Kolumbus (Christoph) 1Kolumbus auf Madeira und Porto Santo
Kolumbus (Christoph)
Originaltitel: Colombo (Cristovão)
Der Artikel behandelt Christoph Kolumbus und seinen der Überlieferung nach erfolgten Aufenthalt auf Madeira und Porto Santo, seine Ehe mit Filipa Moniz sowie das abgerissene Haus von João Esmeraldo in Funchal, in dem er gewohnt haben soll. Außerdem untersucht er Theorien aus den 1920er- und 1930er-Jahren, denen zufolge Kolumbus Portugiese war.
1Kolumbus auf Madeira und Porto Santo
Einer beständigen Überlieferung zufolge lebte der berühmte Seefahrer eine Zeit lang auf diesem Archipel und fasste hier den großartigen Plan zur Entdeckung der Neuen Welt. Seinen Aufenthalt auf Madeira bestätigt Las Casas in der Historia de las Indias ausdrücklich; er gibt an, diese Auskunft aus dem Munde von Diogo Colombo selbst erhalten zu haben, dem Sohn des großen Seefahrers und Nachfolger seines Vaters im Amt des Admirals des Indischen Meeres. Auf diese Insel gelangten damals ständig Nachrichten von neuen Entdeckungen, und „dies war der Anfang der Entdeckung der neuen Welt“. Agostinho de Ornelas führt in seiner 1892 veröffentlichten Memoria sobre a residencia de Christovão Colombo na Ilha da Madeira gewichtige Argumente an, um diese Behauptung zu belegen, der im Übrigen mehrere Historiker und viele Biografen von Kolumbus folgen. Der Entdecker Amerikas heiratete Dona Felipa Moniz, eine Tochter von Bartolomeu Perestrelo, dem ersten Donatar der Insel Porto Santo (‚Heiliger Hafen‘). Über den Ort (Lugar [Siedlungsrang zwischen Kleinstadt und Gemeinde]), an dem die Ehe geschlossen wurde, sind sich die Autoren jedoch nicht einig. Der Verfasser der interessanten kleinen Schrift A Mulher de Colombo behauptet, die Hochzeit sei in der Kleinstadt (vila) Machico gefeiert worden. Für diese Ansicht sprechen ernsthafte Vermutungen und Wahrscheinlichkeiten von einigem Gewicht, auch wenn man den Wahrheitsgehalt dieser Behauptung bestreiten kann. Der genannte Las Casas und noch andere geben Porto Santo als Geburtsort von Diogo Colombo an. Auch auf dieser kleinen Insel hält sich beständig die Überlieferung, dass der große Seefahrer dort gelebt habe, und man zeigt sogar die Stelle, an der das von ihm bewohnte Haus stand: die des Pfarrhauses in der Nähe der Mutterkirche (igreja matriz).
Schon recht viel ist über das Gebäude geschrieben worden, das die Überlieferung stets als Wohnsitz von Christoph Kolumbus in Funchal bezeichnete. Es stand an der Stelle, die heute die nach dem Seefahrer benannte Gasse einnimmt, welche die Rua do Sabão (‚Seifenstraße‘) mit der Rua do Esmeraldo verbindet. Die erwähnte Denkschrift von Agostinho de Ornelas, eine wertvolle Arbeit von Dr. Álvaro de Azevedo, ein ausführlicher, 1878 in der Illustracion Espanola y Americana veröffentlichter Bericht und noch andere Schriften haben sich recht eingehend mit dem Thema befasst. Mit großer Sachkenntnis behandelte es auch der madeirische Schriftsteller J. Reis Gomes in den Anmerkungen zu seinem Buch A Filha de Tristão das Damas, aus dem wir einige Passagen wiedergeben wollen, die den Gegenstand dieses Artikels sehr unmittelbar betreffen:
2Das Haus von Esmeraldo und die Jahreszahl an seinem Fenster
„Das Gebäude, das die Überlieferung stets als Wohnsitz von Kolumbus auf Madeira bezeichnete und dessen Eigentümer der Flame João Esmeraldo gewesen war, war ein weitläufiger zweistöckiger Bau mit einer geräumigen Dachterrasse. Später wurde es zu einem Speicher herabgewürdigt und war deshalb unter dem Namen Granel do Poço bekannt, in diesem fast ausschließlich Kaufleuten vorbehaltenen Viertel.
Wir würden diese Anmerkung über Gebühr ausdehnen, wollten wir hier darlegen, wie dieser aristokratische Wohnsitz von den Nachkommen seines Eigentümers in den Besitz des Stadtrats überging, der ihn abreißen ließ. In Nummer 55 der Revista Illustrada (1892) erschien ein Artikel von Dr. Álvaro Rodrigues de Azevedo mit dem Titel Era inscripcional da casa memorada como da habitação de Colombo na Ilha da Madeira, der uns in seinem ersten Teil zuverlässige und genaue Auskünfte über diesen Punkt gibt.
Die Architektur des Gebäudes war ursprünglich gotisch. Das beweist der Spitzbogenteil zur Rua do Sabão, den O Ocidente in seiner Nummer 34 vom Mai 1879 als Stich wiedergab; dieser beruhte auf einer der verschiedenen Fotografien, die der ausgezeichnete madeirische Fotograf João Camacho von dem Haus aufgenommen hatte. Später erfuhr das Gebäude eine Umgestaltung, bei der mehr oder weniger ausgeprägt die Formen der Renaissancearchitektur hervortreten.
Die Jahreszahl im Kapitell der kleinen Säule des schönen zweigeteilten Fensters, das auf der beigefügten Abbildung zu sehen ist, wurde auf drei verschiedene Arten gelesen. Diese unterschiedlichen Lesarten führten zu verschiedenen Hypothesen über den Erbauer des Hauses, über die Wahrscheinlichkeit, dass Kolumbus darin gewohnt habe, und sogar zu manchen Abschweifungen über den Baustil der Fassade zur Rua do Esmeraldo! Zuerst las man dort – wie, haben wir nie recht verstanden – 1457, als das Haus noch stand. Diese Jahreszahl, die in bemerkenswertem Widerspruch zum Stil stand, ging um die Welt, und selbst Henry Hanisse übernahm sie und bezog sich in einer Anmerkung seines Buches Christophe Colomb auf sie.
Diese Lesart war offenkundig falsch. Nachdem das Fenster abgebaut war, zeigte sich, dass die letzte Ziffer eine klare und vollkommene 4 war; Zweifel bestanden nur noch an der dritten, die die einen als 7, die anderen als 9 lasen. Lautete die Jahreszahl also 1474 oder 1494? Für Agostinho de Ornelas, den Besitzer der Steine, aus denen das kostbare Fenster bestand, war die dritte Ziffer eine 7, denn „der Querbalken, obwohl etwas gekrümmt, schließt nicht mit der Senkrechten ab“, wie er in seiner bereits von uns in einer anderen Anmerkung zitierten Denkschrift mitteilt. Für Dr. Álvaro de Azevedo, der die Jahreszahl mit eigenen Augen gesehen, einen Abdruck davon genommen und Erkundigungen bei Gelehrten eingezogen hatte, war die umstrittene Ziffer eine 9, genau so, wie sie Ende des 15. Jahrhunderts geschrieben und eingemeißelt wurde.
Auch wir haben kürzlich diese Steine besichtigt, die weiterhin der Familie Ornelas gehören. Alle Ziffern waren deutlich zu erkennen; Zweifel ließ uns nur jene dritte mit dem offenen Kopf, die an eine Sieben erinnerte, durch ihre gerundete Form und den gebogenen Schaft aber auf eine 9 hindeutete. Wir nahmen einen Abdruck und stellten unsererseits die nötigen Nachforschungen an. Über einen Freund, der selbst sachkundig ist, befragten wir diejenigen in der Hauptstadt, die uns am besten darüber aufklären konnten. Für uns stand danach fest, dass die zweideutige Ziffer eine 9 und die Jahreszahl der Inschrift 1494 war. Unter mehreren Belegen gab uns ein in den Ephemerides des Regiomontanus (Venedig, 1492) gedrucktes Datum die absolute Gewissheit: Dort stand ganz deutlich eine Neun mit derselben Zeichnung – offener Kopf und zurückgebogener Schaft.
Die Jahreszahl 1494 an einem Fenster, das aller Wahrscheinlichkeit nach spitzbogig gewesen war, tatsächlich aber jene charakteristische Form unserer Renaissancearchitektur zeigte, die in Portugal erst im 16. Jahrhundert aufkam, gab jedem, der sich mit dem seltsamen Fall befasste, wahrhaftig zu denken.
Die Umgestaltung stammte durchaus aus der Zeit Johanns II., ein Jahr vor seinem Tod, zeigte aber einen architektonischen Charakter, der bei uns erst viel später auftritt – wenn er sich auch spezifischer durch die den Entdeckungen und Eroberungen entlehnten maritimen Attribute auszeichnete – und der als manuelinischer Stil bekannt wurde!…
Die Tatsache wird jedoch nicht weiter verwundern, wenn man bedenkt, dass das Gebäude einem Ausländer gehörte, einem reichen Adligen, der in einem Land lebte – Madeira –, das durch die Einwanderungsströme viel engere Beziehungen zu Europa unterhielt, wo die Renaissancearchitektur, besonders in Italien und Frankreich, bereits blühte, als zum Festland des Königreichs (reino, d. h. das portugiesische Festland), wo dieser Stil zu jener Zeit noch nicht Einzug gehalten hatte.
Das Gebäude gehörte einem Privatmann, der aufgrund seiner Herkunft und seines Umgangs leicht der Kunstform erliegen konnte, die sich in fast ganz Europa triumphal durchsetzte. Es überrascht daher nicht, dass das Haus von João Esmeraldo in diesem portugiesischen Land den ersten manuelinischen Formen der Bauten auf dem Festland weit vorausging.
Angesichts des Mangels an guten einheimischen Künstlern und Handwerkern in dieser Epoche des Insellebens ist die Annahme naheliegend, dass der Auftrag zur Umgestaltung des Hauses notgedrungen italienischen oder flämischen Handwerkern aus den damals zahlreichsten ausländischen Kolonien auf Madeira übertragen wurde. Das hätte womöglich zur Folge gehabt, dass eben diese Handwerker jenen Baustil anregten, den sie als den schönsten und modernsten aus ihren Herkunftsländern mitbrachten.
Dass oben an dem schönen zweigeteilten Fenster die Zahl 1494 eingemeißelt ist, widerlegt nicht die alte und begründete Behauptung, Kolumbus habe als Gast im Haus von Esmeraldo gewohnt, denn der Entdecker Amerikas verließ Funchal einige Jahre vor dieser Zeit. Es bedeutet lediglich, dass er das Gebäude nur in seinem ursprünglichen gotischen Stil kannte und sich bei seinen Betrachtungen gewiss nicht an jene Basaltsteine lehnte, die später der Meißel der Renaissance bearbeitete. Die beinahe schwärmerische Verehrung João Esmeraldos für den großen Italiener, seinen Gast – sofern man die betreffende Überlieferung annimmt, die unseres Erachtens vom Verfasser der Memoria sobre a residencia de Colombo na ilha da Madeira vollauf begründet wurde –, erklärt noch besser die Vorliebe des reichen flämischen Fidalgo (Angehöriger des niederen Adels) für die elegante Kunstform, deren eigentliche Wiege die Heimat von Kolumbus war.
Ließ João Esmeraldo das fragliche Gebäude selbst von Grund auf errichten, oder kaufte er es vom ursprünglichen Eigentümer? Dieser Punkt, der für uns von untergeordneter Bedeutung ist, scheint uns trotz der Ausführungen von Agostinho de Ornelas und Dr. Álvaro Rodrigues de Azevedo nicht völlig geklärt. Angesichts des Wortlauts der madeirischen Adelsbücher und der Worte von Frutuoso neigen wir jedoch zu der Ansicht, dass jener Flame das Haus errichten ließ, das dann als Stammsitz an seine Nachkommen überging. Die Adelsbücher berichten, ohne sich eigens auf dieses Wohnhaus zu beziehen, Esmeraldo habe große Häuser in der Straße gebaut, die nach ihm benannt wurde; und der Verfasser der Saudades da Terra sagt, die Rua do Esmeraldo heiße so, weil der Flame „dort seinen alten Wohnsitz hatte, mit einem Haus von zwei Stockwerken, Marmorpfeilern an den Fenstern und oben seinen Dachterrassen“.
Dieses Gebäude, über das im In- und Ausland schon viel geschrieben worden ist, vor allem weil es nach der beharrlichsten Überlieferung Kolumbus’ Wohnsitz auf Madeira war, hätte aus diesem und aus weiteren Gründen noch größere Achtung und eine noch größere Liebe zu seiner Erhaltung verdient: als ebenso schönes wie in künstlerischer Hinsicht seltenes Beispiel der großen Adelspaläste des 15. Jahrhunderts; als Denkmal auf portugiesischem Boden für den deutlich ausgeprägten Übergang vom gotischen zu unserem manuelinischen Stil, dessen Gesamtform es aufweist, noch bevor sich dieser Stil in Portugal durchgesetzt hatte; und schließlich als unwiderlegbarer Beweis – durch seine Pracht und architektonische Verfeinerung – für die rasche Entwicklung und den Fortschritt Madeiras in den ersten achtzig Jahren nach seiner Entdeckung. Damit bestätigt es, was die Chronisten über diesen wahrhaft bemerkenswerten Abschnitt der madeirischen Geschichte berichten.“
3Abriss, Wiederaufbauvorschlag und neue Theorien
Den Protest gegen den Abriss dieses Gebäudes, das man ehrfürchtig hätte bewahren sollen, erhebt der Verfasser der wiedergegebenen Passagen mit Worten voller Ironie, aber auch voller Berechtigung. Wir geben sie im Folgenden wieder, denn sie entsprechen ganz unserer eigenen Empfindung in dieser Sache:
„Das Denkmal wurde niedergerissen; doch der Stadtrat taufte zu Ehren dessen, der der Überlieferung nach sein berühmter Bewohner gewesen war, die unbedeutende Verkehrsader, die kaum 30 Meter lang sein dürfte, auf den pompösen Namen Rua de Christovão Colombo, und damit war alles vollkommen wiedergutgemacht. Mehr noch: Der Stadtrat frohlockte über seinen Beschluss. Er konnte sich des Ruhmes rühmen, die Stadt zu einem verhältnismäßig geringen Preis mit einer weiteren öffentlichen Straße ausgestattet zu haben; er hatte einem Bedürfnis der Kaufleute der Gegend entsprochen, denen er ein paar Schritte auf dem Weg von einer Straße zur anderen ersparte; und er hatte jener geschwärzten, ärgerlichen Vogelscheuche ein Ende bereitet, die nur dazu diente, einige auf Madeira durchreisende Yankees in Staunen zu versetzen, indem er den leeren Platz mit frischen, sauber geweißten Mauern einfasste, symmetrisch durchbrochen von den Lüftungsöffnungen zweier Getreidelager.
Der Bürgergeist der Stadtväter von Funchal war zu Recht hocherfreut. Und damit man nicht sagen konnte, sie wüssten große Männer nicht zu ehren, prangte auf dem Kalk der Speichermauer der Name des Entdeckers Amerikas: Man weiß nicht recht, ob deshalb, weil er in dem abgerissenen Haus gewohnt hatte, oder weil er O Der angesehene Schriftsteller und Journalist Vizegraf von Meireles, der 1913 die Insel besuchte, veröffentlichte im März und April desselben Jahres im Heraldo da Madeira (‚Herold von Madeira‘) einige Artikel, in denen er beredt dafür eintrat, das Haus, in dem Christoph Kolumbus gewohnt hatte, an derselben Stelle wiederaufzubauen, an der es einst gestanden hatte. Die Gasse, die heute den Namen des großen Seefahrers trägt, würde verschwinden, und die Rua do Sabão würde fortan Cristovão Colombo heißen. Das wiederaufgebaute Haus sollte ein Regionalmuseum aufnehmen und zu einem Anziehungspunkt für ausländische Besucher werden, besonders für die Nordamerikaner, die es gewiss nicht versäumen würden, mit andächtiger Hingabe den Ort zu besuchen und zu betrachten, an dem vielleicht der großartige Plan der Entdeckung ihres Amerika entworfen und entwickelt wurde. Der Fall wäre nicht neu, denn im Ausland hat man mehrere historische Gebäude wiederaufgebaut, um das Andenken an bemerkenswerte Ereignisse oder Persönlichkeiten zu bewahren, die man noch denkwürdiger und dauerhafter machen wollte. Von dem alten Haus des Kolumbus, wie wir es nennen könnten, sind glücklicherweise einige Fotografien erhalten, und mehr noch das berühmte gotische Fenster, das in zahlreichen Büchern, Veröffentlichungen und Zeitschriften vielfach als Stich wiedergegeben wurde. Architektur und Kunst würden das Übrige tun. Wir halten hier den Gedanken des Vizegrafen von Meireles fest, der vielleicht in naher Zukunft noch eine beredte Wirklichkeit werden wird.
Dieses bemerkenswerte Fenster befindet sich heute (1940), kunstvoll und liebevoll aufgestellt, in den Gärten der prächtigen Quinta da Palmeira (‚Landgut der Palme‘) am Caminho da Levada de Santa Luzia (‚Weg der Levada der heiligen Lucia‘). Das Anwesen gehört dem klugen und wohltätigen Industriellen Henrique Hinton, der dort jenes kostbare Relikt der Vergangenheit mit größter Verehrung und Wertschätzung bewahrt.
Damit ist die Verbindung zwischen dem Leben von Christoph Kolumbus und der Geschichte Madeiras knapp dargelegt, insbesondere was die Heirat und den Aufenthalt des großen Seefahrers in diesem Archipel betrifft. In den letzten Jahren haben jedoch neue historische Forschungsarbeiten diese Verbindung noch enger erscheinen lassen und Stoff für interessante und ausführliche Studien geliefert. Diese anzustellen hindern uns jedoch der knappe Raum, der uns zur Verfügung steht, und ein erwiesener Mangel an Sachkenntnis vollständig.
Immerhin sei Folgendes gesagt: Nachdem in den Jahren 1928 und 1929 die beiden merkwürdigen Bücher von Patrocínio Ribeiro und Pestana Júnior erschienen waren, betitelt A Nacionalidade Portuguesa de Christovam Colombo und Cristóbal Colom ou Simão Palha, in denen ihre angesehenen Verfasser zu beweisen suchen, dass der berühmte Entdecker Amerikas Portugiese war, wurden zwei nicht minder merkwürdige Bände mit den Titeln Salvador Gonçalves Zarco (Cristóbal Colon) und Cristobal Colon Salvador Gonçalves Zarco Infante de Portugal veröffentlicht. Sie stammen aus der Feder von G. L. dos Santos Ferreira und António Ferreira de Serpa beziehungsweise von Artur Lobo de Ávila und Saul dos Santos Ferreira. Darin wird mit geschickter Dialektik, aber wenig überzeugenden Argumenten zu zeigen versucht, dass der große Seefahrer ein unehelicher Sohn des Infanten Ferdinand und einer Enkelin von João Gonçalves Zarco war. Bekanntlich griff Infant Ferdinand, Erbe und Nachfolger Heinrichs des Seefahrers im Großmeisteramt des Christusordens, sehr unmittelbar in die Regierung unseres Archipels ein, der „in geistlicher Hinsicht“ diesem Orden unterstand. Überflüssig zu sagen, dass der Gonçalves Zarco, auf den sich jene Autoren beziehen, der erste Donatarkapitän (capitão-donatário) von Funchal und der bedeutendste Begründer der frühen Besiedlung Madeiras ist.
Auch wenn man den Schlussfolgerungen der genannten Autoren nicht zustimmen mag, muss man gerechterweise einräumen, dass sich ihre Bücher mit großem geistigem Vergnügen lesen lassen und dass sie einige Elemente enthalten, die der Geschichte dieses Archipels sehr zugutekommen können.
In diesem Artikel
Zeit
Erwähnte Jahre · 06-
In ein Fenster des sogenannten Kolumbus-Hauses eingraviertes Datum, das dessen Restaurierung im Stil der Renaissance bezeichnet.
-
Dom Ventura de Callejons Bericht über Kolumbus’ Aufenthalt auf Madeira und sein Haus in Funchal erschien in Ausgabe 38 der La Ilustración Española y Americana.
-
O Ocidente veröffentlichte einen Stich des gotischen Teils des mit Kolumbus verbundenen Hauses.
-
Agostinho de Ornelas veröffentlichte seine Abhandlung über Kolumbus’ Aufenthalt auf Madeira.
-
Während eines längeren Aufenthalts in Funchal setzte sich der Vizegraf von Meireles für den Wiederaufbau von Kolumbus’ Haus ein.
-
Es erschienen Bücher, die für eine portugiesische Herkunft von Kolumbus eintraten.
Ort
Erwähnte Orte · 08- Caminho da Levada de Santa Luzia
Funchal. Straße, an der die Quinta da Palmeira liegt.
Straße, an der die Quinta da Palmeira liegt.
- Funchal
Stadt, in der das der Überlieferung nach von Kolumbus bewohnte Haus stand.
Die Hauptstadt des Archipels und Sitz des wichtigsten Kapitanats, wo die Besiedlung begann; um 1451–52 wurde der Ort zur Kleinstadt erhoben. Seine Bucht, die größte des Archipels, liegt zwischen Ponta do Garajau und Ponta da Cruz und bietet einen geschützten Ankerplatz, obwohl der Hafen nie ozeanografisch untersucht worden war. Das Elucidário behandelt Funchal als Kurort mit Klimadaten und berichtet über die Unruhen im Januar 1906, den Besuch des dänischen Prinzen im Mai 1846 und junge Vulkankegel in der Umgebung.
- Machico
Ort, in dem Kolumbus einem Autor zufolge heiratete.
In der Gemeinde Machico gingen die Entdecker Zargo und Tristão Vaz Teixeira an Land; sie war zugleich Sitz des Kapitanats Machico. Die Gemeinde wurde um 1450 gegründet. Das Elucidário behandelt ihre Geistlichen und deren Besoldung, Kapellen, historische Ereignisse, Mineralquellen, Ortsteile, Bevölkerung und bedeutende Einheimische.
- Porto Santo
Insel, auf der Kolumbus der Überlieferung nach lebte und sein Sohn geboren wurde.
Eine Insel des Archipels, die zugleich mit Madeira besiedelt wurde und eines der drei Kapitanate bildete. Sie war stets eine einzige Gemeinde, deren Kirche Nossa Senhora da Piedade geweiht und wiederholt geplündert wurde. Das Elucidário berichtet vom Überfall maurischer Piraten im Jahr 1617, von der eigenen Misericórdia der Insel und von einem auf dieser von Dürre bedrohten Insel angelegten Regenwasserkanal.
- Quinta da Palmeira
Funchal. Landgut, auf dem das Fenster 1940 aufbewahrt wurde.
Schönes Landgut nahe Funchal an der Straße Levada de Santa Luzia, das dem Industriellen Henrique Hinton gehörte und für seine Pflanzenwelt bekannt war. 1940 wurde in seinem Garten das Fenster aus dem Haus aufbewahrt, in dem Christoph Kolumbus gelebt haben soll. Es diente auch als bischöfliche Residenz mit einer kürzlich errichteten Kapelle; sein Besitzer gab dort ein Mittagessen für zu Besuch weilende Flieger. Ein Drachenbaum am Eingang wurde entwurzelt.
- Rua de Cristóvão Colombo
Funchal. Kurze Gasse, die auf dem Gelände des abgerissenen Hauses angelegt wurde.
Die Rua de Cristóvão Colombo ist eine kurze Gasse in Funchal, die auf dem Grundstück eines abgerissenen Hauses angelegt wurde, das mit Christoph Kolumbus in Verbindung stand. Ihr gegenüber stand das Gebäude einer Genossenschaft.
- Rua do Esmeraldo
Funchal. Nach João Esmeraldo benannte Straße, an die das Haus grenzte.
Die Rua do Esmeraldo ist eine Straße im Zentrum von Funchal. Sie verläuft von der Rua da Alfândega bis zur Rua do Comércio und ist nach João Esmeraldo benannt, der dort große Wohnhäuser besaß. Kolumbus soll dort gewohnt haben. In der Straße befand sich auch das letzte gemietete Rathaus, das 1862 bezogen wurde.
- Rua do Sabão
Funchal. Straße, zu der die gotische Fassade des Hauses ausgerichtet war.
Eine der ältesten Straßen Funchals, die bereits 1508 bestand. Zu ihr hin lag die gotische Fassade des mit Kolumbus verbundenen Hauses. Ein Tor an ihrem Südende, das den Campo do Duque abschloss, wurde 1836 abgerissen. Die Straße wurde 1922 zum Gedenken an den Flug von Gago Coutinho und Sacadura Cabral von Lissabon nach Rio de Janeiro umbenannt.
Personen
Erwähnte Personen · 24-
Entdecker Amerikas, der der Überlieferung nach auf Madeira und Porto Santo lebte.
-
Verfasser der 1892 erschienenen Abhandlung über Kolumbus’ Aufenthalt auf Madeira und Eigentümer der Fenstersteine.
- Álvaro Rodrigues de Azevedo1825–1898
Gelehrter, der das Haus untersuchte und die Jahreszahl am Fenster als 1494 las.
-
Mitverfasser von Salvador Gonçalves Zarco (Cristóbal Colon).
-
Mitverfasser eines Buches, dem zufolge Kolumbus ein portugiesischer Prinz war.
-
Verfasser der Historia de las Indias, in der Kolumbus’ Aufenthalt auf Madeira bezeugt wird.
- Bartolomeu Perestrelo† 1457
Erster Donatar von Porto Santo und Schwiegervater von Kolumbus.
-
Sohn von Kolumbus, der auf Porto Santo geboren worden sein soll und Las Casas als Informationsquelle diente.
-
Ehefrau von Kolumbus und Tochter von Bartolomeu Perestrelo.
-
Mitverfasser eines Buches, das Kolumbus mit Salvador Gonçalves Zarco gleichsetzt.
+ 14 weitere
- Gaspar Frutuoso1522–1591
Verfasser von „Sehnsucht nach der Heimat“, worin er das Haus von Esmeraldo beschreibt.
-
Industrieller, der das Fenster 1940 in der Quinta da Palmeira aufbewahrte.
- Heinrich der Seefahrer1394–1460
Heinrich der Seefahrer, Vorgänger von Infant Ferdinand als Meister des Christusordens.
-
Verfasser von Christophe Colomb, der die falsche Jahreszahl 1457 übernahm.
-
Meister des Christusordens, den einige Autoren für Kolumbus’ Vater hielten.
-
Flämischer Adliger, dem das Haus in Funchal gehörte, in dem Kolumbus gewohnt haben soll.
- João dos Reis Gomes* 1869
Madeirischer Schriftsteller, dessen Anmerkungen zu A Filha de Tristão das Damas über das Haus zitiert werden.
- João Gonçalves Zarco† 1467
Erster Donatarkapitän von Funchal, dessen Enkelin Kolumbus’ Mutter gewesen sein soll.
-
Madeirischer Fotograf, der das Haus fotografierte.
-
König von Portugal, während dessen Regierungszeit das Haus umgestaltet wurde.
-
Verfasser von Cristóbal Colom ou Simão Palha.
-
Verfasser eines Buches, dem zufolge Kolumbus Portugiese war.
-
Mitverfasser eines Buches, dem zufolge Kolumbus ein portugiesischer Prinz war.
- Vizegraf von Meireles† 1915
Journalist, der 1913 vorschlug, Kolumbus’ Haus als Museum wiederaufzubauen.