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Birke 1Birken für Porto Santo
Artikel Nr. 3752 Pflanze Bd. III · S. 694–695 3 Min. Lesezeit

Birke

Originaltitel: Vidoeiro

Eintrag über die Birke (vidoeiro) mit einem Zitat des Botanikers Carlos de Meneses. Er hielt die 1910 nach Porto Santo geschickten Birken für ungeeignet, um die trockene Insel wieder aufzuforsten, und empfahl stattdessen immergrüne Bäume aus Madeira oder dem Mittelmeerraum.

Birke

1Birken für Porto Santo

Als Ergänzung zu dem, was an verschiedenen Stellen dieses Werkes über die Bewaldung Madeiras und insbesondere über die Aufforstung der benachbarten Insel Porto Santo (‚Heiliger Hafen‘) (III-120) dargelegt ist, geben wir einige Auszüge aus einem Artikel des angesehenen Botanikers Carlos de Meneses wieder. Er erschien im früheren Diário do Comercio und ist für dieses viel diskutierte und stets bedeutsame Thema von besonderem Interesse.

„Im Jahr 1910 wurden mehrere Birken nach Porto Santo geschickt, um dort gepflanzt zu werden. Gestiftet hatte sie ein Ausländer, der sich sehr für die Wiederaufforstung jener Insel interessiert.

Nach Ansicht der Fachleute sollte Porto Santo mit madeirischen Baumarten oder solchen aus dem Mittelmeerraum aufgeforstet werden, niemals jedoch mit Arten aus Mittel- oder Nordeuropa. Diese stellen klimatische Ansprüche, die das Land nicht erfüllen kann, sei es wegen seiner geografischen Lage, sei es wegen der geringen Höhe seiner Berge.

Selbst bei den madeirischen Baumarten muss man unseres Erachtens eine Auswahl treffen. Denn es ist nicht anzunehmen, dass sich bestimmte Arten den äußerst trockenen und niedrig gelegenen Böden von Porto Santo anpassen, die bei uns nur in den Tälern und Schluchten des Inselinneren oder an den hoch gelegenen, feuchten Stellen der Süd- und Nordhänge unserer Insel gedeihen.

Das Madeira-Mahagoni (vinhático, Persea indica) zum Beispiel ist für die Bewaldung von Porto Santo ungeeignet. Auch wenn die dort eingeführten Exemplare dank der Bewässerung, der sie unterzogen wurden, vorerst einen guten Eindruck machen, wird die Zeit kommen, in der sie verkümmern und schließlich absterben, weil sie im Boden und in der Luft nicht die Bedingungen finden, die sie zum Leben brauchen.

2Warum die Birke ungeeignet ist

Regenarmut und große Hitze bei recht milden Wintermitteln prägen das Klima der Nachbarinsel. Auf ihren Bergen lassen sich daher nur bestimmte Baumarten mit Erfolg anbauen, die in der unteren Zone Madeiras vorkommen, etwa der Lorbeer, der Til (Ocotea foetens, madeirischer Lorbeerbaum) und der Barbusano (Apollonias barbujana, ein Lorbeerwaldbaum). Das gilt nicht für das Madeira-Mahagoni, das erst oberhalb von 400 oder 500 Metern einigermaßen häufig auftritt und zu seinem Gedeihen Feuchtigkeit braucht.

Wenn nun schon das Madeira-Mahagoni, eine madeirische Art, für die Aufforstung von Porto Santo ungeeignet ist, so gilt dies erst recht für die Birke. Bekanntlich erreicht dieser Baum seine Südgrenze im Alto Minho, im Gerês, im Marão und in der Serra da Estrela. Größere Bestände bildet er nur in den nördlichen Regionen und in Mitteleuropa, wo die Winter überaus kalt sind und die warme Jahreszeit nur kurz dauert.

Selbst wenn die Birke eine mediterrane Art wäre, die sich für den Anbau auf Porto Santo eignete, würden wir sie dennoch von der Bewaldung der Insel ausschließen, denn laubabwerfende Bäume eignen sich wenig für die Aufforstung von Ländern mit warmem Klima.

Was die Nachbarinsel braucht, sind immergrüne Bäume, wie es die Bäume Madeiras in der Regel sind. Sie sollen den Boden so weit wie möglich vor Verdunstung schützen und so das Entstehen von Quellen begünstigen. Eine Bewaldung mit laubabwerfenden Arten würde die Lage der Ländereien kaum verbessern, da der Einfluss einer solchen Pflanzendecke in einem Land mit recht milden Wintermitteln, wie es das hier besprochene ist, zwangsläufig sehr begrenzt bliebe.“

In diesem Artikel

Zeit

Erwähnte Jahre · 01
  1. Von einem Ausländer gespendete Birkenjungpflanzen wurden zur Anpflanzung nach Porto Santo geschickt.

Ort

Erwähnte Orte · 05

Ausland

Karte: Porto Santo (5)
  1. Alto Minho

    Portugal. Teil der südlichen Verbreitungsgrenze der Birke in Portugal.

  2. Gerês

    Portugal. Gebirge an der südlichen Verbreitungsgrenze der Birke.

  3. Marão

    Portugal. Gebirge an der südlichen Verbreitungsgrenze der Birke.

  4. Porto Santo

    Insel, auf die 1910 Birken zur Wiederaufforstung geschickt wurden.

  5. Serra da Estrela

    Portugal. Gebirge an der südlichen Verbreitungsgrenze der Birke.

Personen

Erwähnte Personen · 01
  1. Botaniker aus Madeira, der sich in einem hier zitierten Artikel im Diário do Comercio gegen die Anpflanzung von Birken auf Porto Santo aussprach.

Auf dem Bogen V

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