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Elucidário Madeirense Startseite
Artikel Nr. 2011 Brauchtum und Volkskultur Bd. II · S. 422–423 2 Min. Lesezeit

Lapinha

Erläutert „lapinha“, das madeirische Wort für die Weihnachtskrippe, und beschreibt ihre typische örtliche Form: ein kleines stufenförmiges Gestell mit dem Christkind an der Spitze, geschmückt mit einheimischen Pflanzen und Tonfiguren, manchmal auch mit felsigen Landschaften im Miniaturformat.

Lapinha

Mit diesem Wort bezeichnet man auf Madeira die „Krippen“, die hier seit Jahrhunderten so weit verbreitet sind. Wir halten es für ein diesem Archipel eigenes Wort. Es dürfte die Verkleinerungsform von „Lapa“ sein, im Sinne von Höhle, Grotte oder Felshöhlung, in Anlehnung an den Geburtsort des göttlichen Erlösers. [Anm. d. Ü.: „Lapinha“ bedeutet etwa ‚kleine Höhle‘.] Möglicherweise bewahrten die Krippen früher diese Ähnlichkeit; heute jedoch werden die madeirischen „Lapinhas“ in der Regel auf einem Tisch aufgebaut. Ihren Mittelpunkt bildet eine kleine, nur wenige Dezimeter hohe Treppe aus drei aneinandergrenzenden Absätzen, auf deren Spitze die Figur des Jesuskindes steht. Auf allen Stufen und rings um die Treppe sind die „Hirten“ und allerlei Schmuckgegenstände aufgestellt, mitunter recht seltsame, die mit der übrigen Krippe kaum etwas zu tun haben. Den örtlichen Gegebenheiten entsprechend weisen sie einige Besonderheiten auf, etwa den Schmuck aus Zweigen des Strauchs „Alegra-campo“ und der Farne „Cabrinhas“, die ihnen ein malerisches und fröhliches Gepräge verleihen. Eine gewisse Eigenart besitzen auch die sogenannten „Hirten“: kleine Tonfiguren aus grober einheimischer Herstellung, die fast nie Hirten oder Schäfer darstellen, sondern Menschen aus den verschiedenen Gesellschaftsschichten.

Noch sehr verbreitet sind die „Lapinhas“ mit den sogenannten „Rochinhas“ (‚Felschen‘): Nachbildungen eines kleinen, stark zerklüfteten Geländestücks aus „Socas“ von Zuckerrohr, die meist am Fuß eine kleine „Höhle“ aufweisen, in der die Geburt Christi mit winzigen Tonfiguren dargestellt ist.

Früher gab es – heute sind sie schon sehr selten – solche „Felsen“ auch in größerem Maßstab, auf denen Kirchen, Straßen, kleine Ortschaften usw. zu sehen waren; das Ganze wirkte zwar wenig harmonisch, bot aber einen gewissen eigenartigen Reiz. Siehe „Weihnachten“.

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