Tau
Originaltitel: Orvalho
Beschreibt den Tau auf Madeira: Im Gebirge tritt er reichlich auf, in Funchal ist er nur an wenigen Tagen bemerkbar. Der örtliche Ausdruck dafür lautet „sereno“.
Tau ist Wasserdampf, der sich infolge der durch nächtliche Ausstrahlung bewirkten Abkühlung in winzigen Tröpfchen auf dem Boden und auf den Pflanzen niederschlägt. In Funchal beobachtet man ihn an manchen klaren, kalten Wintermorgen; die Straßen sind dann bisweilen so nass, als sei eben ein feiner Regen auf sie gefallen. Am reichlichsten und spürbarsten ist der Tau jedoch im Bergland und besonders in den Tälern des Inselinneren. Trotz dessen, was Mason in seinem Tratado sobre o clima e meteorologia da Madeira schrieb (siehe Bd. I, S. 276 ff.), können wir ohne Furcht vor Widerspruch behaupten, dass die Taumenge, die sich in Funchal niederschlägt, nur an sehr wenigen Tagen im Jahr nennenswert ist.
Die Madeirer nennen den Tau sereno und verwenden das Wort orvalho für feinen Regen. Der sereno ist in Funchal unbekannt. (Siehe Klima, I-273).
In diesem Artikel
Ort
Erwähnte Orte · 01- Funchal
Ort, an dem Tau nur selten bemerkbar ist.
Die Hauptstadt des Archipels und Sitz des wichtigsten Kapitanats, wo die Besiedlung begann; um 1451–52 wurde der Ort zur Kleinstadt erhoben. Seine Bucht, die größte des Archipels, liegt zwischen Ponta do Garajau und Ponta da Cruz und bietet einen geschützten Ankerplatz, obwohl der Hafen nie ozeanografisch untersucht worden war. Das Elucidário behandelt Funchal als Kurort mit Klimadaten und berichtet über die Unruhen im Januar 1906, den Besuch des dänischen Prinzen im Mai 1846 und junge Vulkankegel in der Umgebung.
Personen
Erwähnte Personen · 01-
Verfasser einer Abhandlung über Madeiras Klima und Meteorologie, dessen Aussage zum Tau in Funchal hier widersprochen wird.