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Elucidário Madeirense Startseite
Artikel Nr. 2514 Schiffsunglück oder Schiffsgeschichte Bd. II · S. 814–820 15 Min. Lesezeit

Schiffbrüche

Originaltitel: Naufrágios

Eine Chronik der Schiffsunglücke und zerstörerischen Stürme in der Bucht von Funchal und rund um den Madeira-Archipel vom 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert. Sie endet mit einer Liste einheimischer Retter, die für die Rettung von Menschenleben geehrt wurden.

Schiffbrüche

1Stürme und Schiffsunglücke in der Bucht von Funchal

Die Bucht (baía) von Funchal ist vor allen Winden geschützt, ausgenommen jene, die aus den Richtungen zwischen Südwest und Südost über Süd wehen. Die großen Unwetter machen sich dort nur bemerkbar, wenn der Wind mit Heftigkeit von Süden her bläst; dann türmt das Meer bisweilen hohe Wellen auf, die mit Wucht gegen die Strände schlagen. In solchen Fällen sind die Segelschiffe in der Bucht nicht mehr sicher. Gelingt es ihnen nicht, bei den ersten Anzeichen des Sturms auf die offene See (largo) hinauszufahren, laufen sie Gefahr, an die Küste getrieben und dort vom Meer zerschmettert zu werden. Unter den vielen Stürmen, die unsere Anlegestelle (porto) heimgesucht haben, verdienen wegen ihrer verheerenden Folgen die folgenden Erwähnung.

1757. Ende Oktober oder Anfang November dieses Jahres tobte ein schweres Unwetter, das einige Schiffe in Gefahr brachte und Schäden an den Hafenbauten von Funchal (der Verbindung der Pontinha (‚kleine Spitze‘) mit dem Land) verursachte.

1802. In der Nacht zum 30. August 1802 ereignete sich gegen 1 Uhr morgens an Bord eines portugiesischen Schiffes, das im Hafen von Funchal vor Anker lag und nach Brasilien bestimmt war, eine furchtbare Explosion. 32 Menschen kamen ums Leben, 4 davon Madeirer. Es hieß, ein Matrose habe die Explosion versehentlich ausgelöst, als er sich in der Pulverkammer des Schiffes aufhielt, um Schießpulver zu stehlen und in der Stadt zu verkaufen.

2Chronologie der Schiffsunglücke, 1804–1896, und weitere Inseln

1804. Am 8. und 11. Januar dieses Jahres tobten heftige Stürme, und zwei englische Vollschiffe gingen unter. 1828. Am 22. Januar strandete vor dem Zollhaus die amerikanische Brigg Calixto, die das Meer binnen weniger Stunden vollständig zerstörte. Am 1. März erlitt das englische Vollschiff Britannia an der Praia Formosa (‚schöner Strand‘) Schiffbruch, wobei ein Besatzungsmitglied ums Leben kam. 1834. In diesem Jahr ereignete sich der Schiffbruch des englischen Vollschiffs Greenwelle, bei dem fünf Besatzungsmitglieder starben. 1836. Die schweren Stürme vom 18. Oktober trieben in der Nähe von Santa Catarina die portugiesische Bark Maria Adelaide und die Jacht Conceição e Almas an Land; ein Besatzungsmitglied des letzteren Schiffes kam dabei um. Bei derselben Gelegenheit ging dort auch ein mit Wein beladenes Boot unter, das von der Nordküste kam. 1842. Am 26. Oktober dieses Jahres warf das Meer fünf Schiffe an den Strand; ein weiteres verschwand und wurde nie wieder gesehen. 1846. Vom 8. bis 11. Januar wüteten im Hafen von Funchal schwere Stürme, die die Bauarbeiten am Kai zunichtemachten, und am 10. desselben Monats strandete bei São Lázaro (‚heiliger Lazarus‘) der toskanische Patacho (kleines zweimastiges Handelsschiff) Duque de Sussex. 1848. Am 10. Dezember gingen die Jacht Senhor dos Passos und der Schoner Eugenia verloren, am 31. die Jachten Fevereiro I.° und Boa Fé, beide portugiesisch, sowie die Patachos Delfim und Levant, der letztere amerikanisch, der erstere portugiesisch. Während dieses letzten Sturms wäre beinahe auch die englische Kriegskorvette Daphne gestrandet. 1858. Am 5. März dieses Jahres sank im Hafen von Funchal infolge eines heftigen Sturms die englische Brigg Reliance, und am 15. desselben Monats ereilte den brasilianischen Patacho Liberato Terceiro, dessen Schiffer Thomás Whister war, dasselbe Schicksal. 1858. Am 14. November lief das portugiesische Vollschiff Defensor, dem Sinken nahe, in den Hafen von Funchal ein. Es war auf der Fahrt von Rio de Janeiro nach einem der Häfen Portugals und hatte die Besatzung und einige Passagiere an Bord, insgesamt 23 Personen. Das Schiff kam aus einem verseuchten Hafen, und die See war recht aufgewühlt; nur unter großen Mühen konnten 16 Personen an Land gebracht werden, die man im alten Fort da Pontinha isolierte. Die übrigen blieben an Bord, da sie sich weigerten, zu diesem Zeitpunkt auszusteigen. In der Nacht jedoch ließen sie ein Beiboot zu Wasser und versuchten, das Land zu erreichen; sechs von ihnen kamen dabei ums Leben, und nur einer konnte jenseits des Forts São Tiago gerettet werden. Das Vollschiff lief am 16. November an der Mündung des Bachs Gonçalo Aires auf Grund. 1872. Ein heftiger Sturm am 22. Dezember trieb in der Gegend des Quarantänehauses (lazareto) den englischen Patacho Champion an Land; der Kapitän und vier weitere Besatzungsmitglieder starben. 1875. Am Strand vor der ehemaligen Praça da Rainha, der heutigen Praça do Marquês de Pombal, lief am 2. Februar 1875 der englische Dampfer Soudan auf Grund. Die See war ruhig, und man schrieb das Unglück der Unerfahrenheit oder Nachlässigkeit derjenigen zu, die das Ankermanöver leiteten. 1876. In diesem Jahr gab es in der Bucht von Funchal zwei schwere Stürme, den ersten am 13. Mai und den zweiten am 11. November. Der erste trieb den englischen Schoner Orphey, den portugiesischen Patacho Barbosa 2.°, die portugiesische Schaluppe Moura 7.° und die amerikanischen Patachos Maurice und Nellieclifford an Land; der zweite bereitete dem deutschen Schiff Fear-Not, der portugiesischen Jacht Fontes Pereira de Melo und dem englischen Schoner Theodosia dasselbe Ende. Der Valente, ein kleiner madeirischer Dampfer, wurde während der Novemberstürme unterhalb der Quinta (Landgut) Lambert mehr als 15 Meter über den gewöhnlichen Meeresspiegel auf die Felsen geschleudert. Schon am 3. Januar hatte ein weniger heftiger Sturm als die beiden genannten die englische Bark Patagonia bei Santa Catarina Schiffbruch erleiden lassen. 1881. Am 6. Januar dieses Jahres wurde die portugiesische Jacht Aliança vom Südwind an den Strand getrieben. 1884. Am 26. November warf das Meer den Schoner Eulalia und die italienische Brigg Torquato an den Strand. 1892. Die Stürme vom 28. Februar beschädigten die Mole da Pontinha. 1896. In der Nacht vom 26. auf den 27. Oktober dieses Jahres wurden die französische Brigg René Adrienne und die portugiesische Brigg Comercio an Land getrieben, letztere an der Ribeira de São Lázaro, erstere an der Mauer der Pontinha. Obwohl die Bucht von Funchal vom Cabo Garajau (‚Seeschwalbenkap‘) und von der Ponta da Cruz (‚Kreuzspitze‘) begrenzt wird, die etwas mehr als 8 Kilometer voneinander entfernt sind, gehen die Schiffe gewöhnlich östlich des Ilhéu und vor der Stadt vor Anker, wo der Grund aus basaltischem Sand und etwas Schlamm besteht. Die Menge an Steinen, Sand und Schlamm, die das Wasser der Bäche jedes Jahr mit sich führt, ist beträchtlich; dadurch ist das Meer in der Bucht flacher geworden, und die Strände wachsen allmählich. Der Banger-Pfeiler, dessen Fuß zur Zeit seines Baus (1798) vom Meer umspült wurde, steht heute ein Stück davon entfernt, und die Rua da Praia, die Fisch- und Obstmärkte sowie die Praça do Marquês de Pombal stehen an Stellen, die in früheren Zeiten vom Wasser erreicht wurden (1921). Wir wollen nun einen kurzen Überblick über andere Schiffbrüche geben, die sich an verschiedenen Orten dieses Archipels ereignet haben: Im März 1720 war ein Boot mit acht Personen von Machico nach Porto Santo (‚Heiliger Hafen‘) unterwegs. Es wurde von einem heftigen Sturm überrascht und an die Küsten der Kanarischen Inseln verschlagen, wo die Insassen an Land gehen konnten. Zwei Monate später kehrten sie nach Porto Santo zurück, wo alle sie für Opfer des Sturms gehalten hatten. Um 1730 erlitt auf jener Insel im Ortsteil Pedregal, an der Stelle, die man Rocha do Guilherme nennt, ein schwedisches Schiff Schiffbruch, das aus Indien kam und eine wertvolle Ladung führte; einige Besatzungsmitglieder kamen dabei um. Einige Monate später kam ein Schiff derselben Nationalität an die Unglücksstelle und konnte einen beträchtlichen Teil der Ladung bergen, darunter mehrere sehr wertvolle Gegenstände und, wie es scheint, auch einige Kisten mit Geld. Anfang des Jahres 1768 sank in der Nähe der Insel Porto Santo die französische Kriegskarake Balance unter dem Kommando des Barons von Arras; ihre 239 Besatzungsmitglieder wurden von einem französischen Schiff aufgenommen, das sie in den Hafen von Funchal brachte. Im Jahr 1790 ging in der Meerenge beim Ilhéu de Baixo (‚untere Felseninsel‘) auf Porto Santo ein mit Wein beladenes Küstenlinienboot unter, das von der Nordküste Madeiras nach Funchal unterwegs war und von einem schweren Sturm an jene Stelle getrieben wurde. Die gesamte Mannschaft kam ums Leben, bis auf einen Mann, der sich an ein Holzbrett klammerte und den Ilhéu de Ferro erreichen konnte.

3Überfahrt nach Porto Santo und Schiffsunglücke an der Küste

Ein schweres Unglück auf der Überfahrt (travessa) nach Porto Santo ereignete sich in der Nacht des 11. Januar 1823: Neun Menschen kamen ums Leben, und von dem Boot und den Opfern dieses Schiffbruchs wurde nie eine Spur gefunden.

Am 5. Dezember 1850 war ein Boot von Funchal nach Porto Santo ausgelaufen, das João Rodrigues Rei und José Alexandre de Viveiros gehörte. Bootsführer (arrais) war der Seemann Justiniano Joaquim de Sousa, und an Bord befanden sich außer den beiden Eigentümern weitere 13 Passagiere und 12 Mann Besatzung. In der sogenannten Travessa geriet das Fahrzeug in einen heftigen Sturm. Die Eigentümer und die Passagiere rieten der Besatzung daraufhin eindringlich, den Ilhéu de Cima oder den Porto dos Frades anzulaufen und nicht die Anlegestelle der Kleinstadt (vila), da die Landung dort große Gefahr bedeute. Diese Bitten und Ratschläge fanden leider kein Gehör. Als man zu landen versuchte, wurde die See durch den heftigen Wind noch aufgewühlter, und von den 27 Menschen an Bord konnten sich nur 12 retten; 15 fanden einen grausigen Tod in den hohen Wogen, die sich mit Gewalt am Strand brachen. Unter den Opfern waren die Eigentümer des Bootes sowie einige Frauen und Kinder. Die Nachricht von diesem Unglück auf See erregte auf der Insel Porto Santo und auch auf Madeira tiefste Erschütterung.

Damals und in früheren Zeiten kam es auf der Überfahrt zwischen Madeira und Porto Santo häufig zu Schiffbrüchen, weil dafür offene Boote ohne Deck, sogenannte Boote „de boca aberta“, verwendet wurden. Das Unglück vom 6. Dezember 1850 führte zur Regelung dieses Seeverkehrs: Fortan war es ausdrücklich verboten, dass Fahrzeuge zwischen den beiden Inseln verkehrten, die nicht die dafür unerlässlichen Voraussetzungen erfüllten. Seitdem wurden Unglücke auf dieser Strecke selten. Der portugiesische Schoner Maravilha lief am 7. April 1855 am Strand jener Insel auf Grund, ohne dass Menschen zu Schaden kamen. Nordwestlich der Insel ging am 8. März 1882 ein brasilianischer Dampfer verloren, wobei vier Besatzungsmitglieder starben. An die Küsten von Porto Santo wurden zu verschiedenen Zeiten mehrere Schiffe getrieben, teils verlassen, teils mit ihrer Besatzung, wie man in den Anais jener Insel nachlesen kann. Auf der Höhe der Ponta de São Lourenço (‚Sankt-Laurentius-Spitze‘) sank 1884 der englische Dampfer Forerunner; 14 Menschen starben, wie wir bereits auf S. 44 dieses Bandes berichtet haben. Zwei Léguas (Meile, etwa 5 km) nördlich derselben Landspitze ging am 23. Februar 1838 ein Fischerboot aus dem Hafen von Machico unter, dessen sechs Mann Besatzung sämtlich ums Leben kamen. Die Praia Formosa war Schauplatz einiger Schiffbrüche. Erwähnen können wir einen am 1. März 1828 mit dem englischen Vollschiff Britannia, bei dem ein Besatzungsmitglied starb und das Schiff völlig zerstört wurde, sowie einen weiteren am 18. Oktober 1875 mit einem Küstenboot, bei dem fünf Menschen umkamen.

Noch mehr Unglücke auf See ereigneten sich in der Umgebung der sogenannten Ponta da Cruz, nicht weit von der Praia Formosa. Oben auf der Felswand steht ein kleines eisernes Kreuz, das mehrmals ersetzt wurde, als Zeichen und Erinnerung an die Unglücke und Todesfälle, die sich dort zugetragen haben. Es ist frommer Brauch der Passagiere der vorbeifahrenden Küstenboote, an dieser Stelle ehrfürchtig den Hut abzunehmen, und viele murmeln still ein inbrünstiges Gebet. Dort sank am 12. März 1901 ein Küstenboot aus Ponta do Pargo; sieben Menschen starben.

Auf der Höhe der Ponta do Pargo ging am 31. März 1850 ein Fischerboot aus dem Hafen von Paul do Mar unter, wobei einige Besatzungsmitglieder starben. Die portugiesische Brigg Triunfo unter Kapitän Francisco António da Silva, die aus Pará kam und Ladung nach Lissabon führte, strandete am 31. Januar 1857 am Strand der Gemeinde (freguesia) Madalena do Mar; die gesamte Besatzung wurde gerettet. Vor der Anlegestelle der Gemeinde Porto da Cruz, anderthalb Léguas vor der Küste, kenterte am 20. September 1858 infolge eines heftigen Sturms die französische Brigg Homs unter Kapitän F. Azemas, die von Cette nach Martinique unterwegs war. Die gesamte Besatzung wurde gerettet und in jener Gemeinde von dem Komtur Valentim de Freitas Leal, einem dort ansässigen wohlhabenden Grundbesitzer, großzügig versorgt.

In den ersten Dezembertagen 1859 war das englische Vollschiff Flying Foame aus Cardiff ausgelaufen, mit Ziel der britischen Kolonie Hongkong in China. Ein schwerer Sturm trieb es bis in die Gewässer Madeiras und schleuderte es mit Wucht gegen die Klippen der Küste, an der Stelle namens Fajã do Manuel (‚Ebene des Manuel‘) in der Gemeinde Porto Moniz. Von den 21 Menschen an Bord starben 15, darunter der Kapitän des Schiffes, William Lidle, und andere Offiziere. Das Schiff, das eine volle Ladung Steinkohle führte, ging am 19. Dezember 1859 unter.

An der Felswand des Ilhéu do Navio (‚Schiffsinsel‘) vor der Küste der Gemeinde Santana strandete am 24. Dezember 1860 bei einem schweren Sturm die holländische Galiote Alfa, die von England nach der Insel Haiti unterwegs war. Die siebenköpfige Besatzung wurde gerettet.

Am 18. August 1861 ging im Porto Novo in der Gemeinde Gaula ein Küstenboot unter; sieben Menschen, Passagiere und Besatzung, kamen ums Leben.

Das Küstenboot Bailão aus dem Hafen von Calheta, das am 3. September 1872 von jener Kleinstadt nach Funchal unterwegs war, sank; drei Besatzungsmitglieder kamen ums Leben.

Vom Porto dos Anjos in der Gemeinde Canhas lief am 18. Oktober 1875 ein Küstenboot mit Ladung und Passagieren nach Funchal aus. Es ging unter – an welcher Stelle der Fahrt, wissen wir nicht genau –, wobei vier Männer und zwei Frauen umkamen. In der Gemeinde Ponta Delgada strandete am 9. Dezember 1877 ein norwegisches Vollschiff; zwei Besatzungsmitglieder starben.

Über den Untergang der Jacht Varuna in der Gemeinde Achadas da Cruz haben wir bereits auf S. 13 von Band I dieses Werkes kurz berichtet.

Am 12. März 1901 ging vor der Ponta da Cruz das Küstenboot Brilhante Pargueiro unter; acht Passagiere starben.

Die Befeuerung der Ilhas Desertas ist seit Langem geplant. Weil dort Leuchttürme fehlen, ist es in jenen Gewässern zu einigen Schiffbrüchen hochbordiger Schiffe gekommen, besonders bei dichtem Nebel. Auch Fischerboote verunglückten dort mehrfach: Vom Sturm getrieben, finden sie an jenen schroffen und ungeschützten Küsten bisweilen ihren Untergang, und ihre Besatzungen verlieren das Leben.

Einige verlassene Schiffe wurden an die Küsten jener Inseln getrieben. Der englische Dampfer Lagos, der aus Liverpool kam und einige Passagiere nach Madeira brachte, lief am 17. Januar 1902 vor allem wegen des dichten Nebels auf der Deserta Grande (‚große verlassene Insel‘) auf Grund.

1788 erlitt der englische Kaperfahrer Dart an den Küsten derselben Insel Schiffbruch, an einer uns unbekannten Stelle, und 1804 wurden zwei Galeeren derselben Nationalität gegen die Küste geschleudert, ebenfalls an einem Ort, über den wir keine Nachricht erlangen konnten. In vielen ausländischen Häfen finden sich kleine Gedenksteine oder schlichte Steininschriften, auf denen die Namen jener Menschen hervorgehoben sind, die bei Schiffbrüchen und Stürmen auf See im Kampf mit den entfesselten Elementen bei der Rettung ihrer Mitmenschen herausragende Dienste geleistet haben.

4Ehrung der Retter

Dieses Beispiel verdiente Nachahmung, und bereits hat eine Zeitung in Funchal (D. da Mad. vom 11. Dezember 1926) aus der Feder eines der Verfasser dieses Werkes an die Verwirklichung dieser Idee erinnert und dazu folgende Zeilen geschrieben.

Eine bescheidene Gedenktafel an einem Ort nahe dem Meer, die die Namen all jener trüge, die sich bei Unwettern im Hafen von Funchal durch ihre Dienste den Dank von Einheimischen und Fremden verdient haben, wäre ein einfaches Mittel, um zu zeigen, dass auch die Madeirer jenen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen wissen, die durch edle Taten bewiesen haben, dass sie die Tugenden ihres Volkes unversehrt bewahrt hatten. Solange dies jedoch nicht geschieht, wollen wir versuchen, einige dieser Namen vor dem völligen Vergessen zu bewahren, indem wir sie in den Spalten dieser Zeitung festhalten.

Vor 40 bis 50 Jahren waren die im Folgenden mit ihren Namen oder Spitznamen genannten Männer am bekanntesten für den Mut und die Tapferkeit, mit denen sie sich der Wut der Wellen entgegenstellten, wann immer bei Schiffbrüchen im Hafen von Funchal Leben zu retten waren: António Maria de Gouveia, António da Silva Cambé, Silvano Cardoso, Manuel Teixeira, Manuel Caramujo, João dos Passos (der Stumme), João Pereira (genannt o Marau), José de Sousa (genannt o Patacho), Manuel Capitão, José (genannt o Gato Fardão), Guilherme und Vitorino Pófia, die beiden Russos, o Tigela und Guilherme Albuquerque de França. Dieser Letztgenannte, ein Madeirer, der Konsul von Uruguay in Funchal war und bekanntlich nicht dem Seefahrerstand angehörte, zögerte nie, den Kampf mit den tobenden Wogen aufzunehmen, sobald bei Unwettern seine Dienste verlangt wurden. In früheren Zeiten genossen in Funchal aus demselben Grund folgende Madeirer großes Ansehen: Henrique Crawford, dem die Schiffbrüchigen des englischen Schoners Wave ihr Leben verdankten, der am 26. Oktober 1842 bei São Lázaro auf Grund lief; ferner José Ferreira Ourela, Arsénio Pombo, João de Freitas, João Vieira, António Silveira und Pedro António. Alle diese Männer, mit Ausnahme des Ersten, gehörten dem Seefahrerstand an und wurden im Sitzungsprotokoll der Königlichen Humanitären Gesellschaft von Porto (Real Sociedade Humanitária do Porto) vom 14. April 1858 ehrenvoll erwähnt. Dort erschienen auch die Namen von Domingos Teles de Meneses, Augusto César Bianchi, Alexandre Sheffield, Roberto Taylor, Gregório Antunes dos Santos, José Francisco da Silva und Cândido Augusto de Mesquita Spranger, für ihre guten Dienste beim Schiffbruch der Brigg Reliance.

Bei diesem Schiffbruch leistete der Musiker Amaro José, gebürtig vom portugiesischen Festland, überaus bedeutende Dienste und wurde dafür von der genannten Humanitären Gesellschaft mit der Goldmedaille erster Klasse ausgezeichnet.

In diesem Artikel

Zeit

Erwähnte Jahre · 09
  1. Ein schwerer Sturm gefährdete Schiffe und beschädigte die Hafenanlagen von Funchal.

  2. Bei einer Explosion an Bord eines portugiesischen Schiffs vor Funchal kamen 32 Menschen ums Leben.

  3. Ein Boot nach Porto Santo verunglückte beim Anlanden. 15 der 27 Menschen an Bord starben; das Unglück führte zur Regelung der Überfahrt.

  4. Die Real Sociedade Humanitária do Porto würdigte madeirische Retter von Schiffbrüchigen.

  5. Die Galeere Defensor erreichte Madeira bereits sinkend; sechs Menschen ertranken beim Versuch, an Land zu gelangen.

  6. Die Flying Foame erlitt bei Fajã do Manuel, Porto Moniz, Schiffbruch; 15 Menschen starben.

  7. Zwei schwere Stürme trieben zahlreiche Schiffe in der Bucht von Funchal an Land.

  8. Der Dampfer Forerunner sank vor Ponta de São Lourenço; 14 Menschen kamen ums Leben.

  9. Das Küstenschiff Brilhante Pargueiro sank vor Ponta da Cruz.

  10. Der Dampfer Lagos lief bei Nebel vor Deserta Grande auf Grund.

Ort

Erwähnte Orte · 12
Karte: Arquipélago da Madeira (12)
  1. Bucht von Funchal

    Funchal. Wichtigster Ankerplatz, dessen Lage ungeschützt gegen Stürme aus Süden viele Schiffbrüche verursachte.

  2. Cabo Garajau

    Santa Cruz. Östliche Begrenzung der Bucht von Funchal.

  3. Deserta Grande

    Santa Cruz · Desertas. Ort, an dem der Dampfer Lagos 1902 auf Grund lief.

  4. Fajã do Manuel

    Porto Moniz. Ort, an dem die Flying Foame 1859 Schiffbruch erlitt.

  5. Ilhéu de Baixo

    Porto Santo. Ort, an dem 1790 ein Weintransportschiff verloren ging.

  6. Ilhéu do Navio

    Santana. Felsen, an dem die niederländische Galeote Alfa 1860 Schiffbruch erlitt.

  7. Ponta da Cruz

    Funchal. Durch ein eisernes Kreuz gekennzeichnete Landspitze, an der sich viele Schiffbrüche ereigneten.

  8. Ponta de São Lourenço

    Machico. Ort, an dem der Dampfer Forerunner 1884 sank.

  9. Pontinha

    Machico. Hafenanlagen, die 1757 und 1892 durch Stürme beschädigt wurden; die alte Festung dort schnitt 1858 Überlebende von der Außenwelt ab.

  10. Porto Santo

    Insel, bei deren Überfahrt und an deren Küsten es häufig zu Schiffbrüchen kam.

  11. Praia Formosa

    Funchal. Strand, an dem die Britannia 1828 Schiffbruch erlitt.

  12. São Lázaro

    Funchal. Küstenabschnitt, an dem mehrere Schiffe an Land getrieben wurden.

Personen

Erwähnte Personen · 14
  1. Portugiesischer Musiker, der für Rettungseinsätze beim Untergang der Reliance im Jahr 1858 von der Real Sociedade Humanitária mit einer Goldmedaille erster Klasse ausgezeichnet wurde.

  2. Kommandant des französischen Kriegsschiffs Balance, das 1768 nahe Porto Santo sank.

  3. Wurde von der Real Sociedade Humanitária do Porto für seine Hilfe beim Untergang der Reliance im Jahr 1858 gewürdigt.

  4. Kapitän der französischen Brigantine Homs, die 1858 vor Porto da Cruz sank.

  5. Kapitän der Brigg Triunfo, die 1857 bei Madalena do Mar Schiffbruch erlitt, ohne dass Menschen ums Leben kamen.

  6. Madeirischer Konsul Uruguays in Funchal, der dafür bekannt war, sich trotz fehlender seemännischer Erfahrung an Rettungseinsätzen auf See zu beteiligen.

  7. Madeirer, der 1842 bei São Lázaro die Besatzung des Schoners Wave rettete.

  8. Miteigentümer des Bootes, das im Dezember 1850 bei der Überfahrt nach Porto Santo verloren ging. Er kam dabei ums Leben.

  9. Miteigentümer des Bootes, das 1850 bei der Überfahrt nach Porto Santo verloren ging. Er kam bei dem Schiffbruch ums Leben.

  10. Schiffsführer des Bootes, das 1850 bei der Landung auf Porto Santo Schiffbruch erlitt.

+ 4 weitere
  1. Einer der Seeleute von Funchal, die für die Rettung Schiffbrüchiger bekannt waren.

  2. Kapitän der brasilianischen Patache Liberato Terceiro, die im März 1858 bei Funchal Schiffbruch erlitt.

  3. Wohlhabender Grundbesitzer aus Porto da Cruz, der 1858 der Besatzung der schiffbrüchigen Homs half.

  4. Kapitän der Flying Foame, der 1859 bei deren Schiffbruch vor Porto Moniz ums Leben kam.

Auf dem Bogen N

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