Findelkinder-Drehlade
Originaltitel: Roda dos Expostos
Darstellung der Drehladen zur Aufnahme ausgesetzter Kinder, die der Stadtrat von Funchal 1820 und 1823 in Câmara de Lobos einrichten ließ, sowie der Belastung des Stadtrats durch die Versorgung ausgesetzter Kinder.
Am 14. Januar 1820 beschloss der Stadtrat (Câmara Municipal) von Funchal, im Haus der städtischen Amme (ama geral) eine Drehlade (roda) für Findelkinder einrichten zu lassen, da es in dieser Stadt keine gab. Drei Jahre später ließ er eine weitere in Câmara de Lobos (‚Robbenhöhle‘) anlegen, in einem Haus neben der Heilig-Geist-Kapelle (Espírito Santo).
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte der Stadtrat so viele Findelkinder zu versorgen, dass er am 20. Mai 1812 beschloss, der Ratsherr-Richter (juiz-vereador) solle „ein Polizeiverzeichnis“ führen, um alle schwangeren Prostituierten zu erfassen, damit sie über ihre Kinder Rechenschaft ablegten und sie selbst aufzögen.
- Der Stadtrat von Funchal ordnete die Erfassung schwangerer Prostituierter an, damit sie ihre Kinder selbst aufzögen.
- Der Stadtrat von Funchal beschloss, im Haus der amtlich bestellten Amme eine Drehlade zur Aufnahme ausgesetzter Kinder einzurichten.
- In Câmara de Lobos wurde neben der Kapelle Espírito Santo eine Drehlade zur Aufnahme ausgesetzter Kinder eingerichtet.