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Ponta do Pargo (Gemeinde) 1Lage, Name und Gründung
Artikel Nr. 2939 Gemeinde Bd. III · S. 165–167 5 Min. Lesezeit

Ponta do Pargo (Gemeinde)

Originaltitel: Ponta do Pargo (Freguesia da)

Gemeinde an der Westspitze von Madeiras Südküste im Kreis Calheta, benannt nach einem riesigen Pargo-Fisch, der dort während der Entdeckungsfahrt gefangen wurde. Der Artikel behandelt ihre Abtrennung von Fajã da Ovelha, ihre Kirche, Schulen, Majorate, Landwirtschaft, Levadas, den Leuchtturm und ihre Verwaltungsgeschichte.

Ponta do Pargo (Gemeinde)

1Lage, Name und Gründung

Ponta do Pargo ist die westlichste Gemeinde (freguesia) an der Südküste dieser Insel. Sie liegt hoch oben auf Felsen, die steil über dem Meer aufragen, und bildet zum Teil eine malerische Ebene ohne größere Geländeunterschiede, abgesehen von der Bergregion, die sie vor allem nach Norden hin begrenzt.

Den Ursprung ihres Namens erklärt Gaspar Frutuoso sehr deutlich: „Von Calheta (‚kleine Bucht‘) fuhr der Kapitän hinab bis zur letzten Landspitze über dem Meer, hinter der es kein Land mehr zu geben scheint; und als er hier war, brachten ihm die Leute aus dem Beiboot von Tristão und aus dem Beiboot von Álvaro Afonso einen Fisch, der wie eine Meerbrasse aussah, von wunderbarer Größe und der größte, den sie bis dahin gesehen hatten; wegen dieses Fisches erhielt jene Spitze den Namen Ponta do Pargo. Von dieser Ponta do Pargo wendet sich das Land nach Norden bis zu einer anderen Spitze, die von dieser, wie die einen sagen, zwei, wie andere sagen, drei Léguas entfernt sein mag …“

Jenseits der Ponta do Pargo (‚Meerbrassenspitze‘) stößt man weiter nach Norden auf die Ponta do Tristão (‚Tristãos Spitze‘). Sie bildete bekanntlich eine der Grenzen bei der Teilung in die beiden Kapitanate Funchal und Machico; die andere Grenze war die Ponta da Oliveira (‚Ölbaumspitze‘).

Das Gebiet, das heute die Gemeinde Ponta do Pargo bildet, gehörte ursprünglich zur Pfarrei Fajã da Ovelha (‚Ebene des Mutterschafs‘) und wurde von dieser abgetrennt, als jene zur selbständigen Gemeinde erhoben wurde. Das genaue Gründungsjahr ist nicht bekannt, es muss aber vor 1560 liegen, denn der königliche Erlass (alvará) vom 4. März dieses Jahres fügte der Pfarrbesoldung (côngrua) des Pfarrers, die damals jährlich 11.000 Réis (alte portugiesische Rechnungsmünze; 1$000 = 1000 Réis, 1:000$000 = ein Conto = 1 000 000 Réis) betrug, einen Moio (Getreidemaß zu 60 Alqueires) Weizen und ein Viertel Wein hinzu. Der Erlass vom 1. März 1577 setzte das Jahresgehalt des Pfarrers auf 20.000 Réis fest, und der vom 9. Juni 1581 erhöhte es auf 25.000 Réis, ebenfalls jährlich.

Sitz der neuen Pfarrei wurde die Kapelle St. Peter (São Pedro); über ihren Stifter und ihr Baujahr wissen wir nichts. Sie wurde in Jahren, die wir nicht genau angeben können, erweitert und umgebaut. Ein Befehl des Finanzrats (Conselho da Fazenda) vom 20. Juli 1620 ordnete ihren Wiederaufbau an; die Arbeiten wurden auf 2.231.606 Réis veranschlagt. Ob der Wiederaufbau sogleich erfolgte, was nicht immer der Fall war, ist unbekannt. Im Jahr 1851 wurden an diesem Gotteshaus bedeutende Ausbesserungen vorgenommen, die etwa 1.700.000 Réis kosteten. Man teilt uns mit, dass die Pfarrkirche bei ihren Bauten und Wiederaufbauten drei verschiedene Standorte hatte, stets jedoch im selben Ortsteil Salão (‚Saal‘). Zuerst stand sie an der Stelle, die man Pé do Pico (‚Fuß des Gipfels‘) nennt, dann in der Achada da Igreja (‚Kirchenhochfläche‘) und schließlich dort, wo sie sich heute befindet.

Pedro de Couto Cardoso, André Nogueira und Duarte Mascarenhas Jaques waren die ersten Priester, die in dieser Gemeinde als Seelsorger wirkten. Ende des 18. Jahrhunderts wurde hier eine Kuratie (curato) eingerichtet.

2Kapellen, Schulen, Wirtschaft und Verwaltung

In dieser Pfarrei bestehen die Kapellen Unserer Lieben Frau vom Schutz (Nossa Senhora do Amparo) und Unserer Lieben Frau vom guten Tod (Nossa Senhora da Boa Morte), auf die wir bereits an anderer Stelle eingegangen sind.

Die Gemeinde hat zwei staatliche Grundschulen: eine für Jungen, gegründet 1850, und eine für Mädchen, gegründet 1910. Es ist angebracht, hier an die Verdienste der Privatlehrerin Dona Maria Amélia de Sousa um diese und auch um benachbarte Gemeinden zu erinnern. Rund siebzig Jahre lang erteilte sie vielen Menschen beiderlei Geschlechts mit großem Können und größter Hingabe Elementarunterricht, und sie verdient es, dass ihr Name im Gedächtnis der Kinder dieser Pfarrei fortlebt.

In dieser Gemeinde hatten drei Fideikommisshäuser ihren Sitz; ihre letzten Vertreter waren João Alves Espínola e Freitas, Francisco Freire de França e Almeida und Manuel de Ponte de Gouveia.

Bedeutend sind die Rindermast und die Milcherzeugung für die Butterherstellung. Angebaut wird dasselbe wie in den übrigen Gemeinden, mit Ausnahme des Zuckerrohrs. Besondere Erwähnung verdient der in dieser Gegend erzeugte Sercial (weiße Rebsorte), der stets als Wein von höchster Qualität galt.

Der Landwirtschaft kommen die Levadas (Bewässerungskanäle) dos Moinhos, do Cabo, da Lombada da Velha, da Ribeira da Vaca, do Serrado, da Serra, do Ribeiro Velho, da Lombadinha, do Amparo und do Lombo zugute, außerdem die Levada do Rabaçal, die ebenfalls einen Teil dieser Gemeinde bewässert. Die Küsten von Ponta do Pargo und Achadas da Cruz (‚Hochflächen des Kreuzes‘) waren für die Schifffahrt äußerst gefährliche Gewässer. Daher war ein Leuchtturm in der ersten dieser beiden Gemeinden unumgänglich, denn sie bildet den am weitesten vorspringenden Punkt dieser Küsten und liegt so hoch, dass das Licht der Laterne mühelos einige Meilen weit reichen würde. Schon vor einigen Jahren wurde das für den Leuchtturm bestimmte Gebäude errichtet, und zwar auf Initiative des Generalrats des Distrikts (Junta Geral do Distrito), der sämtliche Baukosten trug; der Leuchtturm nahm am 5. Juni 1922 seinen Betrieb auf. In der Gemeinde gibt es außerdem eine Post- und Telegrafenstation sowie eine Signalstation.

Diese Pfarrei gehörte zum Kreis (concelho) Porto Moniz (‚Hafen des Moniz‘) von dessen Einrichtung 1835 bis zu seiner Aufhebung im Jahr 1849; danach kam sie zum Kreis Calheta. Als der Kreis Porto Moniz 1855 wiederhergestellt wurde, wurde ihm die Gemeinde Ponta do Pargo erneut eingegliedert. Das Gesetz vom 26. Juni 1871 trennte sie vom Kreis Porto do Moniz und gliederte sie wieder dem Kreis Calheta an, zu dem sie heute gehört. Wichtigste Ortsteile: Cabo, Lombada Velha (‚alter Höhenrücken‘), Ribeira das Vacas, Serrado, Salão, Corujeira de Dentro (‚inneres Eulennest‘), Corujeira de Fora (‚äußeres Eulennest‘), Lombadinha, Amparo und Lombo. Nach der Volkszählung von 1911 hat die Pfarrei 2546 Einwohner.

In diesem Artikel

Zeit

Erwähnte Jahre · 13
  1. Eine königliche Urkunde erhöhte die Besoldung des Priesters von Ponta do Pargo und belegt damit, dass die Gemeinde zu diesem Zeitpunkt bereits bestand.

  2. Königliche Urkunden vom 1. März 1577 erhöhten die Besoldung der Geistlichen mehrerer madeirischer Gemeinden, darunter Tábua, Monte (damals 58 Haushalte), Ponta do Pargo (20$000 Réis) und Porto Moniz. In der Urkunde zu Porto Moniz wurde dieser Name erstmals verwendet.

  3. Ein königlicher Erlass erhöhte die Jahresbesoldung der Vikare mehrerer Gemeinden, darunter Monte, Ponta do Pargo, Campanário und Seixal, auf 25$000 Réis.

  4. Der Conselho da Fazenda ordnete den Wiederaufbau der Pfarrkirche von Ponta do Pargo an.

  5. Eine neue Verwaltungsordnung teilte Madeira in zehn Kreise ein. Neu entstanden unter anderem Câmara de Lobos, Santana (einschließlich Porto da Cruz, gegen den Protest von Machico), Porto Moniz, São Vicente und Calheta; Ponta do Sol wurde neu gegliedert. Die Grenzen von Funchal wurden zum Jahresende festgelegt, und der Distriktsleiter erhielt den Titel Zivilgouverneur.

  6. Ein Dekret hob den Kreis Porto Moniz auf; seine Gemeinden kamen zu Calheta. Einige Jahre später wurde der Kreis wiederhergestellt.

  7. Die Knabengrundschule von Ponta do Pargo wurde gegründet.

  8. An der Pfarrkirche von Ponta do Pargo wurden umfangreiche Reparaturen vorgenommen.

  9. Der Kreis Porto Moniz wurde wiederhergestellt, und unter anderem wurde ihm die Gemeinde Ponta do Pargo wieder angegliedert.

  10. Ein Gesetz übertrug die Gemeinde Ponta do Pargo endgültig vom Kreis Porto Moniz an Calheta.

  11. In Ponta do Pargo wurde eine Mädchengrundschule gegründet.

  12. Die Volkszählung von 1911 erfasste die Einwohnerzahlen der Gemeinden auf Madeira sowie 586 Männer und 868 Frauen über 80 Jahre im Distrikt Funchal.

  13. Der Leuchtturm an der Ponta do Pargo wurde eingeweiht und nahm den Betrieb auf.

Ort

Erwähnte Orte · 18
Karte: Madeira (18)
  1. Achada da Igreja

    Calheta. Zweiter Standort der Pfarrkirche.

  2. Achadas da Cruz

    Porto Moniz. Nachbargemeinde, deren Küste für die Schifffahrt gefährlich war.

  3. Calheta

    Kreis, zu dem die Gemeinde heute gehört; in Frutuosos Bericht zugleich der Ausgangspunkt von Zarcos Fahrt.

  4. Corujeira de Dentro

    Calheta. Einer der wichtigsten Ortsteile der Gemeinde.

  5. Corujeira de Fora

    Calheta. Einer der wichtigsten Ortsteile der Gemeinde.

  6. Fajã da Ovelha

    Calheta. Gemeinde, von der Ponta do Pargo abgetrennt wurde.

  7. Kapelle Unserer Lieben Frau vom guten Tod

    Calheta. Kapelle in der Gemeinde.

  8. Kapelle Unserer Lieben Frau vom Schutz

    Calheta. Kapelle in der Gemeinde.

  9. Kirche St. Peter

    Calheta. Kapelle, die zur Pfarrkirche wurde.

  10. Leuchtturm von Ponta do Pargo

    Calheta. Vom Generalrat des Distrikts errichteter Leuchtturm, seit 1922 in Betrieb.

  11. Levada do Rabaçal

    Calheta. Levada, die einen Teil der Gemeinde bewässert.

  12. Lombada Velha

    Calheta. Einer der wichtigsten Ortsteile der Gemeinde.

+ 6 weitere

Personen

Erwähnte Personen · 11
  1. Teilnehmer der Entdeckungsfahrt, dessen Bootsbesatzung den Pargo-Fisch fing.

  2. Einer der ersten Priester, die in der Gemeinde tätig waren.

  3. Einer der ersten Priester, die in der Gemeinde tätig waren.

  4. Letzter Vertreter eines der drei in der Gemeinde ansässigen Majoratshäuser.

  5. Gaspar Frutuoso1522–1591

    Azoreanischer Chronist, der hier zur Herkunft des Namens Ponta do Pargo zitiert wird.

  6. Letzter Vertreter eines von drei Majoratshäusern in der Gemeinde.

  7. Entdecker Madeiras, der in Frutuosos Bericht über die Namensgebung der Landspitze als „der Kapitän“ bezeichnet wird.

  8. Letzter Vertreter eines von drei Majoratshäusern in der Gemeinde.

  9. Privatlehrerin, die in dieser und benachbarten Gemeinden etwa siebzig Jahre lang Grundschulunterricht erteilte.

  10. Einer der ersten Priester der Gemeinde.

+ 1 weitere
  1. Mitentdecker Madeiras, dessen Bootsbesatzung half, den großen Pargo-Fisch zu fangen.

Auf dem Bogen P

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