Forerunner
Der britische Dampfer Forerunner erlitt am 25. Oktober 1854 auf der Untiefe Badajeira vor der Ponta de São Lourenço Schiffbruch. Vierzehn Menschen kamen ums Leben; ein Boot aus Machico half bei der Rettung der Überlebenden.
Am Nachmittag des 25. Oktober 1854 lief der englische Dampfer Forerunner aus dem Hafen von Funchal aus. Er kam von der afrikanischen Küste, war nach England bestimmt und hatte zahlreiche Offiziere der britischen Armee sowie den Gouverneur von Sierra Leone an Bord. Auf der Höhe der Ponta de São Lourenço (‚Sankt-Laurentius-Spitze‘) lief der Dampfer bei bereits eingebrochener Nacht auf eine dort gelegene Untiefe namens Badajeira auf und versank vollständig; bei dem Schiffbruch kamen drei Passagiere und elf Besatzungsmitglieder ums Leben. Ein Boot aus Machico, das zufällig an der Unglücksstelle vorbeikam, leistete bei der Rettung der Passagiere und der Besatzung die besten Dienste. Die Männer des Bootes wurden dafür von der portugiesischen Regierung in einem Ministerialerlass (portaria) belobigt und mit der Medaille der Königlichen Humanitären Gesellschaft (Real Sociedade Humanistica) ausgezeichnet.
In diesem Artikel
Zeit
Erwähnte Jahre · 01Ort
Erwähnte Orte · 06Ausland
- Badajeira
Machico. Untiefe nahe der Ponta de São Lourenço, auf die die Forerunner auflief.
Badajeira ist eine gefährliche Untiefe nahe Ilhéu de Fora vor Ponta de São Lourenço. Dort erlitten die Dampfer Forerunner (1854) und Newton (1881) bei ruhiger See Schiffbruch.
- England
United Kingdom. Ziel des Schiffes.
England erscheint im Elucidário als erster wichtiger Absatzmarkt für madeirische Stickereien und als Hauptabnehmer madeirischer Flechtwaren. Von dort kam auch der größte Teil der Butter, die im frühen 19. Jahrhundert in Funchal verbraucht wurde. England war ein wichtiges Zufluchtsland für liberale Emigranten, die vor der Verfolgung durch die Anhänger von Michael I. flohen; mehrere Madeirer studierten dort oder waren als Diplomaten tätig.
- Funchal
Hafen, den die Forerunner kurz vor dem Schiffbruch verlassen hatte.
Die Hauptstadt des Archipels und Sitz des wichtigsten Kapitanats, wo die Besiedlung begann; um 1451–52 wurde der Ort zur Kleinstadt erhoben. Seine Bucht, die größte des Archipels, liegt zwischen Ponta do Garajau und Ponta da Cruz und bietet einen geschützten Ankerplatz, obwohl der Hafen nie ozeanografisch untersucht worden war. Das Elucidário behandelt Funchal als Kurort mit Klimadaten und berichtet über die Unruhen im Januar 1906, den Besuch des dänischen Prinzen im Mai 1846 und junge Vulkankegel in der Umgebung.
- Machico
Heimathafen des Bootes, dessen Besatzung Überlebende rettete.
In der Gemeinde Machico gingen die Entdecker Zargo und Tristão Vaz Teixeira an Land; sie war zugleich Sitz des Kapitanats Machico. Die Gemeinde wurde um 1450 gegründet. Das Elucidário behandelt ihre Geistlichen und deren Besoldung, Kapellen, historische Ereignisse, Mineralquellen, Ortsteile, Bevölkerung und bedeutende Einheimische.
- Ponta de São Lourenço
Machico. Landspitze, vor der das Schiff Schiffbruch erlitt.
Die Ponta de São Lourenço ist die lange, schmale Landspitze im Osten Madeiras in der Gemeinde Caniçal. Sie soll nach der Karavelle São Lourenço benannt sein; auf einer ihrer Felsinseln steht ein Leuchtturm. Das Elucidário beschreibt ihre Geologie, ihre jahreszeitlich wechselnde Vegetation, die Felsinseln, fossile Kalkgebilde bei Piedade, Landschnecken und ihre Nutzung als Weideland. Der Dampfer Forerunner sank dort 1884; zwischen der Landspitze und den Desertas liegt eine unterseeische Bank.
- Sierra Leone
Kolonie, deren Gouverneur sich an Bord befand.
Kolonie, deren Gouverneur sich an Bord befand.