São Gonçalo (Gemeinde) 1Lage und Gründung der Gemeinde
São Gonçalo (Gemeinde)
Originaltitel: São Gonçalo (Freguesia de)
Eintrag über São Gonçalo, eine Gemeinde am östlichen Stadtrand von Funchal. Er behandelt die Entstehung ihres Gemeindegebiets, die Einrichtung ihrer Kuratie und Gemeinde im 16. Jahrhundert, ihre Kirchen und Kapellen, die frühe Besiedlung durch Gonçalo Aires und ihre wichtigsten Ortsteile.
1Lage und Gründung der Gemeinde
Am östlichen Rand von Funchal liegt die Gemeinde (freguesia) São Gonçalo (‚heiliger Gonçalo‘), eine der fünf Vorortgemeinden dieses Kreises (concelho). Im Westen grenzt sie an die Gemeinde Santa Maria Maior, im Osten an die Gemeinde Caniço. Eingezwängt zwischen diesen beiden Pfarreien, erstreckt sie sich vom Meeresufer bis zu den Gipfeln der Berge, die einen Teil von Funchal begrenzen. Das Gebiet dieser Gemeinde gehörte ursprünglich zur Pfarrei Santa Maria Maior. Als diese ihren Sitz in die Kirche verlegte, die später als Kathedrale diente, wurde auch dieses Gebiet ihr eingegliedert. Als Funchal um 1558 in zwei Pfarreien geteilt wurde, kam es wieder zur Gemeinde Santa Maria Maior.
Über die Kapelle Unserer Lieben Frau vom Schnee (Nossa Senhora das Neves), in der der Pfarrsitz eingerichtet wurde, haben wir bereits auf Seite 462 des II. Bandes kurz berichtet. Sie hatte einen eigenen Kaplan, der einige pfarrliche Aufgaben wahrnahm. Später wurde sie durch königlichen Erlass (alvará régio) vom 7. März 1566 zur Kuratie (curato) erhoben; der Kurat (cura, Seelsorgegeistlicher) erhielt ein Jahresgehalt von 12.000 Réis (alte portugiesische Rechnungsmünze; 1$000 = 1000 Réis, 1:000$000 = ein Conto = 1 000 000 Réis) in Geld und einen Moio (Getreidemaß zu 60 Alqueires) Weizen. Das Generalregister des Archivs des ehemaligen königlichen Rentamts (Provedoria), das wir schon so oft angeführt haben, verzeichnet folgende Urkunden:
- ein königliches Schreiben (carta régia) vom 16. September 1574, das dem Kuraten jährlich 20.000 Réis zusprach, weil die Kuratie mehr als 100 Haushalte (fogos, wörtlich „Feuerstellen“) zählte
- einen königlichen Erlass vom 9. Juni 1581, der dieses Gehalt auf 25.000 Réis festsetzte
- einen Erlass vom 3. Februar 1589, der dieser Besoldung dreißig Alqueires Weizen und ein Viertel Wein hinzufügte
- und einen Erlass vom 14. Dezember 1592, der die zugehörige Pfarrbesoldung (côngrua) auf 16.000 Réis in Geld, einen Moio Weizen und eine Pipa (Weinfass und Hohlmaß, etwa 400–500 Liter) Wein festlegte.
In keiner dieser Urkunden ist von einer Pfarrei oder Vikarie die Rede, sondern von einem Benefiziaten mit Seelsorge (beneficiado curado), wenn auch mit den Befugnissen eines Pfarrers. Die Saudades da Terra berichten, die Pfarrei sei durch königlichen Erlass vom 12. März 1574 gegründet worden. Fest steht jedoch, dass der oben genannte, spätere Erlass vom 16. September 1574 noch ausdrücklich von einem Benefiziaten mit Seelsorge spricht. Aufgrund der Prüfung und des Vergleichs zahlreicher Urkunden über die Schaffung verschiedener kirchlicher Ämter können wir versichern, dass die im Generalregister der Provedoria angeführten Erlasse in ihren Daten verlässlicher sind als die, die der verdienstvolle Kommentator von Gaspar Frutuoso anführt. Am wahrscheinlichsten erscheint uns, dass die Schaffung des Benefiziaten mit Seelsorge durch den Erlass vom 7. März 1566 der Gründung der Pfarrei entspricht und dass man in jener Zeit die mit bestimmten Ämtern verbundenen Befugnisse vermengte.
2Kirchen, Besiedlung und Ortsteile
Die Kapelle Nossa Senhora das Neves (Unserer Lieben Frau vom Schnee), der ursprüngliche Sitz der Pfarrei, stammt, wie bereits erwähnt, aus dem 16. Jahrhundert und gehört zu den ältesten dieser Diözese. Im Laufe der Zeit wurde sie mehrfach verändert, doch schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts war sie für die Bevölkerung der Gemeinde (freguesia) zu klein. Trotz verschiedener Bemühungen ordnete erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts ein Erlass des Finanzrats (Conselho da Fazenda) vom 15. Oktober 1697 den Bau einer neuen Kirche an; mit den Arbeiten begann man zu Anfang des 18. Jahrhunderts.
In dieser Pfarrei gab es die Kapellen Nossa Senhora da Incarnação (Unserer Lieben Frau von der Menschwerdung) und Nossa Senhora da Piedade (der Schmerzensmutter), und noch heute bestehen die Kapellen Nossa Senhora das Neves und Nossa Senhora da Boa Nova (Unserer Lieben Frau von der Frohen Botschaft). Von ihnen handeln wir an anderer Stelle.
Die erste Besiedlung dieser Pfarrei und die ersten landwirtschaftlichen Erschließungen auf ihrem Gebiet dürften, wie die der übrigen Gemeinden dieses Kreises (concelho), zeitgleich mit der Kolonisierung und Urbarmachung des Bodens erfolgt sein. Diese begann João Gonçalves Zargo in Funchal gleich nach der Entdeckung und dem Brand, der in den dichten Wäldern wütete, die gewiss das ganze Tal bedeckten. Von einem frühen Siedler, dem angesehensten Gefährten Zargos bei der Entdeckung, wissen wir, dass er in dieser Gemeinde ausgedehnte Ländereien als Sesmaria (königliche Landvergabe an Siedler mit Bewirtschaftungspflicht) besaß. Sie reichten vom rechten Ufer des Baches, dem er seinen Namen gab, bis an den Bach Ribeira de João Gomes und wurden im Norden von den Kämmen des Berglands begrenzt. Es ist Gonçalo Aires, mit dem wir uns bereits auf Seite 21 des II. Bandes dieses Werkes ausführlicher befasst haben. Innerhalb der Grenzen dieser Gemeinde liegen die prächtige Quinta (Landgut) do Palheiro (Band III, Seite 43) und das Quarantänehaus (lazareto) von Gonçalo Aires an der Mündung des gleichnamigen Baches (Band II, Seite 223 f.). Die wichtigsten Ortsteile sind: Forca, Louros, Murteiras, São João de Latrão, Salões, Fonte, Boa Nova, Lombo da Quinta, Ribeira da Quinta, Palheiro do Ferreiro, Algarvio, Bica de Pau, Igreja, Ribeiro Seco, Neves und Cancela. Die Gemeinde zählt 2987 Einwohner (1921).
In diesem Artikel
Ort
Erwähnte Orte · 01- São Gonçalo · Gegenstand
Funchal
São Gonçalo ist eine Vorstadtgemeinde am östlichen Rand von Funchal. Sie entstand im 16. Jahrhundert, erhielt 1927 einen weiteren Gebietsteil und wurde im selben Jahr zu einem Gerichtsbezirk der Comarca Funchal. Der Elucidário erwähnt die Kunststickerinnen der Gemeinde, die besonders feine Arbeiten fertigen, ihre Levadas, ihre Heulieferungen nach Funchal und ihre Sturmtaucherjäger. Außerdem nennt er sie als Geburtsort von Padre Manuel Fernandes de Santana; zu ihr gehören Alpires und die Quinta do Rochedo.
Personen
Erwähnte Personen · 01- Gaspar Frutuoso1522–1591
Verfasser der Chronik „Sehnsucht nach der Heimat“. Er wird hier für das Gründungsjahr 1574 der Gemeinde angeführt, das der Elucidário bestreitet.