicente (‚Bach des heiligen Vinzenz‘), die Ribeira da Ponta do Sol (‚Bach von Ponta do Sol‘) und die Ribeira da Madalena (‚Bach der Magdalena‘).

„Die wichtigsten Levadas, die von ihr ausgehen: die Levada do Pico da Urze (‚Kanal des Heidegipfels‘), die Arco da Calheta (‚Bogen von Calheta‘) reichlich versorgt und in etwa 1350 m Höhe beginnt; die Levadas do Rabaçal (1000 bis 1100), die den Kreis (concelho) Calheta (‚kleine Bucht‘) bewässern (er braucht mehr Wasser); die Levada do Monte Medonho (‚Kanal des schaurigen Berges‘), die einen Teil von Ribeira Brava (‚wilder Bach‘) und Tabua (‚Rohrkolben‘) versorgt; die Levada do Caramujo (‚Schneckenkanal‘), die São Vicente (‚heiliger Vinzenz‘) bewässert.

„Das Wasser der Ribeira do Seixal ist reichlich vorhanden und wird fast ausschließlich tagsüber genutzt. Das Wasser der Ribeira do Inferno findet keine Verwendung für die Bewässerung.

„Das Wasser der Bäche von Ponta do Sol und Madalena versorgt die jeweiligen Ortschaften gut.

„In einer gewissen Höhe entspringt eine kleine private Levada, deren Wasser in Canhas genutzt wird.

„Es gibt außerdem verschiedene private Levadas, die in geringeren Höhen beginnen, deren Wasserführung aber nur zu einem kleinen Teil von dem im Paul versickerten Wasser abhängen dürfte.

„Von der gewaltigen Wassermenge, die auf den Paul da Serra fällt, versickert nur ein Teil; der große Überschuss floss in die Bäche ab.

„Wenn man dafür sorgt, dass ein größerer Anteil des auf den Paul da Serra oder auf eine seiner ‚Randzonen‘ fallenden Wassers zurückgehalten wird, erhält man eine größere Wassermenge für die Quellen. Aus dieser Absicht begann der Generalrat Versuchsarbeiten auf dem sogenannten ‚Campo Grande‘ (‚großes Feld‘) des Paul da Serra. Dort wurde ein Damm errichtet, um das Wasser zurückzuhalten, das über den Ribeiro do Alecrim (‚Rosmarinbach‘) zur Ribeira da Janela abfließt; für diese Arbeiten hat er bereits fast 100 Contos ausgegeben.

„In jüngster Zeit wurde, in der Absicht, Arbeiten ähnlicher Art fortzusetzen, eine Erkundung an anderen Stellen der Hochebene vorgenommen. Dabei zeigte sich, dass es einige Stellen gibt, an denen sich mit verhältnismäßig geringen Kosten Staubecken von großem Fassungsvermögen anlegen lassen. Dazu gehören der Chão das Mesas (‚Boden der Tische‘) und die Ariais oder der Campo Pequeno (‚kleines Feld‘), wohin sich das Wasser des Ribeiro do Lagedo (‚Felsplattenbach‘) umleiten lässt, der im Winter gewaltige Wassermengen zur Ribeira da Janela führt.

„Infolge der bereits ausgeführten Arbeiten haben wir Nachricht, dass die Ergiebigkeit der Wasseraugen oder Quellen an mehreren Stellen, die unter dem Einfluss der Versickerung auf der Hochebene stehen, zugenommen hat. Diese Nachricht ist geeignet, uns zur Fortsetzung der Arbeiten zu ermutigen.

22Das Wasser von Porto Santo

XVIII – Die Gewässer von Porto Santo

Die Nachbarinsel Porto Santo (‚Heiliger Hafen‘) erleidet bei lang anhaltender Trockenheit, wie sie von Zeit zu Zeit vorkommt, die Folgen einer regelrechten öffentlichen Katastrophe. Sehr zu loben ist daher die Haltung des Generalrats des Distrikts (Junta Geral do Distrito) unter dem Vorsitz von Dr. João Abel de Freitas, der dort bedeutende landwirtschaftliche Wasserbauarbeiten ausführen ließ, um die durch diese Dürren verursachten Krisen zu mildern und die Landwirtschaft der ganzen Gegend erheblich zu fördern. Man hielt den Bau eines großen Grabens (vala) für notwendig, den der genannte Präsident im Jahr 1942 in einem Interview mit einer Zeitung mit den Worten beschrieb, die wir im Folgenden wiedergeben.

„Der Bau eines Grabens zum Auffangen und Verteilen des Regenwassers, der gegenwärtig im Gange ist, ist vielleicht das Werk von größter wirtschaftlicher und sozialer Tragweite, das dort bis heute verwirklicht wurde – nicht nur, weil er zur rechten Zeit Hunderten von Händen Arbeit gibt, sondern auch wegen des Einflusses, den er auf die landwirtschaftliche Entwicklung der Gegend haben dürfte. Dieser Graben hat in erster Linie die Aufgabe, das Wasser aufzufangen, das zuweilen in großen Mengen von den Hängen des Pico do Castelo (‚Burggipfel‘) herabströmt und an den darunterliegenden Hängen so viel Schaden angerichtet hat. Ist eine der Hauptursachen für den verheerenden Zustand dieser Ländereien beseitigt, so entsteht möglicherweise ein Anreiz, die Mauern wieder aufzubauen und die verlorenen Flächen wiederherzustellen.

Zweitens wird das so aufgefangene Wasser im sogenannten Verteilungsabschnitt des Grabens durch Sandböden in den Ortsteilen (sítios) Camacha, Eira Velha (‚alte Tenne‘), Areias (‚Sande‘) usw. geleitet. Diese bilden ein natürliches Reservoir von großem Fassungsvermögen, in dem das gesamte dorthin geleitete Wasser versickern wird; aus diesem großen Versickerungsfeld speisen sich fast alle vorhandenen Quellen und Brunnen.

Auf diese Weise soll das bisher schädliche Wasser auf zweierlei Art genutzt werden: erstens unmittelbar durch die Bewässerung der unterhalb des Grabens gelegenen Ländereien und zweitens durch die Vermehrung des Grundwassers und folglich der Schüttung der Quellen. Daraus ergibt sich auch eine wirtschaftliche Rechtfertigung für das Anlegen neuer Brunnen und damit für die Ausweitung der Bewässerungsflächen.

Ein weiterer Vorteil dieses Grabens besteht darin, dass er einen Anreiz bietet, an den günstigsten Stellen entlang seines Verlaufs Brunnen oder Staubecken anzulegen, in denen das Wasser für die spätere Bewässerung zurückgehalten wird, sobald sich regelmäßig Wasserüberschüsse zeigen, die einen solchen Bau rechtfertigen.“

23Die staatlichen Levadas: Statistiken für 1943

XIX – Nochmals die staatlichen Levadas

Zur Ergänzung und genaueren Erläuterung des oben Gesagten fügen wir im Folgenden einige statistische Angaben ein, die uns das technische Amt für öffentliche Arbeiten des Generalrats des Distrikts (Junta Geral do Distrito) freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Sie enthalten wertvolle und aufschlussreiche Informationen über die staatlichen Levadas auf dieser Insel, die festzuhalten sehr wichtig ist, da sie in keinem amtlichen Dokument veröffentlicht sind. Es handelt sich um einen Bericht, der dem Amt, das ihn verfasst hat, zu großer Ehre gereicht und den wir mit großer Freude in diesen bescheidenen Seiten des Elucidário Madeirense bewahren. Zudem bietet er eine anschauliche Darstellung der Arbeiten, die im Auftrag jenes Amtes im Jahr 1943 zur Messung der Durchflussmengen und der Länge der jeweiligen Kanäle durchgeführt wurden – etwas, das seit vielen Jahren nicht mehr geschehen war.

„Die Levada Velha do Rabaçal (‚alter Kanal von Rabaçal‘) entspringt an den Fontes do Risco (‚Quellen von Risco‘) in 1045 Metern Höhe. Der Hauptkanal ist 24.000 Meter lang, einschließlich des Furado Velho, der eine Länge von 450 Metern hat. Der Durchfluss beträgt 65 Liter pro Sekunde (3900 Penas), gemessen im August 1943. Sie bewässert Land in den Gemeinden Prazeres, Paul do Mar, Fajã da Ovelha und Ponta do Pargo und ist in drei Seitenkanäle aufgeteilt. Der erste bewässert in der Gemeinde Prazeres im Turnus von 19 Tagen und 12 Stunden; der zweite, mit dem gleichen Turnus, bewässert in Paul do Mar und Fajã da Ovelha; der dritte Seitenkanal schließlich bewässert in den Gemeinden Fajã da Ovelha und Ponta do Pargo, ebenfalls im Turnus von 19 Tagen und 12 Stunden.

Die Levada Nova do Rabaçal (‚neuer Kanal von Rabaçal‘) entspringt an der Ribeira dos Cedros (‚Zedernbach‘) in 990 Metern Höhe. Zuflüsse dieser Levada sind die sogenannten Vinte e Cinco Fontes (‚fünfundzwanzig Quellen‘) sowie die Fassungen der Ribeira Grande oder do Risco. Die an den Quellen im August 1943 gemessene Gesamtdurchflussmenge beträgt 86 Liter pro Sekunde (5160 Penas). Vom Ursprung bis zum Furado Novo ist der Kanal etwa drei Kilometer lang. Der Furado Novo misst 800 Meter; nach dem Austritt aus dem Furado Novo erstreckt sich der Kanal 7 Kilometer nach Osten und 6 nach Westen. Wie die Levada Velha ist auch diese Levada in drei Teile mit gleichem Durchfluss aufgeteilt. Das erste Drittel bewässert in den Gemeinden Arco da Calheta (‚Bogen von Calheta‘) und Calheta (‚kleine Bucht‘) im Turnus von 18 Tagen und 12 Stunden; das zweite Drittel, ebenfalls im Turnus von 18 Tagen und 12 Stunden, bewässert in der Gemeinde Calheta; das dritte Drittel bewässert in der Gemeinde Estreito da Calheta (‚Enge von Calheta‘) im Turnus von 19 Tagen und 12 Stunden. Die Gesamtzahl der Stunden je Turnus der Rabaçal-Levadas ergibt sich wie folgt:

2 Seitenkanäle × 18,5 Tage × 24 Stunden = 888 Stunden, 4 Seitenkanäle × 19,5 Tage × 24 Stunden = 1872 Stunden, insgesamt 2760 Stunden. Von dieser Gesamtzahl an Wasserstunden sind 2690 verpachtet; die übrigen bilden die sogenannten unverpachteten Stunden (quebras).

Die Levada do Caramujo (‚Schneckenkanal‘) oder Levada da Ribeira do Inferno entspringt an der Ribeira do Inferno (‚Höllenbach‘) am Fuß des Pico Ruivo do Paul (‚rötlicher Gipfel am Sumpf‘) in 1185 Metern Höhe. Der Kanal ist 6000 Meter lang, und der Durchfluss dieser Levada beträgt 20 Liter pro Sekunde (1200 Penas).

Die Levada do Lombo do Moiro (‚Kanal des Maurenrückens‘) oder Levada do Monte Medonho entspringt an den Bächen Folhadal, Pináculo und Monte Trigo in 1450 Metern Höhe. Sie ist etwa 10.600 Meter lang, und ihr Durchfluss beträgt 18 l pro Sekunde (1080 Penas). Sie bewässert in den Gemeinden Ribeira Brava (‚wilder Bach‘) und Tabua (‚Rohrkolben‘) im Turnus von 14 Tagen und 12 Stunden. Das Wasser dieser Levada wurde früher in der Gemeinde São Vicente (‚heiliger Vinzenz‘) genutzt, wohin heute das der Levada do Caramujo fließt. Diese wurde vom Staat gebaut, um sie gegen die Levada do Lombo do Moiro zu tauschen; Unterhalt und Reparaturen der Levada do Caramujo blieben dabei Sache des Staates. In Ribeira Brava sind 926 Stunden verpachtet, in Tabua 410.

BezeichnungStunden (Std.)
4 Seitenkanäle × 14,5 Tage × 24 Std. =1392
Verpachtet1336
Unverpachtete Stunden56

Die Levada da Serra de São Jorge (‚Kanal im Bergland von São Jorge‘) entspringt im Caldeirão do Inferno (‚Höllenkessel‘) in 920 Metern Höhe und fasst auch das Wasser des Caldeirão Verde (‚grüner Kessel‘). Die Gesamtdurchflussmenge beträgt 40 l pro Sekunde (2400 Penas), und der Kanal ist bis Venda Nova 11.000 Meter lang. Vom Hauptkanal dieser Levada zweigen drei Nebenkanäle ab, die im Ortsteil (sítio) Ilha der Gemeinde São Jorge sowie in den Gemeinden Santana (‚heilige Anna‘) und Faial (‚Gagelbaumhain‘) im Turnus von etwa 14 Tagen bewässern. Verpachtet sind 788 Stunden und 15 Minuten.

Die eigentliche Levada da Serra do Faial (‚Kanal im Bergland von Faial‘) entspringt an der Ribeira Seca (‚trockener Bach‘) in 1100 Metern Höhe. Sie nimmt auch das Wasser einer Levada namens Levadinha de João Dias auf, die etwa 1000 Meter lang ist und oberhalb der Fassungen der Ribeira Seca liegt. Zur Durchflussmenge der Levada da Serra do Faial tragen außerdem bei: die Quellen der Ribeira da Ametade, Quellen zwischen dem Furado do Lapão und dem Lombo Furão, das Rinnsal (côrrego) Côrrego da Cabra, die Quellen der Rocha do Gavino, der Côrrego da Choupana, die Quellen von Feiteiras und weitere kleine Quellen entlang des Hauptkanals. Die am 16. September 1943 an allen Quellen gemessene Gesamtdurchflussmenge ergab 80 l pro Sekunde (4800 Penas). Der Hauptkanal ist von der Ribeira Seca bis zum Ortsteil Choupana (‚Hütte‘) in der Gemeinde Santa Maria Maior 54.000 Meter lang. Unter den staatlichen Levadas ist sie die längste. Diese Levada ist in vier Seitenkanäle aufgeteilt, deren Turnus 27 Tage beträgt. Der Turnus ist in halbe Turnusse von 13 Tagen und 12 Stunden unterteilt, wobei jeder Bewässerungsberechtigte jeweils die Hälfte der im Kataster eingetragenen Zeit erhält. 4 Seitenkanäle × 27 Tage × 24 Std. = 2592 Std. Verteilung ohne unverpachtete Stunden.

Die Levada do Juncal (‚Binsenfeldkanal‘) entspringt an der Ribeira do Juncal und wird zusammen mit der Levada da Serra do Faial auf einer Strecke von 16.000 Metern bis zum Lombo da Raiz (‚Wurzelrücken‘) in der Gemeinde Santo da Serra geführt. Dort wird sie wieder abgetrennt und bewässert in den Gemeinden Santo da Serra, Santa Cruz und Água de Pena. Zur Durchflussmenge der Levada do Juncal, die am Ursprung 76 l pro Sekunde beträgt, kommt die Levada dos Accionistas (‚Kanal der Aktionäre‘) hinzu. Diese ist eine private Levada, bewässert in denselben Gemeinden wie die Levada do Juncal und entspringt an der Ribeira das Lajes. Ab dem Lombo da Raiz verlaufen die Levadas do Juncal und dos Accionistas gemeinsam im Nebenkanal. Bei der Teilung der jeweiligen Durchflussmengen entfällt ein Drittel auf die Levada dos Accionistas, während die Levada do Juncal zwei Drittel erhält. Der Turnus der Levada do Juncal beträgt 16 Tage und 12 Stunden; die Verteilung erfolgt über zwei Seitenkanäle mit insgesamt 792 Stunden je Turnus, ohne unverpachtete Stunden.

Die Levada do Furado (‚Kanal des Durchstichs‘) entspringt am Ribeiro Frio (‚kalter Bach‘) in 860 Metern Höhe. Auch sie verläuft auf einer Strecke von 8500 Metern im Hauptkanal der Levada da Serra do Faial bis Lamaceiros und führt von dort weiter nach Portela de Machico, Maiata und Porto da Cruz (‚Hafen des Kreuzes‘); bewässert wird im Turnus von 16 bis 18 Tagen. Die Durchflussmenge dieser Levada beträgt 40 l pro Sekunde (2400 Penas). Von dieser Levada sind 579 Stunden und 15 Minuten verpachtet.

Die Pachtpreise der staatlichen Levadas je Stunde und Jahr lauten wie folgt:

LevadaPreis je Stunde und Jahr (Escudos)
Levadas do Rabaçal54
Levada do Monte Medonho24
Levada da Serra de São Jorge27
Levada da Serra do Faial72
Levada do Juncal96
Levada do Furado27

Dem Generalrat gehört außerdem die Quelle von Serralhal (‚Gänsedistelfeld‘) in der Gemeinde Caniço, deren als trinkbar eingestuftes Wasser jährlich 3410 Escudos einbringt. Die Einnahmen aus den staatlichen Levadas beliefen sich in den letzten fünf Jahren auf folgende Beträge:

JahrEinnahmen (Escudos)
1939351.263
1940364.283
1941448.401,45
1942461.318,55
1943470.180

Der Generalrat hat der Instandsetzung der ihm unterstellten Levadas besonders in den letzten Jahren große Aufmerksamkeit gewidmet, denn er will das große Werk vollenden, alle noch „in Erde“ verlaufenden Levadas wasserdicht auszukleiden. Es ist ein Vorhaben von großer Tragweite, dessen Wirkung sich bereits seit 1941 bemerkbar macht: Die Sickerverluste sind in allen Levadas schon spürbar zurückgegangen.

Um die Instandsetzungsarbeiten zu verstärken, beschloss der Generalrat in seiner Sitzung vom 15. November 1940, einen Zuschlag auf die Wassergebühren zu erheben. Er selbst steuerte einen Betrag in gleicher Höhe wie dieser Zuschlag bei, zusätzlich zu den Mitteln, die er für die üblichen Reparaturen bewilligen zu können glaubte. Auf diesen Zuschlag ging ein Teil der Einnahmensteigerung ab dem Jahr 1941 zurück. In den letzten fünf Jahren wurden für Reparaturen folgende Beträge ausgegeben:

JahrAusgaben für Reparaturen (Escudos)
1939116.432,80
1940113.933,60
1941208.200,80
1942201.725,15
1943147.623,25

24Die technische Mission und ihre Berichte

XX – Der Bau der neuen Levadas

Wie allgemein bekannt ist und wie wir hier wiederholt betont haben, sind die Levadas die wertvollsten Grundlagen für den Wohlstand unserer Landwirtschaft. Deshalb wurde das Dekret vom 26. Juli 1939 mit größter Genugtuung aufgenommen. Es ordnete die Entsendung einer Sondermission nach Madeira an, die die technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten in hydroelektrischer und landwirtschaftlich-wasserwirtschaftlicher Hinsicht untersuchen sollte, und zwar in ihrer Gesamtheit und in ihren wechselseitigen Zusammenhängen. Diese technische Kommission ließ nicht lange auf sich warten. Sie bestand aus höchst kompetenten Beamten, die bei den unverzüglich aufgenommenen Arbeiten die gründlichste Sachkenntnis bewiesen und zugleich den lautersten Eifer bei der Lösung der verschiedenen eng damit verbundenen Probleme zeigten. Zu diesem Zweck bereiste die Mission einen beträchtlichen Teil der Insel, führte mehrere Untersuchungen in loco durch, holte Auskünfte und Erläuterungen bei verschiedenen amtlichen Stellen ein, hörte über die angesehensten Persönlichkeiten unseres Umfelds die Meinung der Betroffenen an usw. So bekundete sie den größten Willen, bei der Erfüllung des heiklen Auftrags, der ihr übertragen worden war, eine nützliche, vollständige und gewissenhafte Arbeit zu leisten.

Gegen Ende des Jahres 1941 schloss die Kommission ihre Schreibtischarbeiten ab, und ihre ausführlichen Berichte gingen an die übergeordneten Behörden: ein allgemeiner Bericht sowie drei weitere über landwirtschaftliche Fragen, elektrotechnische Angelegenheiten und Fragen des Bauingenieurwesens.

Aus dem „Relatorio Geral“ (Generalbericht) können wir eine knappe Übersicht über die darin behandelten Gegenstände geben. So lässt sich, wenn auch nur oberflächlich und unvollständig, ein Urteil über Umfang und Bedeutung der geleisteten Arbeiten gewinnen.

Er gliedert sich in vier Teile:

  1. 1. Vorbemerkungen
  2. 2. Allgemeine Verhältnisse
  3. 3. Nutzungsmöglichkeiten
  4. 4. Schlussbetrachtungen. Der zweite Teil ist in folgende Kapitel unterteilt:
    1. I Orografie
    2. II Geologischer Abriss
    3. III Verkehrswege und Bevölkerungsverteilung
    4. IV Klima
    5. V Waldbestand
    6. VI Eigentumsverhältnisse
    7. VII Wasserrecht
    8. VIII Levadas
    9. IX Landwirtschaft
    10. X Industrien der Insel Madeira.

Kapitel VIII ist besonders aufschlussreich. Es behandelt zunächst die privaten Levadas und ausführlicher die staatlichen Levadas, gegliedert in folgende Punkte:

  1. I Levadas do Rabaçal (alte und neue)
  2. 2 Levadas do Caramujo und Lombo do Moiro
  3. 3 Levadas da Serra de São Jorge, do Furado, do Juncal und da Serra do Faial
  4. 4 Wirtschaftliche Ergebnisse des Betriebs durch den Staat
  5. 5 Verwaltung der Levadas
  6. 6 Versuche, den staatlichen Levadas eine endgültige Bestimmung zu geben.

Kapitel X über die Industrien behandelt: A Ihren gegenwärtigen Stand; B Entwicklungsmöglichkeiten; C Unternehmen des öffentlichen Verkehrs und D Erzeugung und Handel mit elektrischer Energie.

Der dritte Teil – Nutzungsmöglichkeiten – umfasst folgende Kapitel:

  1. A Ribeira de Machico (1. Nutzung Caniçal)
  2. B Ribeiras de São Jorge, Faial und Tem-te-não-caias:
    1. a) Gesamtplan
    2. b) Ribeira de São Jorge – 2. Nutzung Santana und Faial
    3. c) Ribeira de São Roque – 3. Nutzung Porto da Cruz
    4. d) Ribeiro Frio – 4. Nutzung oberes Machico
    5. e) Ribeira do Juncal – 5. Nutzung Santo da Serra, Santa Cruz und Água de Pena
    6. f) Ribeiras de São Jorge, Seca und Ametade – 6. Nutzung Caniço, São Gonçalo und Santa Maria Maior
  3. O Ribeiro Bonito – 7. Nutzung São Jorge
  4. D Ribeira do Porco – 8. Nutzung Arco de São Jorge und Boaventura
  5. E Ribeira dos Moinhos – 9. Nutzung Ponta Delgada
  6. E Ribeira Grande – 10. Nutzung São Vicente
  7. G Ribeira da Ponta do Sol – 11. Nutzungen Tabua und Ponta do Sol
  8. H Ribeiras de São Vicente, Inferno, Seixal und da Janela – 12. und 13. Nutzung Ribeira Brava, Câmara de Lobos, Serra de Água, Calheta und Ponta do Pargo
  9. Ribeira dos Cedros – 14. Nutzung Porto do Moniz
  10. J Ribeiro do Seixal – 15. Nutzung Seixal
  11. Ribeira de Santa Luzia – 16. Nutzung Santa Luzia
  12. L Levada do Pico – 17. Nutzung – Pico dos Eirozes
  13. M Ribeira da Janela – 18. Nutzung – Porto Moniz
  14. N Speicherung, Rückhaltung und Hebung von Wasser sowie Grundwasser
  15. O Zusammenfassung und Schlussfolgerungen.

Es ist möglich und vielleicht sogar wahrscheinlich, dass die in diesen Berichten entworfenen und hier wiedergegebenen Pläne bei ihrer Ausführung Änderungen erfahren. Wir nehmen jedoch an, dass sie sich in ihren Grundzügen nicht weit von den ausgearbeiteten Entwürfen entfernen werden. Und da die Verwirklichung dieser Pläne einige Jahre in Anspruch nehmen wird, halten wir es für angebracht, diese kurze Nachricht über sie hier als aufschlussreiche und willkommene Erläuterung festzuhalten.

25Die Dekrete von 1943 und der Bauplan

Im Diário do Governo vom 21. Oktober 1943 wurden die vom selben Tag datierten Dekrete Nr. 33.158 und 33.159 veröffentlicht. Sie ordnen den Bau eines ausgedehnten Netzes von Bewässerungskanälen an und legen die Bestimmungen fest, nach denen eine so unschätzbare Verbesserung verwirklicht werden soll. Seit Langem war Madeira keine Maßnahme von solcher Tragweite gewährt worden, die der gesamten Wirtschaft des Archipels so unmittelbar zugutekommen wird.

Wir können uns daher dem Wunsch nicht entziehen, die Zusammenfassungen wiederzugeben, die die Zeitungen von Lissabon und Funchal von diesen wichtigen Erlassen veröffentlichten. So halten wir hier die Bestimmungen fest, die für unser Thema am wichtigsten sind und die das in den vorangehenden Kapiteln Gesagte ergänzen.

„Da es sich um einen umfangreichen Arbeitsplan handelt, der der Insel Madeira eine beträchtliche Verbesserung ihrer Landwirtschaft und ihrer gewerblichen Produktion verschaffen soll, und da sowohl die Studien als auch die Ausführung der Arbeiten eine recht spezialisierte Technik erfordern, beschloss die Regierung, eine autonome, befristete Körperschaft zu schaffen, die den Bau neuer Anlagen und die Instandsetzung der bestehenden verwalten und leiten soll. Diese Körperschaft wird ‚Verwaltungskommission der Wasserbauanlagen Madeiras‘ (Comissão Administrativa dos Aproveitamentos Hidráulicos da Madeira) heißen, und ihr wird ein Delegierter des Generalrats des Autonomen Distrikts (Junta Geral do Distrito Autónomo) von Funchal angehören.

Die Kosten für Ausführung und Verwaltung der vorgesehenen Arbeiten werden auf 60.000 Contos veranschlagt, die sich wie folgt verteilen:

Wasserbauanlagen – Bewässerungsarbeiten 20.798 Contos; Kraftwerke, Hauptwerke (3) 15.890 Contos und Nebenwerke (2) 3462 Contos.

Stromnetze – für Übertragung und Energie 5034 Contos und für die allgemeine Verteilung 1020 Contos; Unvorhergesehenes 8790 Contos; allgemeine Baukosten 5000 Contos.

Die im Plan enthaltenen Arbeiten werden innerhalb von zehn Jahren ausgeführt und auf zwei Abschnitte von je fünf Jahren verteilt.

Im ersten Abschnitt sollen folgende Arbeiten ausgeführt werden: landwirtschaftliche Wasseranlagen – Machico und Caniçal; Ribeira Brava und Câmara de Lobos; Ponta do Pargo und Calheta. Wasserkraftanlagen – Kraftwerk Serra de Água (‚Wassersäge‘); Kraftwerk Calheta; Energieübertragungsleitungen und Umspannwerk Funchal. Im zweiten Abschnitt sollen die übrigen Arbeiten ausgeführt werden, die der Bericht der technischen Mission vorsieht, auf dem der betreffende Erlass beruht. Die vorgesehenen Arbeiten einschließlich der allgemeinen Verwaltungskosten werden zu gleichen Teilen vom Staat und vom Generalrat des Distrikts von Funchal getragen. Die jährliche Belastung beträgt somit 6000 Contos, wovon auf jede der beiden Stellen 3000 Contos entfallen. Dem Generalrat wird gestattet, ein Darlehen in zwei Tranchen von je bis zu 15.000 Contos aufzunehmen, um die Kosten für die Ausführung des Wasserbauplans tragen zu können. Die Verwaltungskommission ist befugt, die Mittel zu verwalten, die ihr jährlich in den allgemeinen Haushalten des Staates und des Generalrats des Distrikts zugewiesen werden. Die Arbeiten werden von dieser Kommission ausgeführt, wobei im Allgemeinen die Vergabe an Unternehmer (empreitada) angewandt werden soll. Ihr obliegt auch die Ausarbeitung der Projekte. Ferner ist vorgesehen, dass mit ministerieller Genehmigung bestimmte Studien und die Bauaufsicht im Rahmen von Dienstleistungsverträgen an kommissionsfremdes Personal vergeben werden können, wenn diese Arbeiten nicht mit dem eigenen technischen Personal zu bewältigen sind.

Mit der Ausführung der vorgesehenen Arbeiten wird die Bewässerung einer Fläche von 3111 Hektar erreicht, das sind etwa 30 % der gegenwärtig bewässerten Fläche. Dies zeigt deutlich, welch großen Wert die neuen Anlagen für die Wirtschaft Madeiras haben. Zudem werden technische Hilfe und staatliche Aufsicht bei größeren Instandsetzungs- und Verbesserungsarbeiten an den bestehenden Anlagen zugelassen, um gewisse in der Praxis aufgetretene Missstände zu vermeiden, ohne jedoch die überlieferten Regeln der Insel aufzugeben.

Von den Anlagen zur Energieerzeugung erwartet man wertvolle Ergebnisse, nicht nur wegen ihres Einflusses auf die Einfuhr von Brennstoffen, sondern auch wegen des Aufschwungs, den sie den Industrien und anderen Wirtschaftszweigen Madeiras geben werden. Um die Bedeutung der vorgesehenen Wasserkraftanlagen für die Wirtschaft der Insel zu ermessen, genügt der Hinweis, dass ihre ständige Leistung in der Trockenzeit etwa 5830 kW erreicht – eine Leistung, die die dort gegenwärtig installierte weit übersteigt.

Die Lösung dieses wichtigen Problems, auf das soeben hingewiesen wurde, ist Teil des umfassenden Gesamtplans, den die Regierung auf den Adjazenten Inseln (Ilhas Adjacentes) zu verwirklichen beschlossen hat.

26Rechtlicher Rahmen für die neuen Levadas

Mit der Umsetzung dieses Plans wurde auf Madeira begonnen, und zwar mit dem Straßenbau, der zügig voranschreitet. In den Distrikten Ponta Delgada (‚schmale Spitze‘) und Angra do Heroísmo hat das Straßenbauprogramm ebenfalls begonnen, und auf jener Insel sollen nun die Arbeiten zur Nutzung der Wasserkräfte ausgeführt werden. So wird eine Reihenfolge eingehalten, die den nationalen Interessen am besten zu entsprechen scheint.

Der Zinssatz der Darlehen, die der Generalrat aufnehmen darf, darf 4 % nicht übersteigen. Sie sind in zwanzig Jahren zu tilgen und laufen während der fünfjährigen Bauzeit jeder Phase auf Kontokorrent.

Die Verwaltungskommission (Comissão Administrativa) besteht aus einer Persönlichkeit mit großer Erfahrung in der öffentlichen Verwaltung, einem Vertreter des Generalrats, einem Bauingenieur von anerkannter Kompetenz in der Planung von Wasserbauten sowie einem Absolventen der Rechtswissenschaft mit Ergänzungsstudium der politischen Ökonomie oder der Wirtschafts- und Finanzwissenschaften. Alle werden von der Regierung ernannt; der Erstgenannte führt den Vorsitz, der Letztgenannte ist Sekretär.

Ausführendes Organ der Kommission ist ein geschäftsführender Direktor, nämlich ihr Mitglied, der Bauingenieur. Ihre Arbeiten werden von einem leitenden Ingenieur-Inspektor der Öffentlichen Bauten überwacht. Dieser unterrichtet die Regierung über den Fortgang der Arbeiten und ist befugt, in ihrem Namen jedem Beschluss zu widersprechen, wenn er es für angebracht hält.

Das für die Dienste erforderliche technische, Verwaltungs- und Hilfspersonal wird nach den geltenden Gesetzen auf Vorschlag der Kommission und mit Genehmigung des Ministers vertraglich oder gegen Lohn eingestellt.

Das technische Personal, einschließlich der Kommissionsmitglieder, kann sich um Stellen in den ständigen Stellenplänen der verwandten Dienste des Ministeriums für Öffentliche Arbeiten und Verkehr bewerben, und zwar zu denselben Bedingungen, die das Gesetzesdekret Nr. 26.117 vom 23. November 1935 für Vertragsbedienstete der nichtständigen Stellenpläne festlegt. Gehört es bereits den ständigen oder nichtständigen Stellenplänen dieses Ministeriums an, gilt für es die Regelung des Gesetzesdekrets Nr. 30.896 vom 22. November 1940. Die in dieser Abordnung verbrachte Zeit wird ihm für Beförderung und Ruhestand als Dienstzeit in den jeweiligen Stellenplänen angerechnet.

Der Staat und der Generalrat erhalten die Ausgaben für die landwirtschaftlichen Wasserbauten durch eine „Meliorations- und Bewässerungsabgabe“ (taxa de beneficiação e rega) zurückerstattet.

Die Projekte der landwirtschaftlichen Wassernutzung stützen sich auf das Kataster der begünstigten Grundstücke. Es besteht aus dem agrologischen Parzellenplan im Maßstab 1:2500 und dem Katasterregister aller von den Arbeiten betroffenen Grundstücke. Dieses enthält unter anderem für jedes Grundstück den gegenwärtigen Roh- und Reinertrag und den nach Ausführung der Arbeiten zu erwartenden sowie die gegenwärtigen und künftigen Lasten.

Das Kataster sowie der Satzungsentwurf der jeweiligen Bewässerungsgenossenschaft (Associação de Regantes) werden 30 Tage lang an einem öffentlichen Ort der Gemeinde (freguesia), zu der die betroffenen Ländereien gehören, zur Einsicht und für Einsprüche der Beteiligten ausgelegt.

Die Verwaltungskommission betreibt den Erwerb oder die Enteignung privater Grundstücke und Gewässer sowie aller Rechte, die vor der jeweiligen Nutzung bestehen. Ebenso vereinbart sie mit den Verwaltungskörperschaften den Erwerb der ihnen gehörenden und für die Ausführung der Arbeiten benötigten Grundstücke durch unentgeltliche Abtretung, Tausch oder Kauf.

Die durch das Gesetzesdekret 29.718 vom 26. Juni 1939 geschaffene technische Mission gilt als aufgelöst; sie übergibt der Verwaltungskommission die von ihr angeschafften Geräte, Werkzeuge und Materialien nach Inventar.

Unmittelbar nach Abschluss der Arbeiten gründet die Verwaltungskommission gemäß der genehmigten Satzung die Bewässerungsgenossenschaft der betreffenden Levada (Bewässerungskanal). Sie lädt die Bewässerer durch öffentliche Bekanntmachung ein, sich zu versammeln und den Vorstand zu wählen, dem Anlagen und Satzung durch ein ordnungsgemäßes Protokoll übergeben werden. Hierauf bezieht sich ein weiteres, ebenfalls im Diário do Governo veröffentlichtes Dekret.

Den Bewässerungsgenossenschaften müssen die Eigentümer, Nießbraucher, Erbpächter, Treuhänder, Kolonen, Pächter und Teilpächter der durch die jeweiligen Anlagen begünstigten Ländereien angehören.

Unterhaltung und Betrieb der Anlagen sowie die Beschlüsse der Bewässerungsgenossenschaften werden von der Verwaltungskommission überwacht, nach ihrer Auflösung von den Wasserbaudiensten des Generalrats des Autonomen Distrikts (Junta Geral do Distrito Autónomo) Funchal.

Die Meliorations- und Bewässerungsabgabe, die der Rückzahlung der Ausgaben für die Wasserbauten dient, besteht aus einer festen Jahresrate pro Hektar. Sie wird mit einem Zinssatz von höchstens 3 % berechnet, richtet sich nach den landwirtschaftlichen und wirtschaftlichen Möglichkeiten der Ländereien und beruht auf einer Tilgung in 50 Jahren.

Diese Jahresrate ist eine dingliche Last auf dem Grundstück; ihr Betrag kann zusammen mit der ländlichen Grundsteuer erhoben werden, jedoch auf einem gesonderten Beleg.

Die Betriebs- und Unterhaltungskosten jeder Anlage tragen die Begünstigten aus dem Ertrag einer jährlichen Abgabe namens „Betrieb und Unterhaltung“. Sie wird nach Anhörung des Vorstands der Bewässerungsgenossenschaft von höherer Stelle nach Maßgabe der auszuführenden oder vorzusehenden Arbeiten festgesetzt.

Die Nutzung des Bewässerungswassers ist für die endgültig ins Kataster aufgenommenen Grundstücke Pflicht. Der Generalrat oder die Genossenschaft dürfen mit Genehmigung der Regierung Grundstücke, die es nicht nutzen, enteignen, und zwar zu dem Wert vor den Arbeiten zuzüglich der kapitalisierten bereits gezahlten Jahresraten.

Gibt es im Bereich der Levadas des genehmigten Plans unbewässerte und bereits bewässerte Grundstücke, so erhalten bei der Verteilung in der Regel jene den Vorzug, die noch nicht bewässert werden und deren Eigentümer, Pächter oder Kolonen über kein Wasser verfügen, das sich wirtschaftlich dorthin leiten ließe. Kann das Wasser einer Levada zugleich zur Bewässerung und zur Stromerzeugung genutzt werden, darf die Stromerzeugung die Bewässerung nicht beeinträchtigen.

Nach Fertigstellung der Wasserkraftanlagen und ihres allgemeinen Netzes wird der Stromverkauf im Pachtsystem für die ganze Insel oder nach Zonen ausgeschrieben, sofern die Regierung nichts anderes bestimmt. Grundlage der Ausschreibung ist die progressive Pacht, die an den Staat und den Generalrat nach den im Lastenheft festzulegenden Stufen zu zahlen ist.

Die der Regierung durch die genannten Bestimmungen übertragenen Befugnisse werden durch den Minister für Öffentliche Arbeiten und Verkehr ausgeübt.“

Somit steht der Bau einiger Levadas kurz bevor, die das vor Jahrhunderten begonnene großartige Werk fortsetzen werden – eines der wichtigsten Fundamente des Wohlstands dieses Distrikts.

27Gebräuchliche Begriffe rund um die Levadas

XXI – Gebräuchliche Fachbegriffe

Es ist allgemein bekannt und wurde auf den vorangehenden Seiten deutlich hervorgehoben, dass die „Levadas“ das wichtigste Element der madeirischen Landwirtschaft und einer der bedeutendsten Faktoren der Wirtschaft unseres gesamten Archipels sind. Sie leisten noch weitere wertvolle Dienste: Sie liefern einigen tausend Menschen, die in den Ortsteilen entlang dieser Levadas wohnen, das Wasser für alle häuslichen Zwecke, sie stellen die Antriebskraft für den Betrieb vieler Wassermühlen bereit, und sie versorgen zahlreiche öffentliche Waschplätze mit dem unentbehrlichen Wasser, sodass diese das ganze Jahr über genutzt werden können. So verhält es sich mit dem reichlichen Wasserstrom der Levada dos Piornais auf einer Strecke von mehr als zehn Kilometern.

Seit nunmehr vier Jahrhunderten sind im ganzen Archipel eigentümliche Begriffe verbreitet, mit denen die Verhältnisse und Mittel bezeichnet werden, die im besonderen madeirischen Bewässerungssystem gebräuchlich sind. Der Landbevölkerung sind sie wohlbekannt, und sie verwendet sie täglich. Einer beträchtlichen Zahl von Stadtbewohnern sind sie jedoch fremd, und ganz besonders den Menschen, die Madeira nur kurz und flüchtig besuchen. Vor allem für diese ist die kleine „Nomenklatur“ oder „Terminologie“ unserer Aquädukte oder Bewässerungskanäle gedacht, die wir hier skizzieren.

Levadas

Obwohl es bereits gesagt wurde, wiederholen wir: Es handelt sich um schmale, in den Boden gegrabene Kanäle, meist aus solidem Mauerwerk gebaut, die keinen Meter breit sind und deren Tiefe selten mehr als fünfzig bis siebzig Zentimeter beträgt. Fast alle beginnen an zentralen Punkten der Insel, die meisten setzen an den Wildbächen an, die in den Betten der Bäche fließen, und einige sind Dutzende Kilometer lang. Wasserstrom oder „Volumen“. – Der Wasserstrom oder das „Volumen“, das in jedem Aquädukt fließt, schwankt beträchtlich, selbst wenn dieses „Volumen“ vollständig der Bewässerung eines einzigen Ortes dient. Noch stärker schwankt es jedoch, wenn das gemeinsame „Volumen“, das den Kanal durchläuft, in zwei, drei oder vier Teile geteilt wird, um an ebenso vielen verschiedenen Orten zu bewässern. Das Volumen jeder Linha (Tiefenmaß der Fischer, etwa 23 Braças, ca. 50 m) Wasser für die Bewässerung an einem einzigen Punkt kann ungefähr zwischen einem stetigen Strom von 12 und 30 Litern pro Sekunde liegen, das heißt zwischen 720 und 1800 Penas. Es gibt Levadas mit wenig reichlichem Wasserstrom, die nur bestimmten Kulturen zugutekommen, und andere mit ergiebigerem Strom, die unterschiedslos für alle Bewässerungen dienen können.

Levadakopf (madre da levada) – Diese Bezeichnung erhalten die Orte ihres Ursprungs oder die Punkte, an denen sie mit anderen Aquädukten zusammentreffen, und auch die Wände aus Mauerwerk oder Lehm, die die Levadas bilden. Auf Madeira bezeichnete man früher als „madre de água“ den Punkt, an dem die Quellen oder „tornos“ des Wassers entsprangen.

Levadarinne (caixa da levada) – Das ist der Aquädukt selbst, abgesehen von dem Wasser, das darin fließt.

Levadamauer (mainel) – „Mainéis“ sind die Wände der Levada und insbesondere der Teil, der über den angrenzenden Boden hinausragt.

Levadaweg (esplanada) – Das ist der schmale Fußpfad, der die Levada in der Regel auf fast ihrer ganzen Länge unmittelbar und parallel begleitet. Er dient den Anwohnern der Umgebung meist als Wegerecht und Weg.

Verteilerbecken (caixa divisória) – Manche Aquädukte führen reichlich Wasser, das in zwei, drei und vier „Lanços“ oder Nebenaquädukte aufgeteilt werden soll, um an verschiedenen Punkten zu bewässern. Die genaue Aufteilung geschieht an einer eigens dafür eingerichteten Stelle, die „Caixa Divisória“ heißt.

Furados – Die kleinen Tunnel oder schmalen unterirdischen Gänge, durch die die Aquädukte geführt werden, heißen auf Madeira „Furados“. Die wichtigsten sind der Furado Velho der Levada Velha do Rabaçal (‚alter Kanal von Rabaçal‘), der 450 Meter lang ist, und der Furado Novo der Levada Nova do Rabaçal (‚neuer Kanal von Rabaçal‘), der 800 Meter misst; daneben gibt es andere von weit geringerer Länge.

Zweigkanal (lanço, ramal) – Wenn ein Wasserstrom aufgeteilt wird, um an verschiedenen Punkten zu bewässern, erhält jeder dieser Teile die Bezeichnung „Lanço“ oder „Ramal“; dieser lässt sich bisweilen weiter unterteilen.

Adufas – Diesen Namen tragen die kleinen „Schleusen“, die in den Levadamauern oder Wänden der Aquädukte angelegt werden und dazu dienen, das Wasser an den Stellen abzuleiten, an denen bewässert wird.

Turnus (giro) – Im weiteren Sinne versteht man unter „Giro“ die gesamte Bewässerungsperiode, die normalerweise von April oder Mai bis Ende September reicht. Im engeren Sinne nennt man „Giro“ die Zeit zwischen der Bewässerung eines Grundstücks und seiner nächsten Bewässerung. Diese Zahl von Tagen ändert sich für jede Levada in der Regel nicht. Sie ist jedoch von Levada zu Levada verschieden, und jeder „Giro“ umfasst zwischen fünfzehn und dreißig Tagen. In manchen Fällen ist der „Giro“ geteilt, sodass es einen „kleinen Giro“ und einen „großen Giro“ gibt.

Der Ausdruck „ein Jahr Giro“ bezeichnet das Recht der Bauern, ihr Land das ganze Jahr hindurch, das heißt während der normalen Bewässerungszeit, zu bewässern, aufgrund von Pachtverträgen, die sie mit den staatlichen oder auch den privaten Levadas geschlossen haben. Sagt man, ein ländlicher Grundbesitz „hat eine Wasserstunde im Giro von fünfzehn Tagen“, so heißt das, dass dieser Besitz das Recht genießt, innerhalb der ordentlichen Bewässerungsperiode alle fünfzehn Tage eine Stunde lang bewässert zu werden.

Heréus

„Gegenwärtig ist es auf dieser Insel Madeira“, sagt uns der berühmte Kommentator der Saudades im Jahr 1873, „der Eigentümer eines beliebigen Wasseranteils an einer Levada, ursprünglich aber war es der Bauer oder Teilpächter (colono), der bewässerte Ländereien bestellte.“ Zwar teilt uns Dr. Azevedo mit, dass dieser Begriff in ähnlichem Sinn auch auf dem portugiesischen Festland gebraucht wurde, doch haben wir ihn in den modernen Wörterbüchern der Sprache nicht verzeichnet gefunden. Es scheint uns, dass er heute ausschließlich in diesem Archipel in der angegebenen Bedeutung verwendet wird.

Wie bereits gesagt wurde und wie aus verschiedenen Gesetzestexten hervorgeht, gibt es auf Madeira mehrere gesetzlich organisierte Vereinigungen von Heréus (Inhaber eines Wasseranteils an einer Levada), gebildet von den Eigentümern des Levadawassers, mit eigener Verwaltung durch eine von diesen Heréus gewählte „Kommission“. Die wichtigeren Levadas haben jeweils ihre eigene Verwaltung, unabhängig von den anderen Levadas. Schon in einem amtlichen Dokument aus dem Jahr 1485 findet sich der Begriff „Heréu“ mit derselben Bedeutung, die man ihm heute beimisst.

Levadarichter

Jahrhundertelang betrachtete sich der Staat als alleinigen Eigentümer der Gewässer, die der gemeinsamen Nutzung durch die Landwirte dienten. Die Leitung aller diese Gewässer betreffenden Angelegenheiten lag bei den Donataren, den Generalgouverneuren sowie den Gouverneuren und Generalkapitänen. Sie ernannten dafür einen „Richter“, der in der Regel aus angesehenen Persönlichkeiten unserer Gesellschaft gewählt wurde. Die „Heréus“ (Mitinhaber der Wasserrechte einer Levada) befreiten sich nach und nach von dieser Vormundschaft und erwarben das Eigentum an den Gewässern. Sie gingen dazu über, Verwaltungskommissionen zu ernennen, die ein Gesetz für eigenständig und mit eigener Rechtspersönlichkeit ausgestattet erklärte, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt waren. Es versteht sich von selbst, dass diese Ordnung nur die privaten Levadas betrifft. Die staatlichen Levadas, die erst wenig mehr als ein Jahrhundert bestehen, werden von den zuständigen Behörden für öffentliche Arbeiten verwaltet.

Sacadas

So nennt man gemeinhin die „Mauern“ aus Steinen und Lehmklumpen, die quer in die Wasserläufe gesetzt werden, um das Wasser heimlich auf die angrenzenden Grundstücke abzuleiten, bevor es in die Kanäle gelangt. Auf diese Weise verringert sich die Wassermenge der Levadas.

Terral

Mit diesem Ausdruck, der an manchen Orten noch heute gebräuchlich ist, bezeichnete man den Beitrag, den jeder „Heréu“ zu leisten hatte. Er diente zur Deckung der Kosten für die Instandhaltung der Levadas und zur Bezahlung des dort beschäftigten Personals. Der Pächter des Wassers, der kein „Heréu“ war, zahlte keinen „Landwind“ (terral), sondern steuerte zum selben Zweck einen bescheidenen Betrag bei, den man „die Vigia“ nannte.

Bei der Bewässerung sind folgende Ausdrücke sehr gebräuchlich: Tornadouro (Stelle, an der das Bewässerungswasser in das Feld eintritt) bezeichnet den Ort, an dem der Wasserlauf in die zu bewässernden Grundstücke oder in die bebauten „Regos“ eintritt; Levadeiros heißen die Männer, die mit der Verteilung des Wassers zur Bewässerung der verschiedenen Grundstücke betraut sind; und Minadoiros sind die kleinen Quellen, die an der Erdoberfläche zutage treten.

Levadawächter

Während der Bewässerungszeit gehen mehrere Männer ständig die Ufer der Levadas ab, um den freien Durchfluss des Wassers zu gewährleisten, indem sie den Kanal von jedem Hindernis befreien, das ihn beeinträchtigen könnte.

28Levadas und Wälder

XXII – Die Levadas und die Wälder

Wohl etwas übertrieben, aber mit einer gewissen Anschaulichkeit heißt es irgendwo, „die Bäume sind die Mütter der Levadas“. So soll die enge Verwandtschaft ausgedrückt werden, die zwischen dem Waldbewuchs und den Quellen besteht, aus denen sich die Wasserleitungen der madeirischen Bewässerung speisen. Dieser enge Zusammenhang ist eine ganz elementare Wahrheit, die selbst die bescheidensten Landwirte anerkennen. Er begründet die offenkundige Notwendigkeit, eine intensive Wiederaufforstung zu fördern und aufrechtzuerhalten, besonders auf den Höhen der Gebirge und ganz besonders in der Nähe der jeweiligen Quellursprünge. Wann immer sich die Gelegenheit bietet, über die „Levadas“ zu sprechen, ist daher ein Hinweis auf den reichen und unschätzbaren Beitrag unerlässlich, den die Wälder zu den Wassermengen leisten, aus denen eben diese „Levadas“ bestehen.

Bekanntlich begünstigen bewaldete Höhen in bemerkenswerter Weise die Bildung von Nebel, die Kondensation des Taus und das Fallen von Regen. Die gesamte Walddecke kann daher als eines der wirksamsten Mittel gelten, die Niederschläge anzuziehen, die eine Region fruchtbar machen. Diese meteorologische Erscheinung lässt sich auf Madeira leicht beobachten, trotz der begrenzten Fläche der Insel von achthundert Quadratkilometern.

Die notwendige Erhaltung des Wassers, sein allmähliches Versickern im Boden und seine gleichmäßige Verteilung über Hänge und Abhänge sind zu einem großen Teil dem segensreichen Vorhandensein der Wälder zu verdanken. Auf diese Weise werden die Brunnen und Quellen gespeist, und es entstehen die reichen und kostbaren Wasservorkommen. Andernfalls würde sich das Regenwasser in mehr oder weniger reißende Sturzbäche verwandeln, die an den angrenzenden Ländereien größte Schäden anrichteten und sich überdies in den steinigen Betten der Bäche verlören.

Durch die mehr oder weniger regelmäßige und gleichmäßige Verteilung des Regenwassers, die der Fortbestand der großen Waldbestände begünstigt, wird nicht nur, wie gesagt, das häufige Abschwemmen vieler Ackerböden verhindert. Es wird auch die Stabilität vieler bereits bebauter und landwirtschaftlich wertvoller Parzellen gesichert und gefestigt, die Sturzregen ohne zurückhaltende Dämme auf ihrem ungestümen Weg zerstören würden. Dies ist gewiss ein unschätzbarer Dienst, den die Wälder, wenn auch auf indirekte Weise, dem wichtigsten und verbreitetsten Erwerbszweig Madeiras leisten; zudem beugen sie unermesslichen Schäden vor.

Die lange Erfahrung der Jahre beweist unwiderlegbar, dass die Wassermengen der Levadas in direktem Verhältnis zur Zerstörung der Wälder abnehmen. Zwar haben günstige klimatische Verhältnisse und die Erschließung neuer Quellen diesen bedauerlichen Verlust teilweise ausgeglichen, doch das Übel besteht fort und droht sich erschreckend zu verschlimmern. Niemand kann bezweifeln, dass das Bewässerungswasser im Lauf der Zeit auf sehr begrenzte Mengen zusammenschrumpfen wird, wenn der schon traditionelle Vandalismus anhält. Das würde die Landwirtschaft, von der siebzig Prozent der madeirischen Bevölkerung leben, schwer treffen und unweigerlich ein großes und vielleicht nicht wiedergutzumachendes Ungleichgewicht in der gesamten Wirtschaft des Archipels hervorrufen.

Es ist also weder aufdringliche Beharrlichkeit noch überflüssige Wiederholung, wenn jemand, und sei es zum millionsten Mal, das „alte und abgedroschene“, aber stets neue und aktuelle Thema der Aufforstung unserer Berge behandelt.

Die energischen Abwehrmaßnahmen, die die Regierung des Mutterlandes gegen die Zerstörung der Wälder dieser Insel erließ, reichen weit zurück. Der königliche Erlass (alvará régio) Johanns II. von 1493 ist der älteste bekannte. Ihm folgten weitere Gesetzestexte, namentlich die bekannte „Holzordnung (Regimento das Madeiras)“ aus dem Jahr 1515, die man schon als das wahre „Forstgesetzbuch Madeiras“ bezeichnet hat. In einigen dieser Erlasse finden sich ausdrückliche Bestimmungen über den Nutzen der Wälder für die Quellen; sie sorgten für die dauerhafte Erhaltung dieser Quellursprünge, damit diese dem wichtigen Dienst der Bewässerung zugeführt werden konnten. Im Lauf der Zeit wurden weitere Vorkehrungen getroffen, etwa der königliche Erlass Johanns IV. vom 12. Januar 1641, der so streng den höchst schädlichen Brauch verurteilt, „dass unsere Berge durch fortwährende und zunehmende Abholzungen immer mehr zugrunde gehen, zum Nachteil der notwendigen atmosphärischen Kondensation, des Regenhaushalts und folglich der Wassermengen der Levadas und der Quellen.“

Auf den segensreichen Einfluss der Wälder auf verschiedene Aspekte des Klimas, auf ihren Nutzen als Brennstoff, als Futter und als Rohstoff für bestimmte Gewerbe sowie auf weitere nützliche Verwendungen gehen wir nicht ein, da dies dem besonderen Gegenstand dieses Kapitels fremd ist.

29Gesetzgebung und Bibliografie

XXIII – Gesetzgebung und Bibliografie

Für alle, die genauere Auskunft über dieses für unsere Insel so wichtige Thema der Wasserleitungen und der zur Bewässerung genutzten Quellen wünschen, von dem wir hier nur eine knappe Skizze gezeichnet haben, nennen wir kurz die wichtigsten Rechtsakte und die bekanntesten Schriften, die diesen Gegenstand im Besonderen betreffen und sehr wertvolles Material für sein Studium liefern:

  • „Kapitel“ des Infanten Dom Fernando, Großmeisters des Christusordens, aus dem Jahr 1451, eingetragen auf Bl. 207 des 1. Bandes des „Arq. da Cam. do Funchal“, das die Ernennung zweier Personen zur Verteilung des Bewässerungswassers anordnet
  • königliche Schreiben (carta régia) vom 7. März und 8. Mai 1493, in denen die Rechte der Landbebauer an den für die Bewässerung bestimmten Quellen festgelegt werden und die auf S. 673 ff. der Saudades da Terra vollständig abgedruckt sind“
  • königliches Schreiben vom 9. Februar 1502 mit verschiedenen Maßnahmen, die den Bau der Wasserleitungen erleichtern („Saud. da Ter.“, S. 688)
  • königliches Schreiben vom 2. Februar 1515 mit einigen Bestimmungen über verschiedene Levadas hinsichtlich der Quellen und der Wasserverteilung (Arq. da Cam. 1-116)
  • königliche Schreiben vom 26. September und 19. Oktober 1562, die sich besonders mit den Levadas der „Ribeira dos Socorridos“, der „Piornais“ und des „Castelejo“ befassen (zitiert auf S. 691 der Saudades da Terra)
  • drei königliche Schreiben aus dem Jahr 1563, eingetragen im Arq. da Cam. und in den Saud. auf S. 691 angeführt, mit verschiedenen Bestimmungen zur Bekräftigung der bereits getroffenen Maßnahmen
  • königliche Schreiben von 1644 und 1655, die Darlehen für bedeutende Verbesserungen an Quellen und Wasserleitungen gewähren
  • königliches Schreiben vom 5. März 1770, das die alten Konzessionen bestätigt, abgedruckt auf S. 711 der Saudades da Terra
  • Ministerialerlass (portaria) vom 13. Juli 1839 über die Fertigstellung einer Levada im Ortsteil (sítio) Ribeiro Frio (‚kalter Bach‘) der Gemeinde (freguesia) Faial
  • Dekret vom 8. November 1839, das dem Generalrat des Distrikts (Junta Geral) die Ausarbeitung der Vorschriften für den Levada-Dienst aufträgt
  • Ministerialerlass vom 1. März 1840 zur Genehmigung der Satzung der Sociedade da Nova Levada do Furado
  • Gesetz vom 12. November 1841, das bestimmt, dass die Sondergesetzgebung über das Levada-Wasser nicht geändert werden darf
  • Gesetz vom 11. Juli 1849, das die Regierung ermächtigt, die Arbeiten an der Levada do Rabaçal abzuschließen
  • Gesetz vom 11. März 1884 über die Rückzahlung der Darlehen für die Levada-Bauten
  • Gesetz vom 26. Juli 1888, das den Vereinigungen der Heréus (Mitinhaber der Wasserrechte einer Levada) den Erwerb von Grundbesitz gestattet und ihnen Rechtsfähigkeit verleiht
  • Ministerialerlass vom 30. Mai 1894 zur Ernennung einer Kommission, die ein Reglement (regimento) für die Wälder und Gewässer Madeiras ausarbeiten sollte
  • Dekret vom 9. November 1894, das einen Zuschuss für den Bau der Levada do Furado (‚Kanal des Durchstichs‘) gewährt
  • Gesetz vom 21. Mai 1896, das die Regierung ermächtigt, den Bau der Levadas zu vergeben
  • Dekret vom 18. Juni 1896 über die Ausschreibung der Vergabe
  • Dekrete vom 13. November 1903, 3. Januar 1905, 24. August desselben Jahres, 29. August 1906 und 6. November desselben Jahres, die verschiedene Kredite für den Bau neuer Levadas eröffnen
  • Ministerialerlass vom 14. November 1910, der vorläufig die Nutzung des von den Uferanliegern nicht genutzten Wassers der Ribeira da Janela (‚Fensterbach‘) gewährt
  • Gesetz vom 20. April 1914, das den juristischen Personen „Levadas da Madeira“ die erworbenen Rechte an bestimmten Quellwassern auf fremden Grundstücken erhält
  • Dekret vom 31. Juli 1928, das den Verkauf der Levadas genehmigt
  • Dekret vom 14. Februar 1931, das den „Levadas“ die von ihnen bis zur Veröffentlichung des Bürgerlichen Gesetzbuchs erworbenen Rechte erhält, unter Vorbehalt der Rechte aus dem Gesetz vom 14. April 1914
  • Dekret vom 26. Juni 1939, das eine technische Mission nach Madeira entsendet, um die technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten in Wasserkraft und landwirtschaftlicher Bewässerung gemeinsam zu erkunden
  • und schließlich die Dekrete Nr. 33.158 und 33.159 vom 21. Oktober 1943, die den Bau eines bedeutenden und weitläufigen Netzes von Bewässerungskanälen genehmigen und die Regeln für die Ausführung dieser unschätzbaren Verbesserung festlegen.

Von allen genannten Rechtsakten sind die königlichen Schreiben von 1493, 1515 und 1563 sowie die Dekrete von 1841, 1888, vom 20. April 1914, 14. Februar 1931 und 21. Oktober 1943 als die grundlegenden anzusehen, die die eigentlichen organischen Gesetze für das Leben der Levadas bilden. Doch auch die übrigen enthalten wertvolles Material für alle, die sich eingehender mit diesem wichtigen Gegenstand vertraut machen wollen.

Unter den Schriften über die Levadas Madeiras ragen drei durch ihren verhältnismäßigen Umfang, ihre völlige Unparteilichkeit und ihre anerkannte Sachkunde heraus. Keine von ihnen ist eine Gesamtdarstellung: Ihre Verfasser behandelten den Stoff unter begrenzten Gesichtspunkten und wollten keine vollständige Studie vorlegen, sondern nur das Thema darstellen, mit dem sie sich eigens befassen wollten. Gleichwohl finden sich in all diesen Schriften wertvolle Daten und Auskünfte, die für jede weitere Untersuchung unentbehrlich sind. Es sind dies: Representação dirigida ao Governo acerca das águas de irrigação na Madeira der Vorsitzenden verschiedener Heréus-Vereinigungen, verfasst von Dr. Quirino Avelino de Jesus und 1897 als Broschüre von 34 Seiten veröffentlicht; Plano Geral de distribuição das águas da Levada da Serra do Faial des Ingenieurs Adriano Augusto Trigo, ein Band von 138 Seiten, erschienen 1911; das águas no Direito Civil Português von Dr. Guilherme Alves Moreira, erschienen 1920, mit einem ausführlichen Kapitel Nr. 21 unter dem Titel Os direitos adquiridos sobre as águas e levadas na Madeira.

Die Konzession oder Vergabe der Levadas, die Übertragung des festländischen Wasserrechts auf Madeira und die Pläne zum Verkauf der Levadas lösten in der Presse von Funchal lange und erbitterte Auseinandersetzungen aus, an denen politische Leidenschaften, Interessen und Hass reichlichen und beklagenswerten Anteil hatten. Unbestreitbar liefern diese Artikel, rund hundert an der Zahl, jedoch beachtliches Material für jeden, der die Geschichte der Phasen, die Verwaltung und Leitung der madeirischen Levadas durchlaufen haben, im Einzelnen schreiben will.

Heranziehen kann man insbesondere das Diario do Comercio vom August und September 1896, das Diario do Comercio vom März, April, August, September und Oktober 1897 und April 1898, das Diário Popular vom Juli, August und November 1897 sowie April, Mai und Juli 1898, das Diário de Noticias vom Mai 1897 sowie April und Mai 1898 und den Correio do Funchal vom Januar und Februar 1897. Die zahlreichen Artikel der Presse von Funchal über das Projekt zum Verkauf der Levadas von 1916, erschienen im Februar und März desselben Jahres, wurden in einem Band von 196 Seiten mit dem Titel A Imprensa e os três projectos gesammelt.

Neben den genannten Werken und Zeitungen können wir zu den Levadas folgende Veröffentlichungen anführen:

  • Saudades da Terra von Dr. Gaspar Frutuoso, mit Anmerkungen von Dr. Alvaro Rodrigues de Azevedo
  • Apontamentos para o estado da crise agrícola no distrito do Funchal von Dr. João da Câmara Leme Homem de Vasconcelos, Funchal, 1879
  • levadas da Madeira. Relatório justificativo da proposta apresentada pelo Consultorio de Engenharia e Architectura do Funchal no concurso para a adjudicação da Empresa de irrigação no arquipelago da Madeira von Carlos Roma Machado de Faria e Maia und Anibal Augusto Trigo, Lissabon, 1896
  • As aguas e as levadas da Madeira von Quirino Avelino de Jesus, ein Aufsatz in Nr. 51 (März 1898) der Zeitschrift Portugal em Africa, S. 81–127
  • sowie A Empreza das Levadas nas mãos de um aventureiro... aggravo para a Relação de Lisboa em que é aggravado Manuel Alexandre de Sousa e aggravante Anibal Augusto Trigo, Funchal, 1896, 41 S.

In den Spalten der Zeitung O Jornal veröffentlichten wir unter dem Sammeltitel „Problema Máximo“ eine Reihe von Artikeln, in denen wir dafür eintraten, weitere Levadas zu bauen, die bestehenden zu erhalten und zu verbessern und neue Quellen zu erschließen, um die Wassermenge der Kanäle zu erhöhen.

In diesem Artikel

Zeit

Erwähnte Jahre · 66
  1. Infant Ferdinand ordnete an, zwei Beamte für die Verteilung des Bewässerungswassers einzusetzen.

  2. Infant Ferdinand erließ das älteste bekannte Gesetz über Levadas und bestimmte zwei vereidigte Männer, die das Bewässerungswasser verteilen sollten.

  3. Ein Schreiben ordnete an, das Bewässerungswasser sonntags allen Wasserberechtigten (heréus) zuzuteilen. Es war die erste amtliche Verwendung des Begriffs in seiner heutigen Bedeutung.

  4. König Johann II. erließ Urkunden, die das Bewässerungswasser regelten, private Rechte an Quellen ausschlossen und Eschen- und Zedernholz der Krone vorbehielten. Es sind die ältesten bekannten Gesetze dieser Art auf Madeira.

  5. Ein Schreiben von João II. wies die Kapitäne an, blockierte Levadas wiederherzustellen, und verhängte gegen die Verursacher Geldstrafen von 500 Cruzados. Es erwähnte auch deren „terradas & trastes“.

  6. König Manuel I. bestätigte die früheren Wassergesetze Madeiras und erleichterte den Bau von Wasserleitungen (Levadas).

  7. Das Regimento das Madeiras, Madeiras erste Forstordnung, wurde erlassen. Sie ordnete die Pflanzung von Kiefern und Kastanien an und verbot das Fällen von Bäumen ohne Genehmigung des Rates.

  8. Manuel I. erließ in Almeirim eine Urkunde, die Änderungen an der bereits bestehenden Levada de Santa Luzia in Funchal untersagte.

  9. Luís Doria Velosa, der Erbauer der Levada von Piornais, starb.

  10. Königin Catarina ordnete an, die Levadas von Socorridos, Piornais und Castelejo auf Kosten ihrer Eigentümer zu reinigen.

  11. Ein Erlass der Königin-Regentin Catarina dehnte die Pflicht zur Reinigung auf alle Levadas aus und unterstellte sie den Donatarkapitänen, wobei Zuckerrohrfeldern und Mühlen Vorrang eingeräumt wurde.

  12. Kardinal Heinrich der Seefahrer erließ drei Urkunden über die Reinigung von Bächen und Levadas sowie über Wasserpreise, die den Zuckerrohranbau begünstigten.

  13. Eine Urkunde von Johann IV. verurteilte die anhaltende Abholzung der Bergwälder, die sich nachteilig auf die Niederschläge und die Levadas auswirkte.

  14. Königliche Schreiben von 1644 und 1655 gewährten Darlehen zur Verbesserung von Quellen und Wasserleitungen (Levadas) auf Madeira.

  15. Der Barão de Alverca ließ die Quellen von Rabaçal durch Ingenieure vermessen und sandte dem Minister anschließend einen Bericht über die Vorteile ihrer Nutzung.

  16. Eine königliche Urkunde Josephs I. über das Bewässerungswasser bestätigte alte Konzessionen, bekräftigte die Verteilung nach der bewirtschafteten Fläche und erklärte den Verkauf von Wasser für missbräuchlich.

  17. Corregedor Veloso de Oliveira berichtete der Regierung über die Levada-Richter.

  18. Der Gouverneur berichtete, dass einige madeirische Levadas ihre Eigentümer bis zu dreißigtausend Cruzados gekostet hatten.

  19. Der Generalkapitän schickte eine Beschreibung der Levada von Santa Luzia nach Lissabon.

  20. Gouverneur Sebastião Xavier Botelho drängte die Zentralregierung, die Levada zu bauen.

  21. Der Conde de Carvalhal verkaufte eine Levada an die Junta da Real Fazenda und behielt sich neun Tage Wassernutzung vor.

  22. Eine Vereinigung der Miteigentümer der Levada de Dona Isabel wurde durch öffentliche Urkunde gegründet.

  23. Kapitän António Jacinto de Faria Andrade de Bettencourt beantragte bei der Regierung das Eigentum an den Gewässern von Rabaçal.

  24. Die Sociedade da Nova Levada do Furado wurde als Aktiengesellschaft gegründet.

  25. Unter Luís Mousinho de Albuquerque begann der Bau der Levada von Rabaçal.

  26. Die Junta Geral erhielt den Auftrag, eine Ordnung für die Levadas auszuarbeiten.

  27. Die Satzung der Sociedade da Nova Levada do Furado wurde genehmigt.

  28. Ein Gesetz erklärte, dass Madeiras Sondergesetzgebung über Levada-Wasser und Waldflächen in Kraft blieb.

  29. Die Arbeiten an der Levada von Rabaçal wurden unterbrochen.

  30. Unter Gouverneur José Silvestre Ribeiro machten die Arbeiten an den Levadas deutliche Fortschritte.

  31. José Silvestre Ribeiro erwirkte einen jährlichen Zuschuss von sechs Contos für die Levada-Arbeiten auf Madeira.

  32. Die Regierung wurde ermächtigt, die Levada do Rabaçal fertigzustellen.

  33. Der Durchstich des Levada-Tunnels von Estrebarias wurde vollendet.

  34. Der Bau der Levada von Bom Sucesso begann.

  35. Das Wasser der Levada dos Moinhos wurde tagsüber für die Reinigung der Stadt und nachts für die Bewässerung durch 153 Wasseranteilseigner bestimmt.

  36. Erstmals floss Wasser aus Rabaçal durch den Estrebarias-Tunnel vom Norden in den Süden der Insel.

  37. Die alte Levada von Rabaçal wurde fertiggestellt.

  38. Die Levada von Fajã dos Vinháticos wurde gebaut; 1904 wurde sie aufgegeben und durch die Levada von São Jorge ersetzt.

  39. Der Staat begann mit Untersuchungen für die Levada da Serra.

  40. Der Tunnel der neuen Levada von Rabaçal wurde 1863 begonnen und 1877 fertiggestellt.

  41. Für den Bach von Santa Luzia wurde ein Durchfluss von 185 Litern pro Sekunde verzeichnet.

  42. Das Gesetz zur Verabschiedung des Zivilgesetzbuchs beendete die alte Sonderregelung für Wasser. Dadurch gerieten Levada-Rechte in Zweifel und es kam zu Streitigkeiten.

  43. Das Zivilgesetzbuch beendete die amtliche Bestätigung der Levada-Richter. Fortan wählten die Wasseranteilseigner (heréus) jährliche Ausschüsse.

  44. Die Arbeiten an der Levada da Serra gewannen an Tempo.

  45. Álvaro Rodrigues de Azevedo veröffentlichte in Funchal seine kommentierte Ausgabe von Gaspar Frutuosos Saudades da Terra (Buch II). Sie beruhte auf Agrelas Abschrift und enthielt umfangreiche Anmerkungen, darunter eine Liste der Gouverneure.

  46. Die Presse von Funchal regte erstmals an, die staatlichen Levadas zur Nutzung zu vergeben oder zu verkaufen.

  47. Ein Wassergesetz wurde erlassen, dessen Geltung später auf Madeira ausgedehnt wurde.

  48. Ein Gesetz verlieh den Vereinigungen der Levada-Wasseranteilseigner auf Madeira Rechtspersönlichkeit und ermöglichte ihnen damit, Eigentum zu besitzen.

  49. Ein Dekret dehnte das Wassergesetz von 1884 auf Madeira aus.

  50. Die neue Levada von Rabaçal wurde fertiggestellt und die Bauarbeiten wurden für abgeschlossen erklärt.

  51. José de Ascensão Guimarães beantragte eine Konzession für die Levada von Coquim; der Antrag wurde abgelehnt.

  52. Ein Dekret schuf eine wasserrechtliche Regelung für das portugiesische Festland, die auf die Inseln ausgedehnt werden konnte.

  53. Kapitän Manuel Alexandre de Sousa beantragte eine weitreichende Konzession für die ungenutzten Gewässer der Insel.

  54. Roma e Maia und Trigo schlugen vor, die staatlichen Levadas fertigzustellen und zu betreiben.

  55. Eine Urkunde teilte das Wasser zu gleichen Teilen zwischen den Levadas von Piornais und Nova do Curral auf.

  56. Ein Gesetz bestätigte die Rechte der Levadas an ihrem Wasser und ermächtigte die Regierung, den Bau von Levadas öffentlich auszuschreiben.

  57. Die Konzession für die Levadas wurde Hauptmann Manuel Alexandre de Sousa erteilt.

  58. Zivilgouverneur José de Almada beantragte, das Wasserbaudekret von 1892 auf Madeira anzuwenden.

  59. Der Ingenieur Adolfo Loureiro kam nach Madeira, um den Wasserhaushalt der Insel zu untersuchen, und kehrte im April 1898 nach Lissabon zurück.

  60. Der Visconde da Ribeira Brava brachte einen Gesetzentwurf zum Verkauf der staatlichen Levadas ein.

  61. Eine Urkunde teilte das Wasser von Piornais mit der Levada Nova de Câmara de Lobos in Siebtel auf.

  62. Die Konzession für die Levadas wurde aufgehoben; die Levadas kamen wieder unter die Verwaltung der Baudirektion des Distrikts.

  63. In der Trockenzeit wurde die Schüttung der Quellen von Tornos mit 17 Litern pro Sekunde gemessen.

  64. Eine Messung ergab für die drei Levadas von Santa Luzia einen gemeinsamen Durchfluss von 153 Litern pro Sekunde.

  65. In Funchal wurde die Liga das Levadas gegründet.

  66. Erstmals floss Wasser durch die Levada da Serra, die am 27. September 1905 feierlich eingeweiht wurde.

  67. Über die Levadas von Rabaçal wurden 2.580 Stunden Wasser verteilt.

  68. Die Levada von Monte Medonho wurde umgeleitet, um statt São Vicente nun Ribeira Brava und Tábua zu bewässern.

  69. Ein Gesetzentwurf zum Verkauf der staatlichen Levadas auf Madeira wurde im Parlament eingebracht, kam aber über die Ausschussberatung nicht hinaus.

  70. Der Durchfluss der Levada von Ribeiro Frio wurde mit 40 Litern pro Sekunde gemessen.

  71. Ein Ingenieurbericht erfasste die Durchflussmengen der staatlichen Levadas auf Madeira.

  72. Der Stadtrat von Funchal einigte sich mit der Levada de Santa Luzia über die Tornos-Quellen und erhielt das Recht auf 18 Liter pro Sekunde.

  73. Ein Gesetz erkannte die vor Inkrafttreten des Zivilgesetzbuchs erworbenen Rechte der Levadas an, darunter Rechte an Quellen auf fremdem Grund.

  74. Abgeordnete aus Madeira brachten Gesetzentwürfe zum Verkauf der Levadas und zur Reform des Colonia-Vertrags ein. Die Vorhaben wurden in der Presse von Funchal erörtert und scheiterten am Widerstand auf Madeira.

  75. Das Gesetzesdekret 5.787 führte eine neue Wasserordnung ein, die die Rechte der Levadas gefährdete.

  76. Die Volkszählung von 1920 ergab für Madeira 179.000 Einwohner.

  77. Das Diário de Notícias veröffentlichte einen Bericht über die Levada von Piornais.

  78. Ein Dekret genehmigte den Verkauf der Levadas.

  79. Die Volkszählung von 1930 ergab für den Madeira-Archipel rund 211.000 Einwohner in fünfzig Gemeinden, einen Anstieg um 18 % innerhalb von zehn Jahren und eine Bevölkerungsdichte von 270,3 Einwohnern pro km².

  80. Ein Dekret regelte die Eigentumsverhältnisse am Wasser der Levadas endgültig und wahrte die vor Inkrafttreten des Zivilgesetzbuchs erworbenen Rechte.

Ort

Erwähnte Orte · 80
  1. Levadas · Gegenstand

    Funchal

  2. Água de Pena

    Machico. Gemeinde, die von der Levada von Juncal bewässert wird.

  3. Almeirim

    Portugal. Ort in Portugal, an dem der Erlass von 1515 ausgestellt wurde.

  4. Angra do Heroísmo

    Portugal. Distrikt auf den Azoren, in dem ein Straßenbauplan begonnen worden war.

  5. Arco da Calheta

    Calheta. Gemeinde, die von der neuen Levada von Rabaçal mit Wasser versorgt wird.

  6. Areias

    Porto Santo. Sandiges Gelände, das über einen Kanal Wasser erhält.

  7. Beja

    Portugal. Distrikt auf dem portugiesischen Festland, der wegen seiner geringen Bevölkerungsdichte angeführt wird.

  8. Boaventura

    São Vicente. Gemeinde, die durch die Levada von Coquim bewässert werden sollte.

  9. Braga

    Portugal. Distrikt mit der zweithöchsten Bevölkerungsdichte auf dem portugiesischen Festland, etwa 140 Einwohnern pro km².

  10. Bragança

    Portugal. Distrikt auf dem portugiesischen Festland, der wegen seiner geringen Bevölkerungsdichte angeführt wird.

  11. Caldeirão Verde

    Santana. Sein Wasser wird von der Levada von São Jorge aufgefangen.

  12. Calheta

    Wird von der Levada Nova do Rabaçal bewässert; Standort eines geplanten Kraftwerks.

+ 67 weitere

Personen

Erwähnte Personen · 59
  1. Adliger, der 1822 eine Levada an die Junta da Real Fazenda verkaufte und sich neun Tage Wassernutzung vorbehielt.

  2. Ingenieur, der zur Untersuchung des Wasserhaushalts von Madeira entsandt wurde und im April 1898 abreiste, nachdem er das angepasste Dekret empfohlen hatte.

  3. Ingenieur, dessen Untersuchung der Levadas als Quelle für die Geschichte der Levada da Serra dient.

  4. Schreiber, der die Urkunde von 1515 in das Ratsregister von Funchal übertrug.

  5. Notar, der die Urkunden von 1896 und 1898 über die Aufteilung des Wassers von Piornais ausfertigte.

  6. Gouverneur und Generalkapitän, der laut dem Elucidário offenbar die Arbeiten am Rabaçal anordnete, bevor er 1834 aus dem Amt schied.

  7. Kommentator der Ausgabe von 1873 von „Sehnsucht nach der Heimat“; hier wird seine Definition des Begriffs heréu angeführt.

  8. Abgeordneter, der die Gesetzentwürfe von 1916 zu den Levadas mit einbrachte.

  9. Ingenieur und Mitverfasser des Vorschlags von 1895 zu den staatlichen Levadas.

  10. Verfasser einer Studie von 1879 über die Agrarkrise im Distrikt Funchal, die im Zusammenhang mit den Levadas zitiert wird.

+ 49 weitere
  1. Hauptmann, der 1830 die Regierung um das Eigentum am Wasser des Rabaçal ersuchte, um es selbst nutzen zu können.

  2. Gouverneur und Generalkapitän von Madeira, der 1768 die erste Untersuchung des Wassers von Rabaçal anordnete.

  3. Leiter des öffentlichen Bauwesens und später Zivilgouverneur von Madeira; unter seiner Leitung floss erstmals Wasser durch den Estrebarias-Tunnel.

  4. Abgeordneter, der die Gesetzentwürfe von 1916 zum Landwirtschaftsrat, zum Colonia-Vertrag und zum Verkauf der Levadas mit einbrachte.

  5. Ingenieur, der 1895 gemeinsam mit anderen vorschlug, die staatlichen Levadas fertigzustellen und zu betreiben, und später bei der Ausschreibung von 1896 unterlag.

  6. General und Neffe des Grafen von Carvalhal; 1921 besaßen seine Erben die 1822 vorbehaltenen Wasserrechte.

  7. Königlicher Schreiber, der die Urkunde von 1515 niederschrieb.

  8. Corregedor des Gerichtsbezirks Madeira, der der Regierung 1812 einen Bericht über die Levada-Richter übermittelte.

  9. Abgeordneter für Madeira, der 1898 und 1916 Gesetzentwürfe zum Verkauf der Levadas einbrachte.

  10. Angesehener Bürger von Calheta, den die mit der Untersuchung Beauftragten 1768 konsultieren sollten.

  11. Militäringenieur, der 1768 den Auftrag erhielt, die Quellen von Rabaçal zu untersuchen.

  12. Assistenzingenieur, der Alencourt bei der Untersuchung von 1768 begleitete.

  13. Gaspar Frutuoso1522–1591

    Azoreanischer Priester und Chronist, Verfasser von „Sehnsucht nach der Heimat“, der hier zu den frühen Levadas zitiert wird.

  14. Jurist und Professor, dessen Buch über das Wasser im portugiesischen Zivilrecht ein Kapitel über die Rechte an madeirischen Levadas enthält.

  15. Kardinalregent, der 1563 drei Urkunden über die Reinigung der Levadas und den Vorrang des Zuckerrohrs bei der Wasserversorgung erließ.

  16. Herr von Madeira, dessen Schreiben von 1461 das älteste bekannte Levada-Gesetz ist; darin ernannte er zwei vereidigte Männer zur Verteilung des Wassers.

  17. Großmeister des Christusordens, dessen „Capítulo“ von 1451 die Ernennung zweier Männer zur Verteilung des Bewässerungswassers anordnete.

  18. Präsident des Generalrats des Distrikts Funchal, der die Wasserbauarbeiten auf Porto Santo anordnete und den Kanal 1942 in einem Interview beschrieb.

  19. Inhaber eines Majorats, der rund ein Jahrhundert zuvor alleiniger Eigentümer der Kaiserin-Elisabeth-Levada gewesen war.

  20. Johann I.† 1433

    König von Portugal, dessen Schreiben gegen private Rechte an Quellen von Johann II. angeführt wurde.

  21. König von Portugal, dessen Schreiben vom 7. und 8. Mai 1493 privates Eigentum an Quellen auf Madeira untersagten.

  22. König von Portugal, dessen Urkunde vom 12. Januar 1641 Baumfällungen verurteilte, die den Niederschlägen und den Levadas schadeten.

  23. José de Almada1880–1885

    Zivilgouverneur, der 1897 beantragte, den landesweiten Erlass zur Wasserwirtschaft von 1892 auf Madeira anzuwenden.

  24. Militäringenieur, der 1891 erfolglos die Konzession für die Coquim-Levada beantragte.

  25. Schätzte die Kosten der Arbeiten an der Rabaçal-Levada bis zu den Estrebarias auf etwa 20 Contos.

  26. Ab 1846 Leiter der Distriktverwaltung und Abgeordneter für Madeira; er erwirkte einen jährlichen Zuschuss von sechs Contos und brachte die Arbeiten am Rabaçal 1847–52 erheblich voran.

  27. König von Portugal, dessen Verfügung von 1770 die Verteilung des Wassers nach der bewirtschafteten Fläche bekräftigte.

  28. Nicht näher bekannte Frau, vermutlich aus der Familie Esmeraldo, nach der die Kaiserin-Elisabeth-Levada benannt wurde.

  29. König von Portugal, in dessen Namen die Regenten die Levada-Erlasse von 1562–63 erließen.

  30. Regentin für König Sebastian, die 1562 die Reinigung der Levadas von Socorridos, Piornais und Castelejo anordnete.

  31. Infanteriehauptmann aus Paul do Mar, dessen Eingabe zum Quellwasser zu der Verfügung von 1770 führte.

  32. Besitzer einer Zuckermühle, die laut Frutuoso von der Socorridos-Levada angetrieben wurde.

  33. Mann, der den Bau der Piornais-Levada übernahm; er starb 1546.

  34. Gouverneur und Ingenieur, der 1835 mit den Arbeiten am Rabaçal begann und die ersten Untersuchungen vor Ort leitete.

  35. Madeirischer Kapitän, der 1896 die Konzession für eine Levada erhielt. Sie wurde 1899 widerrufen, ohne dass er etwas gebaut hatte.

  36. Abgeordneter, der die Levada-Gesetzentwürfe von 1916 mit einbrachte.

  37. Präsident der Portugiesischen Republik, der das Levada-Gesetz vom 20. April 1914 unterzeichnete.

  38. König von Portugal, der 1502 frühere Wassergesetze für Madeira bestätigte.

  39. Oberstleutnant der Pioniertruppen, der die Arbeiten am Rabaçal von 1843 bis 1847 leitete.

  40. Minister, der das Levada-Gesetz vom 20. April 1914 gegenzeichnete.

  41. Jurist, der mit einer Äußerung in der Revista de Direito über Madeiras besondere Wasserrechtsordnung und die Streitigkeiten um das Zivilgesetzbuch zitiert wird.

  42. Präsident der Portugiesischen Republik, der den Levada-Erlass vom 14. Februar 1931 unterzeichnete.

  43. Verfasste 1897 die Eingabe der Heréus-Vereinigungen zum Bewässerungswasser und schrieb 1898 einen Artikel über Madeiras Levadas.

  44. Genueser, der als Erster mit dem Bau der langen Levada nach Machico und Caniçal begann; später wurde sie vom König fertiggestellt.

  45. Auswärtiger Richter (juiz de fora) von Funchal, an den der Erlass von 1515 über die Levada von Santa Luzia gerichtet war.

  46. Gouverneur und Generalkapitän, der 1819 zum Bau einer Levada am Rabaçal aufrief.

  47. Hauptmann der Pioniertruppen, der ab 1847 die Arbeiten am Rabaçal leitete und Silvestre Ribeiros wertvollster Mitarbeiter war.

  48. Ingenieur, der die Arbeiten am Rabaçal von 1835 bis 1843 leitete.

  49. Bauingenieur, der die Liga das Levadas leitete und ihr Archiv über Madeiras Wasserressourcen aufbaute.

Auf dem Bogen L

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